Ludwigshafen Detektive, Quizmeister und ganz viele Leseratten
Knapp 33.000 Seiten haben die Kinder, die in Waldsee am Lesesommer teilgenommen haben, in diesem Sommer gelesen. Die Zahl ist beachtlich, findet die Leiterin der Bücherei, Isabell Mayer. Mit 93 Anmeldungen ist das Interesse am Lesesommer auch etwas gestiegen. Gut zwei Drittel der angemeldeten Schüler haben mindestens drei Bücher gelesen. Ihnen hat der Waldseer Beigeordnete Rudi Fuchs (CDU) eine Urkunde samt Schwimmbad-Gutschein überreicht. Eine Bestenprämierung gibt es in Waldsee nicht. Dennoch sollen zwei Rekorde erwähnt sein: Der Erstleser Colin Hahn hat 36 Bücher und damit 1186 Seiten gelesen. Sarah Fuhrmann hat 3520 Seiten in 21 Büchern verschlungen. In diesem Jahr wurde erstmals ein Klassenpreis vergeben. Die Schüler der Klasse 2c haben insgesamt 91 Büchern (3686 Seiten) gelesen. Zur Belohnung gehen sie gemeinsam Eis essen. Bei der Auswahl der Bücher gab es laut Isabell Mayer keine Favoriten. Die Kinder lesen quer Beet. Bei den Jungs seien Superman und Beast Quest angesagt, Mädchen stünden seit Jahren auf Pferde, Feen und Hexen-Bücher. Nach der Übergabe der Urkunden wurde gebastelt – Zaubertüten und lustige Kuschelmäuse sind dabei entstanden. Außerdem gab’s noch eine Tombola mit vielen Preisen. Die Otterstadter Leseratten haben ihre Urkunden und Präsente während des Otterstadter Lesefests erhalten. Rund 40 Kinder sind trotz strömenden Regens gekommen. 86 Kinder im Altern zwischen sieben und 16 Jahren haben an der Aktion teilgenommen, informierte die Leiterin der Remigius-Bücherei, Ute Straßer. Eine besonders fleißige Leseratte war zum Beispiel Marie Sebastian, die in den acht Wochen 34 Bücher gelesen hat. Insgesamt wurden laut Straßer 744 Kinder- und Jugendbücher ausgeliehen und rund 93.000 Seiten gelesen. Davon kann die Gesamtsiegerin und Achtklässlerin Celina Klaus 5472 Seiten für sich verbuchen. Die drei ersten Schulklassen bekamen einen Buchgutschein. Glück hatte Lucas Herdt von der dritten Klasse, der bei der Verlosung eine Eintrittskarte in den Freizeitpark Tripsdrill gewonnen hat. In der Katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) Böhl ging es beim Lesesommer-Abschlussfest nicht nur um Bücher. Die Kinder haben zusammen den Film „Die Fünf – Wehe, wenn Deine Wünsche sich erfüllen“ geschaut, den sie sich ausgesucht hatten, berichtete Cornelia Grüninger vom Bücherei-Team. Dazu gab’s Saft und Kekse. In den acht Wochen Aktionszeitraum haben 34 Kinder 295 Bücher gelesen – und fast alle waren auch beim Fest dabei. Der fleißigste Bücherwurm hatte 40 Bücher verschlungen, geehrt wurden aber alle Teilnehmer. Dabei sei das Team immer wieder erstaunt gewesen, wie enthusiastisch die Kinder die Fragen zu den Geschichten beantworteten – „selbst Schüchterne kamen richtig in Fahrt“, erzählte Grüninger von den Interviews. Denn bevor es den Stempel im Lesepass gab, wurden die Kinder zum Inhalt des Buchs befragt. „Es wurde sehr fleißig gelesen“, sagte Annette Wind vom Team der KÖB Iggelheim beim Lesesommer-Abschlussfest im Pfarrzentrum. Und zur Belohnung gab’s auch hier eine Kinovorführung, es lief der Film „Himmel und Huhn“. Dass auch Bücher gewaltig die Fantasie anregen, erlebte das Bücherei-Team bei den Interviews: „Auch wenn Kinder das gleiche Buch gelesen haben, hatte jedes doch sein eigenes Kopfkino“, sagte Annette Wind. Besonders beliebt waren ihr zufolge die Bände aus der Reihe „Das magische Baumhaus“. Von den 45 Mädchen und 46 Jungen, die sich zum Lesesommer angemeldet haben, haben 60 Kinder mindestens drei Bücher gelesen und somit erfolgreich teilgenommen. Der Großteil lieh sich zwischen drei und zehn Bücher aus. Der fleißigste Leser war ein Grundschüler, der 49 Bücher verschlungen hat. Insgesamt haben die Iggelheimer Bücherwürmer 549 Bücher gelesen. Immer beliebter wird der Lesesommer auch in Altrip: 98 Kinder haben dieses Jahr erfolgreich mitgemacht, 15 mehr als 2016, berichtete Büchereileiterin Magdalena Posmayer und war begeistert. 2251 Bücher mit 94.900 Seiten wurden gelesen. Spitzenreiter bei den Jungs war Josh Hartmann, der 29 Bücher mit 8111 Seiten in den acht Wochen gelesen und sich dabei selbst übertroffen hat. „Im vergangenen Jahr hatte ich mit 5.919 Seiten gewonnen“, erzählte der Grundschüler. Warum er so viel liest? „Weil man viel aus Büchern lernt.“ Bei den Mädchen hatte Fee Pister mit 6498 Seiten und 63 Büchern die Nase vorn. Ihr Favorit war das Buch „Ostwind“, sie kann die Geschichte vom Mädchen Mika und vom Hengst Ostwind lückenlos nacherzählen. Erfolgreichste Lesesommer-Klasse wurde die 4a der Albert-Schweitzer-Grundschule. Mit den Schülern plant das Bücherei-Team ein Frühstück in der Bibliothek. Die beiden jüngsten Teilnehmer waren Maya Stammler und Philipp Ebel – beide sieben. Weiterer Höhepunkt des Abschluss-Fests war das Lesetheater des Mainzer Schauspielers Michael Hain. Er las und spielte die Geschichte „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ der bekannten Kinderbuch-Autorin Cornelia Funke. Er schlüpfte in mehrere Rollen und brauchte nur wenige Utensilien, um die Geschichte spannend vorzuspielen. Überraschungsgast beim Lesesommer-Abschlussfest in Neuhofen war Krimi-Autor Harald Schneider. Er verriet, dass er sich zu seiner Zeit auch einen Lesesommer gewünscht hätte. „Mich hätte man nachts in der Bücherei einschließen müssen“, witzelt der bekennende Bücherwurm. Bevor die Urkunden verteilt wurden, wurden die kleinen Lesefüchse zu Detektiven. Sie assistierten Harald Schneider bei einem kniffligen Fall aus seiner Palzki-Kids-Reihe. Es musste das „Geheimnis im Speyerer Domgarten“ gelöst werden. Dann wurden die erfolgreichsten Lesesommer-Kinder bekanntgegeben. 59 Kinder haben erfolgreich teilgenommen, verkündete der ehemalige Bibliotheksleiter Ernst Bein. Die meisten Bücher – 45 – las bei den Mädchen Isabella Ramer. Bei den Jungs landete Nio Jung mit 17 Büchern auf den ersten Platz. Die meisten Buchseiten las bei den Mädchen Sophia Scheid: 8539 Seiten in 33 Büchern. Bei den Jungs war es wieder Nio Jung mit 2665 gelesenen Seiten. Besonderer Gast beim Abschlussfest in der Bibliothek Limburgerhof war Geheimdetektiv Zack alias Jens Finke aus Berlin – ein echter Spaßvogel. Einmal kämpfte er mit seinem eigenwilligen Schirm, dann machte er einen Intelligenztest mit einem Hut. „Wenn man schlau ist, springt der Hut weg“, behauptete er. Das testete Zack auch gleich mit einem Bücherquiz und stellte pantomimisch Buchtitel dar, etwa „Pippi Langstrumpf“ oder „Schlank im Schlaf“. Und dann erstaunte er alle Gäste mit seiner Akrobatik. Er schaffte einen Kopfstand auf einem Stuhl, der auf einem Tisch stand, wobei er dann auch noch freudestrahlend verkündete: „Jetzt habe ich sie entdeckt – die Lesehelden dieses Jahres.“ Und das waren alle Lesesommer-Kinder. 125 Kinder haben in Limburgerhof erfolgreich teilgenommen, informierte Leiterin Angelika Huber. Insgesamt wurden 1014 Bücher gelesen, das sind 119.470 Seiten. Eine beachtliche Leistung, stellte die Leiterin fest und übergab mit der Beigeordneten Rosemarie Patzelt (FWG) zum Schluss die Urkunden.