Ludwigshafen Der Star der Schutzpatrone

Recht neu: die 1964 eingeweihte katholische Kirche in Neuhofen.
Recht neu: die 1964 eingeweihte katholische Kirche in Neuhofen.

«Neuhofen.» Morgen kommt der Nikolaus. Der ist wohl einer der bekanntesten Heiligen überhaupt. Er ist zudem der Namenspatron der katholischen Kirche in Neuhofen. Die Gemeinde gehört zur Pfarrei Heiliger Christophorus Waldsee und hat 1860 Katholiken. Die Kirche wurde 1964 eingeweiht. Rechts hinter dem Altar hängt eine russische Ikone des Heiligen Nikolaus.

Der Heilige Nikolaus wurde um das Jahr 280 n. Chr. in Myra in Kleinasien, dem heutigen Demre in der Türkei, geboren. Über sein Leben ist eher wenig bekannt. Es wird jedoch überliefert, dass der junge Nikolaus im Alter von 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester geweiht wurde. Danach bekleidete er das Amt des Abtes in einem kleinen Kloster in der Nähe von Myra. Um das Jahr 300 ordnete der damalige römische Kaiser Galerius Valerius Maximinus eine Christenverfolgung in dem Gebiet Lykien an, in dem auch Nikolaus’ Kloster lag. Auch er wurde gefangengenommen und in den Kerker geworfen. Wie viele andere Christen wurde er während seiner Gefangenschaft gefoltert. Nach seiner Freilassung trat er im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicäa auf. Dort wurde er zunächst verhaftet, da er einen Gegner öffentlich geohrfeigt haben soll. Nach dem Konzil jedoch wurde er wieder rehabilitiert. Es ist nicht gesichert, wann Nikolaus zum Bischof geweiht wurde, jedoch wird er auf dem Konzil schon als Bischof von Myra aufgetreten sein. Nikolaus starb am 6. Dezember. Auch das Jahr seines Todes ist nicht gesichert, es liegt aber zwischen 345 und 351. Über den Heiligen Nikolaus sind viele Geschichten und Legenden überliefert. Die wahrscheinlich bekannteste Heiligenlegende ist die der drei goldenen Äpfel. Ein armer Mann hatte drei Töchter, deren Mitgift er nicht zahlen konnte. Also beschloss er, seine Töchter als Prostituierte zu verkaufen. Als Nikolaus von der Lage des Armen erfuhr, beschloss er, zu helfen. Bevor Nikolaus Bischof wurde, war er ein reicher Mann, da er viel Geld geerbt hatte. Also warf er in drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen goldenen Apfel durch das Fenster des Hauses des Mannes. Dieser hatte nun genug, um die Mitgift für alle seine Töchter zu bezahlen und sie so aus der Prostitution zu holen. Eines der Attribute des Heiligen sind daher drei goldene Kugeln. Eine andere Geschichte erzählt von Seefahrern, die in einem Sturm in Not geraten waren. In ihrer Angst riefen sie nach Nikolaus, und es erschien ein Mann, der das Steuer übernahm und die Seeleute sicher aus dem Sturm navigierte. Bis heute gilt der heilige Nikolaus als der Schutzpatron der Seefahrer. Nikolaus wird heute in allen Teilen der Welt verehrt. Besondere Bedeutung hat er jedoch in der Orthodoxen Kirche. Er ist unter anderem der Schutzpatron von Russland und ist dort der nach Maria am meisten verehrte Heilige. Neben vielen anderen ist Nikolaus vor allem der Patron der Schiffer, Richter und vieler Handwerker. Besonders ist er der Schutzheilige der Kinder und jungen Frauen. Seine Attribute sind die drei goldenen Äpfel und die Bischofsinsignien, mit denen er fast immer dargestellt wird. Auch der weit verbreitete Brauch, dass er in der Nacht zum 6. Dezember Geschenke bringt, ist schon seit beinahe 1000 Jahren belegt. Seinen langen weißen Bart und Haare und den Pelzkragen hat er allerdings erst seit etwa 100 Jahren, auf vielen Ikonen wird er dagegen eher mit Glatze dargestellt. Die Serie Mit der Zusammenlegung der katholischen Gemeinden im Bistum Speyer entstanden neue, übergeordnete Pfarreien. Sie wurden, wie in der katholischen Kirche üblich, unter den Schutz eines Heiligen gestellt. Auch die Gemeinden selbst haben solche Namenspatrone. In der Serie „Unsere Schutzheiligen“ stellen wir diese vor.

Recht alt: die Ikone im Altarraum, die Nikolaus darstellt.
Recht alt: die Ikone im Altarraum, die Nikolaus darstellt.
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