Mannheim
Der Rettungsdienst soll schneller werden
„Wir haben die alte Gesetzesvorgabe sogar übererfüllt“, betont Joachim Schmid, Vorsitzender des Rettungsdienstausschusses. Demnach sollten in 95 Prozent der Fälle die Rettungsfahrzeuge innerhalb von einer Viertelstunde am Einsatzort eingetroffen sein. Das sei in Mannheim sogar in rund 96 Prozent der Fälle gelungen, betont Bürgermeister Volker Proffen (CDU). Die wesentlich strengeren Regelungen des Jahres 2023 erfülle man damit aber nicht. Demnach seien die Rettungskräfte nur in 60 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Minuten vor Ort eingetroffen. Bei Notärzten lag diese Quote bei knapp 75 Prozent. Grund genug zum Nachsteuern für die Mannheimer Verantwortlichen.
„Wir sind uns einig, dass wir reagieren müssen. Die geänderte Hilfsfrist führt zu einem erheblichen Mehraufwand in Bereich Personal und Fahrzeugen“, so Proffen. Und beides sei nicht kurzfristig verfügbar. „Daher haben wir uns in einem ersten Schritt über Maßnahmen verständigt, die realistisch umsetzbar sind und kurzfristig zu einer spürbaren Verbesserung für die Bürgerinnen und Bürger sorgen.“
So soll bis spätestens Oktober ein zusätzlicher Rettungstransportwagen am Standort Käfertal vorgehalten werden. Der Standort Sandhofen bleibe erhalten und bis spätestens zum Jahresende werde ein weiteres Fahrzeug in der Lagerstraße im Bereich des Industriehafens einziehen.
Vier Standorte im Stadtgebiet
Zusammen mit der im Oktober 2023 eingeweihten Rettungswache im Bezirk Casterfeld verfüge Mannheim dann über vier Standorte für Rettungsfahrzeuge. Zudem soll innerhalb von zwölf Monaten das an der Hauptfeuerwache stationierte Notarzteinsatzfahrzeug rund um die Uhr verfügbar sein. Parallel werde an einem Ausfallkonzept bei Personalknappheit gearbeitet, zählt der Ausschussvorsitzende Joachim Schmid auf.
Konkrete Zahlen legen die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch nicht vor. Weder zum gesteigerten Personalbedarf noch über die zusätzlichen Kosten gibt es Auskunft. Viel wichtiger ist die demonstrierte Einigkeit: „Wichtig ist es, die Realität und die Rechtslage in Einklang zu bringen“, wie Schmid betont. Immerhin sei die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein gemeinsames, großes Anliegen. „Wir liegen schon über dem Bundesdurchschnitt und arbeiten gemeinsam daran, noch besser zu werden.“ Deshalb sei auch die jetzt getroffene Vereinbarung nur ein Zwischenschritt: Man arbeite kontinuierlich daran, versprechen Schmid, Proffen und der stellvertretende Ausschussvorsitzende Sascha Stumpf. Deswegen werde der nun gültige Rettungsbereichsplan fortlaufend fortgeschrieben und Auswirkungen analysiert, um gegebenenfalls nachsteuern zu können. Denn: Sicherheit besteht nicht nur aus Zahlen und Statistiken, sondern wird subjektiv wahrgenommen, wie es von den Verantwortlichen heißt. Deshalb arbeite man gemeinsam daran, dieses Sicherheitsgefühl zu steigern. „Denn Sicherheit bedeutet auch Lebensqualität“, betonte Schmid.