Ludwigshafen
Der nächste Sanierungsfall: Wie es mit der „Weißen Hochstraße“ weitergeht
„Die Schäden sind nicht schön und auch nicht unbedeutend, aber sie verschlechtern sich nicht“, meinte Björn Berlenbach zur 950 Meter langen „Weißen Hochstraße“, an der an einigen Stellen – wie bereits am 25. April berichtet – sichtbar der Beton abplatzt und rostige Eisenarmierungen freiliegen. Es sei jetzt wichtig, ruhig und planvoll vorzugehen und den Zustand des Brückenteils gründlich zu untersuchen. Konkrete Ergebnisse von Nachberechnungen sollen dem Stadtrat nach der Sommerpause vorgestellt werden.
Der Beton bröckelt
„Wir haben die angrenzenden Brückenteile die ganze Zeit über im Blick. Die Schäden an der ,Weißen Hochstraße’ sind uns bekannt“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). An einigen Stellen sei der bröckelnde Beton zur Sicherung der darunter liegenden Flächen, auf denen sich teils Parkplätze befinden, absichtlich entfernt worden. Erst dadurch seien die Schäden in der Brückenkonstruktion so deutlich zum Vorschein gekommen.
Vier Fünfer-Kolonnen auf der Baustelle
Bei der Pilzhochstraße, dem maroden 500-Meter-Teilstück der Hochstraße Süd, laufe alles nach dem vor einer Woche präsentierten Zeitplan, so Steinruck. Hauptsächlich wegen der Corona-Pandemie und der entsprechenden Einschränkungen auf der Baustelle war er um drei Monate nach hinten korrigiert worden. Um die Abstandsrichtlinien sowie die Hygienevorschriften einzuhalten, sind vier Fünfer-Kolonnen der Abrissfirma Moß im Einsatz.
27 Stützen in Position
Berlenbach zufolge sind mittlerweile 27 Stützen ferngesteuert unter die Trasse geschoben worden, vier mehr als vor einer Woche. Weitere vier seien aktuell im Aufbau. 52 sind im ersten Abschnitt (Mundenheimer Straße/Berliner Platz) vorgesehen, damit dieser Brückenteil beim eigentlichen Abriss nicht unkontrolliert einstürzt. Mitte Juni sollen alle 52 dieser jeweils 20 Tonnen schweren Stütztürme, die für andere Abschnitte wiederverwertet werden können, in Position gebracht sein. Dann soll der Asphalt der Brücke abgefräst werden, im Juli der Rückbau beginnen und frühestens im Oktober abgeschlossen werden.
Freie Bahn für Radler und Fußgänger im August
Im Anschluss an den Abriss des ersten, 120 Meter langen Teilstücks der Hochstraße Süd (B 37) soll die Verbindung zwischen Mundenheimer Straße und Berliner Platz wiederhergestellt werden. Die Straße soll im August zunächst für Fußgänger, Radfahrer und Busse wieder zur Verfügung stehen. Die Verwaltung rechnet damit, dass Autos und Bahnen den Bereich frühestens Anfang und spätestens Ende September wieder passieren können. Grund: Für die Stadtbahn müssen neue Oberleitungen und für den Autoverkehr neue Ampeln errichtet werden.
Ersatzneubau wird geplant
Parallel werde der Ersatzneubau für die Südtrasse geplant. Nach den erforderlichen Ausschreibungen soll im September die Vergabe der Ingenieurleistungen beginnen. Vorangetrieben würden zudem die Sicherheitsvorkehrungen für die ebenfalls marode Hochstraße Nord (B 44) sowie die Vorbereitungen für den Abriss und den Bau der Stadtstraße – abgestimmt auf das Gesamtvorhaben Hochstraßen. Ferner würden neue Formate der Bürgerbeteiligung entwickelt, so die OB.