Ludwigshafen Der Klang der Gefühlswelt

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Mutterstadt. Auf beeindruckende Weise hat die Blaskapelle Mutterstadt am vergangenen Sonntagabend im Palatinum in Mutterstadt bewiesen, dass ihre Musiker nicht nur musikalisch perfekt ihre Instrumente beherrschen, sondern mit diesen ganze Geschichten erzählen und Gefühlen Ausdruck verleihen können.

Kraftvoll und gewaltig war gleich der Beginn des Konzerts mit „Atlantic Overture“ von Thierry Deleruyelle. Wohl jeder im Publikum sah vor seinem inneren Auge das Schiff in Frankreich auslaufen und auf seinem Weg nach New York gewaltige Atlantikwellen bezwingen, genauso wie es dann wieder durch die ruhige und friedliche See fuhr, um sich gleich wieder gegen den auffrischenden Wind zu stemmen und einem Sturm zu trotzen. Genauso spannend erzählten die Instrumente das Schicksal von Apollo 13, die mit viel Kraft ins Weltall startete, dann lautlos schwebte, bis es zur Explosion kam. Jedes Instrument meisterte seinen Part mit Bravour, verkörperte aber nicht nur die Technik eines Raumfluges musikalisch, sondern verdeutlichte ebenso die Gefühle der Astronauten zwischen Angst, Hoffnung und Freude über die Rettung. Ganz um das Gefühl der Hoffnung ging es im Stück „Lichtblicke“ von Kurt Gäble. Mal zart, mal kräftig, mal ansteigend und kraftvoll bis fast trotzig und zuversichtlich. Text brauchte es da nicht, die Spieler verdeutlichten alle Stimmungen musikalisch. Trotzdem waren die Informationen zu den Stücken von Moderatorin Stefanie Wolf beim Publikum willkommen. Selbst Musikerin, Sängerin und Komponistin, wusste sie eine ganze Menge über die Musik des Abends zu erzählen, mal ganz informativ, mal witzig-unterhaltsam, mal mit einem Augenzwinkern. Das fast voll besetzte Palatinum dankte es ihr. Auch für den zweiten Teil des Konzertabends hatte Dirigent Thomas Zelt sich einiges einfallen lassen und mit seinem Orchester eingeübt. Gleich nach der Pause ging es flott und leichtfüßig mit „Hawaii 5-0“, arrangiert von Sean O’Loughlin, weiter. Die Medleys aus den Musicals „West Side Story“ und „König der Löwen“ ernteten viel Applaus vom begeisterten Publikum und die lateinamerikanischen Rhythmen des Medleys „Latin Gold“, arrangiert von Paul Lavender, ließen so manchen Fuß mitwippen. Mit ihrer amüsanten Darstellung eines Fußballspiels, allen voran die drei Posaunensolisten Elmar Albers, Alfons Bug und Dominik Reinike, hatte die Blaskapelle die Lacher auf ihrer Seite. Dirigent Thomas Zelt bekam gar die Gelbe Karte von den vermeintlichen Schiedsrichtern gezeigt. Der eher traditionellen Blasmusik gehörten die beiden Schlusspunkte des Konzertes: „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé am Ende des ersten Teils und der Marsch, der als Zugabe den Abend beendete.

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