Ludwigshafen Der Dialog mit den Russen wird fortgesetzt

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Das deutsch-russische Kulturprojekt Quattrologe meldet sich zurück mit dem Festival „Quattrologe 20 plus“. Es beginnt heute und dauert bis zum 5. Februar. An unterschiedlichen Orten in Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg und der Vorderpfalz gibt es Ausstellungen, Konzerte, Literatur, Theater, Kurzfilme, Symposien, Vorträge und Gesprächskreise zu aktuellen Themen. 48 Künstler aus dem russischen Sotschi und der Rhein-Neckar-Region sind beteiligt.

„20 plus“ ist Jubiläum plus Zuversicht auf weitere befruchtende Zusammenarbeit. Die Initiatorin Eleonore Hefner war und ist dessen treibende Kraft, Organisatorin und Vernetzerin. Auf russischer Seite hat die bildende Künstlerin Olga Egorova an dem neuen Festival mitgearbeitet. „Quattrologe“, zusammengesetzt aus Quadrat und Dialog, wurde im deutsch-russischen Frühling geboren, blühte ein Jahrzehnt lang im Ludwigshafener Inselsommer und will dem derzeit ausgebrochenen Winter trotzen. Zahlreiche Künstler der ersten Stunde sind immer noch dabei. Von einigen sind deren Kinder hinzugekommen, so die Tochter des Malers Jurij Tschursin, die Cellistin Margarita Tschursina. Weitere Künstler haben sich Quattrologe hier wie dort angeschlossen. Der Dialog ist niemals abgerissen. „Quattrologe 20 plus“ führt das Konzept fort, das den Inselsommer erfolgreich machte. Es ist kein Festival weniger aufgesetzter Events, sondern vieler kleiner Initiativen von der Basis her. Sie entfalten sich jetzt, meist bei freiem Eintritt, breit in der Fläche. Vor der heutigen Eröffnung um 19 Uhr im Ernst-Bloch-Zentrum gibt es hier um 14 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Wahrnehmung des anderen in der russischen und deutschen Literatur“. Danach geht es mit der Ausstellung „Lyrik & Kunst“ weiter. Oleg Korchagin und Ulrich Thul präsentieren Zeichnungen zu Gedichten von Ossip Mandelstam, Daniil Da und Hasan Özdemir, die in Veranstaltungen von Lyrik und Musik an unterschiedlichen Orten auftreten werden. Neben dem deutsch-russischen Dialog – an jedem Projekt sind Deutsche und Russen beteiligt – ist der Dialog zwischen den Künsten ein Markenzeichen von Quattrologe. Die graphischen Herangehensweisen der beiden Künstler sind gegensätzlich. Oleg Korchagin arbeitet mit kantigen Flächen, oft im klassischen Plakatstil. Der Schwerpunkt liegt auf der Komposition, die figurative Motive mit konstruktiven kombiniert. Ulrich Thul zeichnet spontan und luftig zwischen lyrisch und expressiv. Olga Egorova zeichnet Dichterporträts nach Fotovorlagen: von Da und Özdemir sowie von russischen und deutschen Klassikern. Die Unverkennbarkeit springt den Betrachter an, obwohl die Porträts stark abstrahiert sind. Stilistisch bewegen sie sich zwischen expressiver Emphase und pointierter Karikatur. Egorova zeichnet auch auf Stoff, den sie zurechtschneidet, ausstopft und zu skulpturalen textilen Objekten vernäht. Eine zweite große Ausstellung wird am 10. Dezember in der Rudolf-Scharpf-Galerie eröffnet. Mit Malerei, Zeichnung, Fotografie, Objekten, Video, Performance aus der Rhein-Neckar-Region und aus Sotschi ist sie inhaltlich vielseitig. Einzelausstellungen gibt es im Mannheimer Kunstverein mit Videos von Igor Maksimento zu russisch-deutscher Live-Musik-Improvisation, im Einraumhaus Mannheim mit Beiträgen von Wolfgang Sautermeister und Zhenja Zhulanova und im Jugendkulturzentrum Limburgerhof mit Comics von Masha Kremena. Bis Mitte Dezember ist das Programm mit täglichen Veranstaltungen sehr dicht. Im Bloch-Zentrum gibt es Vorträge und Symposien; weitere unter anderem im Port 25 und bei Zeitraumexit in Mannheim. Im Cinema Paradiso & Arte in Ludwigshafen finden Kamingespräche und eine Kurzfilmnacht statt, im Kulturzentrum Das Haus ein kaukasisches Fest. Dichtung und Theater machen im Bloch-Zentrum und im Schnawwl Station. Gitarren-Konzerte gibt es unter anderem in Ludwigshafen und Freinsheim. Das Rachmaninov-Quartett gastiert in Ludwigshafen, Wachenheim und Landau. Zweieinhalb Monate wird überall in der Region ein bisschen Quattrologe sein. Termin Eröffnung heute um 19 Uhr im Ernst-Bloch-Zentrum (Walzmühlstraße 63)

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