Leute in Lu RHEINPFALZ Plus Artikel Den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt

Kombiniert verschiedene asiatische Küchen: Trung Duc Ngo.
Kombiniert verschiedene asiatische Küchen: Trung Duc Ngo.

Trung Duc Ngo lebt seinen Traum. Vor zwei Monaten hat er in Süd sein erstes eigenes Restaurant, das „Suki“, eröffnet. Den Standort Ludwigshafen hat der 28-Jährige bewusst ausgewählt. Denn mit seiner asiatischen Fusionsküche hat er einen Trend aufgegriffen, den es seinen Angaben zufolge so in der Stadt noch nicht gibt.

2. Februar 2022 – den Termin hat Trung Duc Ngo für die Eröffnung seines Restaurants „Suki“ an der Ecke Liszt-/Wittelsbachstraße ganz bewusst ausgewählt. „Das Datum vergisst man nicht mehr und es ist eine schöne Erinnerung“, sagt der junge Mann. Das „Suki“ – es ist aber nicht nur sein Lebenstraum, sondern auch ein Familienprojekt, „denn ohne meine Frau und meine Eltern hätte ich das nicht realisieren können“. Trung Duc Ngo lächelt. Nein, er strahlt. Der Vietnamese ist stolz darauf, was er in den vergangenen Monaten geschafft hat. Dafür hat er alles auf eine Karte gesetzt und jahrelang als Angestellter in der Gastronomie geschuftet.

Wandbilder selbst gemalt

Dass der Betrieb so gut angelaufen ist, freut Trung Duc Ngo. Schon Tage vor der Eröffnung seien die Menschen gekommen, hätten gefragt, wann es endlich losgeht. Bis kurz vorher wurde in den Innenräumen, in denen zuvor ein libanesisches Restaurant beheimatet war, gewerkelt. Alles entstand in Eigenarbeit. Während Trung Duc Ngos Vater die Elektrik machte, konnten sich der 28-Jährige und seine Frau künstlerisch austoben. Einen Monat lang dauerte die Arbeit am meterhohen Wandbild im Hauptraum, das eine typische Szene aus Vietnam zeigt: Fischer, die die traditionellen Bambushüte tragen, kehren mit ihren kleinen Holzbooten vom Meer zurück und verladen die Fische. „Ich wollte eine Verbindung zu meinem Restaurant schaffen, denn auch wir verarbeiten Fisch“, sagt Trung Duc Ngo. Im Nebenzimmer mit einem Spielbereich für den Nachwuchs hat seine Ehefrau eine Szene aus dem japanischen Zeichentrickfilm „Heidi“ gemalt.

Das „Suki“ – es ist tatsächlich ein echter Familienbetrieb, zu dem auch die beiden Kinder, die neun Monate alte Tochter und der vierjährige Sohn, gehören. Der übrigens ist froh, dass der Papa ein Restaurant eröffnet hat, denn er liebt nichts mehr wie Sushi. Das, was Trung Duc Ngo im „Suki“ anbietet, bezeichnet er selbst als asiatische Fusionsküche. Thailändische, vietnamesische, japanische und chinesische Küche kombiniert er, führt die verschiedenen Geschmäcker aus den unterschiedlichen Kulturen zusammen. Seinen Gästen scheint es zu gefallen. „Wir haben jetzt schon einige Stammkunden. Einige von ihnen kommen jede Woche“, freut er sich über den Zulauf.

Rezepte in Asien gesammelt

Trung Duc Ngo ist kein gastronomisches Greenhorn. Ganz im Gegenteil. Er hat in den vergangenen Jahren die komplette Bandbreite kennengelernt: die Küche ebenso wie den Service, arbeitete in asiatischen Restaurants ebenso wie in deutschen. In dieser Zeit spukte ihm durchweg der Traum vom eigenen Restaurant im Kopf herum. Er reiste nach Südostasien, tauchte in die kulinarische Welt der Länder ein und sammelte Rezepte. Seine Speisekarte ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern das Resultat monatelanger Experimente. „Ich habe viele Gerichte mitgebracht und sie Familie und Freunde testen lassen. Ich habe aber auch festgestellt, dass ich nicht jedes Essen auf die Karte setzen kann. Manche Zutaten gehen in Deutschland einfach nicht“, sagt der 28-Jährige lächelnd.

Die vietnamesische Pho-Suppe in diversen Variationen, die derzeit so hippen Bowls und Bentoboxen finden sich ebenso auf der Speisekarte wie unzählige Sushi-Variationen. „Wichtig war mir, dass jeder etwas findet: der Fisch- oder Fleischesser genauso wie der Vegetarier“, unterstreicht er. Ergänzt wird das Angebot mit Cocktails. Und welche lukullischen Vorlieben hat er persönlich? „Ich mag vor allem die warmen Hauptspeisen, aber esse auch gerne mal ein Jägerschnitzel, einen Burger oder Döner.“

Lokal ein Zufallsfund

Dass er das Ladenlokal in Süd gefunden hat, war ein Zufall. Ludwigshafen dagegen nicht. Wegen der kulinarischen Vielfalt auf Mannheimer Seite suchte er linksrheinisch. Und wurde fündig. „Allerdings hatte ich zunächst gehört, dass die Räume bereits weg seien, was sich dann als falsch herausgestellt hat“, sagt Trung Duc Ngo, der mit seiner Familie noch in Frankenthal wohnt, aber bereits eine Wohnung in Süd gemietet hat. Im Oktober unterschrieb der 28-Jährige den Mietvertrag für das Restaurant. Ein Glücksgriff. Auch für die inzwischen sechs Mitarbeiter.

Mit der Eröffnung des „Suki“ – der Name stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Ich mag es“ (suki desu) – hat sich der Tagesablauf komplett geändert. Morgens bringt der 28-Jährige seinen Sohn in den Kindergarten. Meist gegen acht Uhr ist er dann schon im „Suki“ für Vorbereitungen. Die ersten Gäste kommen ab halb zwölf zum Mittagstisch. Von 17 bis 21 Uhr und an den Wochenenden bis 22 Uhr geht es dann weiter.

14 Jahre ist es mittlerweile her, dass Trug Duc Ngo von Vietnam nach Deutschland kam. Gelandet ist er in Wilhelmshaven an der Nordsee. Über ein Intermezzo in Dresden kam er in die Pfalz, arbeitete zuvor zwei Jahre in Mannheim, ehe er jetzt in Ludwigshafen seine Zelte aufgeschlagen hat und sich hier pudelwohl fühlt. „Von Haven nach Hafen – da schließt sich ein Kreis“, sagt er schmunzelnd.

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