Ludwigshafen Demokratie ist orange
«LUDWIGSHAFEN.» Politisch interessierte Menschen bekennen Farbe – nämlich orange. Zumindest ist das die Idee hinter dem Demokratie-Mobil, das auch in Ludwigshafen war, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
Die Themen sind klar: Demokratie, Politik und auch Europa. Vergangenen Dienstag hat es das Demokratie-Mobil über den Rhein nach Ludwigshafen verschlagen, um sich dort mit demokratie-interessierten Menschen auszutauschen. Es ist nicht zu übersehen, das knallige Orange des umgebauten Wohnmobils, das auf dem Parkplatz vor dem Heinrich-Pesch-Haus seine Zelte aufgeschlagen hat. „Demokratie macht Mobil“ ist in Großbuchstaben zu lesen. Wer sich näher herantraut, kann noch einiges mehr entdecken – bunte Karten und Broschüren, die alle das Thema Demokratie und die Grundgesetze thematisieren. „Wir wollen hier eine Klassenzimmeratmosphäre schaffen, wenn es um Politik geht. Damit vor allem Jugendliche einmal offen ihre Meinung sagen können“, meint Christian Kindler von der Initiative „Farbe bekennen“. Er fährt das Demokratie-Mobil seit seiner Entstehung im Jahr 2017. „Damit wollen wir etwas für die Demokratie tun und ein Forum schaffen, um ins Gespräch zu kommen“, erklärt er die Hintergründe. Dabei wolle man für alle einen Anschluss finden, die demokratisch interessiert seien. Besonders jetzt, vor den Kommunal- und vor allem der Europa-Wahl Ende Mai, hätten viele das Bedürfnis, sich mit der Demokratie näher auseinanderzusetzen. „Hier am Demokratie-Mobil beschäftigen wir uns auch damit, wie Wahlen überhaupt funktionieren und was es mit dem Europa auf sich hat, das wir kennen“, erzählt Kindler weiter. So käme man ins Gespräch und könne offene Fragen klären. Eine Möglichkeit sind zum Beispiel die bunten Postkarten, die überall ausliegen und die sich jeder mitnehmen kann. Darauf zu sehen: die Grundgesetze in ansprechenden Bildern erklärt und natürlich im mobil-gerechten knalligen Orange gehalten. Besonders anschaulich sind aber auch die „Demokratie ist…“-Karten, die am Mobil aufgeklebt werden. Hier können Besucher aufschreiben, was sie unter Demokratie verstehen. Zettel von früheren Stopps kleben an der Heckscheibe. „Demokratie ist freier Journalismus“ oder „Demokratie ist Freiheit“ sind da zu lesen. Oder aber „Demokratie ist keine Selbstläuferin“ und „…ist anstrengend“ steht auf den Zetteln. „Auch kritische Meinungen gehören dazu – sie sind ein Anlass zum Gespräch“, meint Kindler. Wie wichtig diese Themen sind, wissen auch die Verantwortlichen im Heinrich-Pesch-Haus. „Wir versuchen, gute Initiativen zu unterstützen und unseren Besuchern anzubieten“, sagt Phillip Wagner, Bildungsreferent für politische Jugend. Gerade das Interesse bei den Jugendlichen sei da: „Es haben sich einige Schulen angemeldet. Nicht nur für das Demokratie-Mobil, sondern auch für unsere Demokratie und Medien-Seminare im Juni.“