Ludwigshafen
Defizite in der Kinderbetreuung: Tief besorgte Eltern
Anlass ist die Vorstellung des Kindertagesstättenbedarfsplans 2025/26 am Donnerstagnachmittag im städtischen Jugendhilfeausschuss. Aktuelle Zahlen dokumentieren dem Elternausschuss zufolge ein Defizit von 3272 Kitaplätzen zum Stichtag 31. Mai 2024, was einen Anstieg des Defizits um 152 Plätze gegenüber 2023 bedeute. Die Hälfte der fehlenden Plätze könnten aufgrund von Personalmangels nicht angeboten werden, für die andere Hälfte fehlten Gebäude in Ludwigshafen. Damit fehlten in 2024 für rund 35 Prozent aller Kindern mit Rechtsanspruch Betreuungsplätze in der Stadt.
„Höchste Priorität“
Nachdem das Defizit der Kitaplätze in 2024 weiter angestiegen ist, fordert der Elternausschuss, dass das Thema höchste Priorität in der Verwaltungsspitze und den Dezernaten erhält. Hier mangelt es aus Sicht der Elternvertreter an zielorientierter Zusammenarbeit und personellen Ressourcen. Andere Städte in Rheinland-Pfalz zeigten, dass Verbesserungen der Betreuungssituation möglich seien, wenn verbindliche Ziele und Zeitpläne gesetzt würden, etwa bei Neubauten und gemeinsamen Anstrengungen bei der Gewinnung von Auszubildenden.
„Wie lange müssen Kinder, Eltern, Träger und Erzieherinnen noch warten, bis die Stadtspitze auf das immer weiter steigende Defizit reagiert und die notwendigen Strukturen zur Verbesserung der Situation in den Kindertagesstätten schafft?“, fragen sich die Eltern. „Die aktuelle Situation ist mittlerweile für viele Familien untragbar“, betonen deren Vertreter.
„Massive Defizite“
Es entstünden massive Defizite in der frühkindlichen Bildung bei mittlerweile über 30 Prozent aller Kindern im Kita-Alter. Die Situation habe schwerwiegende soziale Auswirkungen, die den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft bedrohten, da Familien nicht mehr verlässlich in ausreichendem Maß der Erwerbstätigkeit beider Elternteile nachgehen könnten. „Ohne klare Perspektiven und konkrete Maßnahmen seitens der Stadtspitze sehen wir die frühkindliche Bildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in höchster Gefahr in der Stadt.“
Lob für Task Force
Ausdrücklich gelobt vom Elternausschuss wird „die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“ im Rahmen der Task Force mit dem Bereich Kindertagesstätten der Stadtverwaltung, freien Trägern und den Vertretern von SPD, CDU, FWG, BSW und den Grünen. Die Task Force wurde im
vergangenem Jahr ins Leben gerufen und habe erfolgreich im
Herbst 2024 erste Lösungsansätze zu den Themen Kita-Bau, Personalgewinnung und Kita-Platzvergabe erarbeitet.