Ludwigshafen Debatte über Wohnblöcke

An der Wohnsituation in den städtischen Unterkünften in der Bayreuther Straße (West) und in Mundenheim-West hat sich eine politische Debatte entzündet. Die CDU fordert den Abriss der desolaten Wohnblöcke und Neubauten von Schlichthäusern. Dies müsse von einem Sozialkonzept begleitet werden. Die SPD ist auch für eine Verbesserung der Situation und kritisiert die CDU, die dies jahrelang blockiert habe.
Die Stadt weist in die Wohnblöcke Menschen ein, die ansonsten auf der Straße leben müssten. Es gibt in den Blöcken immer wieder Probleme wegen der Hygiene, mit Müll und den sanitären Einrichtungen. Die Bausubstanz ist marode. Eine Sanierung ist teilweise kaum noch möglich. Der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Uebel spricht sich nun für den Abriss der Wohnblöcke in Mundenheim-West und der Bayreuther Straße aus. Schrittweise sollten die Unterkünfte durch Neubauten auf Basis der in der Flüchtlingsunterbringung entworfenen Häuser ersetzt werden. Die Neubauten in den städtischen Einweisungsgebieten müssten von einem Sozialkonzept begleitet werden. „Es gibt dort viele Menschen, die durchaus selbstverantwortlich mit den Immobilien umgehen können und von denen man eine entsprechende Pflege der Flure oder sanitären Einrichtungen einfordern muss“, sagt Uebel. Auf der anderen Seite gebe es Bewohner, die aufgrund einer psychischen oder häufig auch bestehenden Suchterkrankung dazu nicht in der Lage seien und eine entsprechende Betreuung benötigten. Dies müsse auch bei Neubauten berücksichtigt werden, so Uebel. Als „wenig glaubwürdig und wohl dem Wahlkampf geschuldet“ kritisiert SPD-Chef David Schneider die Äußerungen von Uebel. Denn Bemühungen der SPD um Verbesserungen seien bisher mehrfach von der CDU blockiert worden. Das von der Union geführte Baudezernat sei für den Zustand der Blöcke verantwortlich. Die SPD will nun der CDU einen Antrag für die nächste Stadtratsitzung vorschlagen, um die Situation vor Ort zu verbessern. Ziel müsse es sein, die Betroffenen wieder in den regulären Wohnungsmarkt zu bekommen und so die Einweisungen in Obdachlosenunterkünfte zu reduzieren. Dafür müsse der soziale Wohnungsbau vorangetrieben werden. Der Umzug möglichst vieler Betroffenen in Sozialwohnungen sei Voraussetzung für den Abriss der maroden Wohnblöcke. Bis es soweit sei, müssten die gravierenden hygienischen Mängel sowie die Einschränkungen bei Duschzeiten umgehend beseitigt werden. |rhp/mix