Ludwigshafen
Das spontane Interview in der Stadt: Endlich wieder in den Wildpark
Wie oft kommen Sie in den Wildpark?
Dietenhöfer: Wir sind ungefähr alle sechs bis acht Wochen hier.
Abdallah: Gerade jetzt ist es wichtig. Die Kinder brauchen Bewegung im Freien, und die Spielplätze haben ja noch geschlossen. Aktuell ist alles, was man mit Kleinkindern machen kann, verboten. Umso schöner, dass wir jetzt wenigstens wieder in den Wildpark können.
Haben die Kinder unter all den Tieren Favoriten?
Abdallah: Nein. Für uns sind alle Tiere schön. Deshalb haben wir sie auch alle besucht. Mein Sohn wäre am liebsten auch noch in den See gesprungen.
War die Freude bei den Tieren über die Besucher ebenso groß?
Abdallah: Ja, ich hatte schon das Gefühl. Die sind alle hergekommen und haben geschaut.
Dietenhöfer: Es kann natürlich auch sein, dass sie einfach gefüttert werden wollten, aber Füttern ist ja noch verboten, und das ist auch gut so.
Haben Sie noch Elternzeit oder sind Sie im Homeoffice?
Abdallah: Weder noch. Ich arbeite selbst als Kindergärtnerin, aber unsere Einrichtung hat noch geschlossen, und ich bin nicht in einer Notbetreuung. Deshalb habe ich gerade Zeit für meine Kinder. Ich habe es da noch gut getroffen. Ich finde, dass gerade Alleinerziehende im Moment ganz schön alleingelassen werden. Ich weiß von einer Frau, die ihre Kinder nicht einmal mit zum Einkaufen nehmen darf. Ich habe deshalb mal für ein paar Stunden auf die Kleinen aufgepasst, damit sie für sich und die Kinder zumindest etwas zum Essen kaufen konnte.
Seit heute haben die Läden wieder geöffnet. Haben Sie das schon genutzt?
Dietenhöfer: Ach, ich habe einen Supermarkt, einen Bäcker und meine Lotto-Annahme. Das hat mir in den letzten Wochen eigentlich gereicht. Genügend Kleidung sollte eigentlich auch jeder zu Hause haben. Aber ich fand es schon ein wenig unfair, warum beispielsweise ein Bekleidungsgeschäft geschlossen bleiben musste, während es im Supermarkt Kleider zu kaufen gab.
Abdallah: Ich glaube, dass wir uns gerade auf eine Schuldenspirale zubewegen. Weil die Geschäfte geschlossen waren, haben viele Leute online bestellt und bekommen die Rechnung erst in ein paar Wochen. Ich glaube, dass sich da einige übernommen haben könnten.
Dafür habe ich gerade von den Markthändlern gehört, dass die Kunden aktuell viel disziplinierter und geduldiger sind. Wie ist Ihre Erfahrung?
Abdallah: In den Geschäften kann das sein. Aber in der Nachbarschaft habe ich das Gefühl, dass es langsam immer gereizter wird. Gerade mit der Geduld gegenüber den Kindern, die eben nicht nur drin bleiben können, sondern auch mal runter in den Hof müssen, ist es nicht so weit her.