Ludwigshafen „Das macht echt Spaß“

Der Posten am Strahlrohr war bei den Grundschülern beliebt.
Der Posten am Strahlrohr war bei den Grundschülern beliebt.

«Otterstadt.» Einmal kurz Tatütata – dann steht das Feuerwehrauto auf dem Schulhof der Grundschule Otterstadt. Dort ist es vergangenen Donnerstag schon sehnlich von Grundschülern erwartet worden. Die Jugendfeuerwehr stellte an diesem Nachmittag ihre Arbeit vor. Es regnete in Strömen, doch das hat niemanden wirklich gestört.

Ein Truppe der Jugendfeuerwehr springt aus dem Fahrzeug, stellt sich auf und bekommt von Gruppenführer Julian den Einsatzbefehl: Das kleine Haus auf dem Schulhof steht in Flammen und muss gelöscht werden. Normalerweise löschen die Nachwuchsfeuerwehrleute bei ihren Übungen tatsächlich Feuer, aber das Spielhaus hat natürlich keiner angezündet. Die Jugendfeuerwehrleute teilen sich in drei Trupps auf: Der Angriffstrupp läuft mit dem Strahlrohr zum „brennenden Haus“, der Wassertrupp baut die Wasserversorgung auf. Zunächst wird das Wasser aus dem Löschfahrzeug angezapft, dann steht die Leitung zum Hydranten. Der Schlauchtrupp verlegt die Schläuche zum Strahlrohr. Es dauert nicht lang, dann heißt es: „Erstes Rohr Wasser marsch“ – und Lea und Madelaine richten den Wasserstrahl auf das Haus. Matthias Kottwitz, Jugendfeuerwehrwart aus Neuhofen, erklärt den Schülern, die unter dem Dach Schutz vor dem Regen gesucht haben, was gemacht wird. Unterstütz wird er von den Nachwuchsfeuerwehrleuten aus Neuhofen, Waldsee und Otterstadt. Einige Minuten später ist der „Brand“ gelöscht, „Wasser halt“ wird befohlen. Und fast so schnell, wie alles aufgebaut war, ist auch alles wieder verstaut. Nico Pinger, der die Otterstadter Jugendfeuerwehr mit Christopher Geier betreut, hat alles im Blick. Eingreifen muss er nicht. Dann sind die Schüler dran: Beliebt ist der Posten am Strahlrohr und es dauert eine Weile, bis jeder mal Wasser aufs Häuschen spritzen durfte. „Das macht echt Spaß“, sind sich Valeria und Katharina einig, hinter ihnen warten schon ein paar Jungs. Mit dem Informationsnachmittag an der Grundschule möchte die Jugendfeuerwehr die Neugier für die Feuerwehrarbeit wecken, erklärt Michael Jaspers, Wehrleiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rheinauen. Ab zehn Jahren dürfen die Kinder mitmachen. Wechseln sie dann mit 16 Jahren zur aktiven Feuerwehr, haben sie schon viel gelernt. Die Jugendfeuerwehr in Otterstadt wird eigentlich erst Anfang Mai zum Jubiläum der Wehreinheit Otterstadt gegründet, die Waldseer Jugendfeuerwehr erst im August zum Kreisfeuerwehrtag. Doch Kinder und Jugendliche aus beiden Orten üben schon seit Sommer 2017 im Feuerwehrgerätehaus Waldsee. Zuvor haben sie an den Gruppenstunden der Jugendfeuerwehr Neuhofen teilgenommen. Die frühe Förderung trägt Früchte: In Neuhofen stehen sechs Jugendlichen vor dem Übertritt in den aktiven Feuerwehrdienst. Noch Fragen? Interessierte Kinder und Jugendliche können mittwochs, 17.45 Uhr, zum Feuerwehr-Gerätehaus in Otterstadt oder um 18 Uhr zum Gerätehaus in Waldsee kommen.

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