Ludwigshafen „Das ist nicht wirklich Arbeit“
Mutterstadt. Sie ist mittlerweile eine Institution – die Mutterstadter Walderholung. Generationen von Schulkindern haben dort einen Teil ihrer Sommerferien verbracht. Doch der Arbeiterwohlfahrt und dem Jugendtreff, die die Waldferien im Mutterstadter Wald anbieten, fehlen noch Betreuer. Für das Ehrenamt werden Jugendliche ab 18 Jahren gesucht – junge Menschen wie Patrick Harder (21) aus Dannstadt, der im vergangenem Jahr dabei war. Im Gespräch erzählt er von der Arbeit, die eigentlich keine sei, und davon, was Erwachsene von Kindern lernen können.
(lacht) Nein. Da hat sich nichts an meinen Plänen geändert. Es war wirklich eine tolle Erfahrung. Na dann vielleicht nun mehr Kinder? (lacht) Nein, das nun nicht. Es ist weiterhin bei zwei geblieben. Aber das hat noch Zeit. Du bist Gemüsebauer-Geselle, gehst arbeiten, hast also keine ausgedehnten Semesterferien. Trotzdem hast Du Deinen Urlaub mit den Kids verbracht. Warum? Ich habe von Heike Klag vom Mutterstadter Jugendtreff gehört, dass noch Betreuer gesucht werden. Und ich wollte schon immer mal wissen, wie ich so mit Kindern klarkomme. Das hat mich gereizt, Und? Hast Du es Dir so vorgestellt? Es war überraschend angenehm und hat echt viel Spaß gemacht. Klar, war es auch mal nervig. Aber das mehr im positiven Sinn. Ist es schwierig, in Zeiten von Computerspielen, Tablets und Video-Streaming die Kinder im Wald bei Laune zu halten? Nein, überhaupt nicht. Kinder brauchen eigentlich nicht viel. Ball-, Brett- oder Kartenspiel sind immer noch beliebt, genauso wie basteln. Außerdem ist es ja im Wald, die Kinder haben sich da toll beschäftigten können. Was waren Deine Aufgaben als Betreuer? Der Tag begann gegen 8.30 Uhr, etwa eine halbe Stunde bevor die Kinder gebracht wurden. Dann haben wir die Tische und Spielgeräte aufgebaut. Jeder Betreuer ist für acht bis zehn Kinder zuständig, man beschäftigt sich aber mit allen, spielt oder geht mit ihnen schwimmen. Nur bei den Mahlzeiten isst man zusammen mit seinen Kindern. Die Betreuer essen übrigens kostenlos mit. Am Nachmittag wird wieder eingeräumt und sauber gemacht, meist war gegen 16 Uhr Feierabend. Aber ehrlich, wirklich Arbeit war das nicht, das ist mehr Spaß. Eine letzte Frage: Was hast Du für Dich mitgenommen? Kinder sind so frei von Vorbehalten oder Vorurteilen. Sie haben sich fast alle nicht gekannt, aber es hat keine Stunde gedauert, und sie haben miteinander gespielt, als würden sie sich schon ewig kennen. Es war auch total egal, dass manche Kinder noch nicht so gut Deutsch konnten, denn es waren ja auch Flüchtlingskinder dabei. Ich wurde sehr daran zurückerinnert, wie offen auch ich als Kind mal war. Und es war toll, wie dankbar die Kinder sind, wenn man mit ihnen Zeit verbringt, wenn sie dann zu einem aufschauen, wie zu einem großen Bruder. Noch heute freuen sich die Kinder, wenn ich sie zufällig im Ort treffe. Das ist toll. Wer möchte mitmachen? Gesucht werden Betreuer für die Zeit vom 3. bis 28. Juli, die 18 Jahre alt sind. Die Betreuung ist ein anerkanntes Praktikum für Erzieher und Sozialassistenten in Ausbildung. Bewerbung an: Jugendtreff Mutterstadt, Ludwigshafener Straße 3, 67112 Mutterstadt, oder per E-Mail an juzmu@gmx.de; Infos unter Telefon: 06234/ 946417. Ebenso werden für die Zeit noch Küchenhelfer gegen geringe Bezahlung gesucht. Interessierte sollten 18 Jahre alt sein und können sich unter der Telefonnummer 06234/2640 oder 7861 melden. | Interview: Doreen Reber