Handball
Damen der TSG Haßloch entscheiden Oberliga-Derby bei VTV Mundenheim für sich
„Hier regiert die TSG“: Die Handballerinnen aus Haßloch feierten ausgelassen mit den mitgereisten Anhängern. Es waren ungewohnte Klänge für die VTV-Damen, die bisher gerade vor eigenem Publikum so starke Leistungen gezeigt hatten, unter anderem gegen die Spitzenmannschaften Hunsrück und Bodenheim punkteten. Und auch im Lokalderby legten die Gastgeberinnen gut los. Ordentliche Abwehr, schnelles Umschalten, leichte Tore – nach zehn Minuten führten die VTV mit 6:1 und alles deutete eher auf einen Kantersieg als auf ein Comeback der Gäste hin.
Von der TSG, die von Lucie Krein und Benedikt Hettich gecoacht wurden, weil Robin Eisel und Philipp Rogawski verhindert waren, kam die frühe Auszeit und in der Folge ein komplett anderes Spiel. Nach dem 7:2 (12.) hatte sich Haßloch gefangen, lag neun Minuten später selbst mit 10:7 (21.) in Führung. Marlena Schilling, mit sechs Treffern auch erfolgreichste TSG-Schützin, hatte getroffen.
VTV-Außen treffen nicht wie erhofft
Entsprechend unterschiedlich fiel das Fazit der Trainer aus: „Wir haben nur zehn Minuten lang so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, haderte Thorsten Engert für die VTV. „Ab der zehnten Minute haben wir so gespielt, wie wir das von Anfang an wollten“, sagte hingegen Krein, die sich mit Hettich die Verantwortung teilte. Wesentlich beherzter wurden nun die Lücken in der Abwehr geschlossen, die zuvor vor allem im Zentrum noch da waren. Und weil die Außenspielerinnen der VTV Lena Bringsken und Jaqueline Tines nicht auf die erhoffte Trefferquote kamen, zog Haßloch zunächst davon.
Immerhin: Kurz loderte der Mundenheimer Kampfgeist noch einmal auf, trafen Sandra Reis, und Esther Adam (2) zum 10:10-Ausgleich. Aber das 11:11 (27.) von Annalena Scheib war der letzte Lichtblick für die Gastgeber. Anouk Liv Hagedorn, die bei ihrer Rückkehr ins Schulzentrum von der Siebenmeterlinie ohne Fehlwurf blieb, und Flora Schilling per Gegenstoß schossen bis zur Pause wieder ein 11:13 heraus – diesen Vorsprung baute Haßloch nach dem Seitenwechsel Zug um Zug aus.
Nur Haßloch zeigt Derbyqualitäten
Beim 13:14 gelang Marlen Wehr per Siebenmeter ein letztes Mal der Anschluss (34.), beim 15:20 (47.) durch Jessica Glaser war das Spiel praktisch entschieden. Offensichtlich auch für den bis dahin feierfreudigen Anhang der Mundenheimer, der verbal deutlich über die Stränge schlug, eine kurze Rudelbildung am Spielfeldrand verursachte.
Auf dem Feld blieb es hingegen friedlich, was möglicherweise an den eindeutigen Kräfteverhältnissen lag, bei dem nur eine von beiden Mannschaften Derbyqualitäten zeigte. Entsprechend groß die Enttäuschung bei den Mundenheimerinnen, die zwar zwei kurzfristig erkrankte Ausfälle zu beklagen hatten, als Entschuldigung wollte Engert das aber nicht verstanden wissen. „Wir hatten trotzdem noch eine schlagkräftige Truppe beisammen.
Auf der anderen Seite jubelte Lucie Krein: „Wir haben auch in den letzten Spielen guten Kampfgeist gezeigt und Rückstände aufgeholt, aber heute haben wir uns endlich einmal belohnt und es bis zum Ende durchgezogen.“ Einen kleinen Seitenhieb konnte sie sich dabei mit einem Lachen nicht verkneifen: „Und so eine Leistung ausgerechnet in einem Spiel, in dem gleich beide Trainer gefehlt haben.“