Ludwigshafen Computerpanne legt BASF-Logistik lahm
Wegen einer Computerpanne ist es am Donnerstag bei der BASF zu Problemen im Logistikbereich gekommen. Wie der Konzern mitteilte, waren das Hochregallager im Werksteil Nord und der interne Güterbahnverkehr betroffen. Die Ursache für die Netzwerkprobleme wird noch ermittelt. Zu Verkehrsproblemen außerhalb des Werks ist es nicht gekommen.
Die IT-Probleme führten zu Ausfällen bei der vollautomatischen Steuerung des Hochregallagers. In dem Gebäude mit einer Lagerkapazität von 125.000 Paletten werden verpackte chemische Produkte umgeschlagen, gelagert und versendet. Um Staus von an- und abfahrenden Lastwagen an den Werkstoren 11 und 15 zu vermeiden, wurde der entsprechende Schwerlastverkehr auf einen Ausweichparkplatz an der BASF-Kläranlage umgeleitet. Dort wurden die Lkw gruppenweise von Mitarbeitern per Hand abgefertigt, erläuterte ein BASF-Sprecher. Betroffen gewesen sei etwa zehn Prozent des täglichen Lkw-Verkehrs ins Werk. Das entspricht etwa 200 Lastwagen, die nur verzögert abgefertigt werden konnten. Die Probleme waren bis zum Abend noch nicht behoben. „Wie lange es dauert, bis die technische Störung behoben werden kann, steht noch nicht fest“, sagte der Konzern-Sprecher. Bis zum Nachmittag lief der Güterbahnverkehr im Werk wieder normal. Die Zusammenstellung der Güterzüge, die Rohstoffe für die Produktionsbetriebe anliefern, erfolgt ebenfalls per Computer. Auch diese Programme zur Be- und Entladung der Züge waren gestört. Es dauerte nach BASF-Angaben mehrere Stunden, bis die Panne behoben werden konnte. Personenzüge seien nicht betroffen gewesen. „Auch der Warenverkehr ist nicht schwerwiegend beeinträchtigt worden“, sagte ein BASF-Sprecher. Die Polizei bestätigte, dass es wegen der Logistikprobleme bei der BASF zu keinen Verkehrsproblemen im Stadtgebiet kam. Bei einer Computerpanne vor einem Jahr sah dies anders aus: Am 19. Juli 2016 fiel die komplette Lkw-Abfertigung aus. Die Folge waren kilometerlange Staus rund um das Güterverkehrszentrum und auf den Fernstraßen im Ludwigshafener Norden. Damals sorgte eine defekte Netzwerkkomponente für weltweite Beeinträchtigungen bei der BASF. Am Donnerstag war nur das Stammwerk in Ludwigshafen betroffen. Was die Panne auslöste, wird noch ermittelt. Der Konzern geht bisher nicht von einem Hackerangriff aus.