Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Bunt statt grau: Jugendliche gestalten das Comeniuszentrum neu

Die jugendlichen Künstler vor einem ihrer zwölf Werke.
Die jugendlichen Künstler vor einem ihrer zwölf Werke.

Das Comeniuszentrum in Oggersheim-West präsentiert sich nun bunt statt grau. Unter der künstlerischen Anleitung der Agentur „Sprühliebe“ gestalteten acht Jungen und Mädchen die Wände neu. Beigeordnete Beate Steeg (SPD) zeigte sich vom Ergebnis des Graffiti-Workshops begeistert: „Dafür gibt es ein dickes, fettes Dankeschön!“

Eine Woche lang wirkten die Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren mit den Spraydosen am Gemeindezentrum. „Das funktioniert so ein kleines bisschen wie bei ,Malen nach Zahlen’“, meinte der künstlerische Projektleiter Marcel Veneman lachend. Man habe gemeinsam Motive und Ideen erarbeitet, die vom Team der „Sprühliebe“ dann auf die Wände skizziert und von den Workshopteilnehmern ausgemalt wurden. „Ich habe den Werken im Anschluss noch den letzten Schliff gegeben“, so Veneman. Das sei die übliche Vorgehensweise, die aus den ersten Sprühversuchen von Jugendlichen am Ende echte kleine Kunstwerke mache.

Kunstwerke, die oft einen längeren Blick lohnen. „Wenn man sich eine Weile davor stellt, überlegt man sich, was der Schriftzug bedeuten könnte“, erklärte Quartiermanager Reimar Seid den Ansatz und verwies auf die schwungvollen Buchstaben am Eingang seines Büros, die sich erst auf den zweiten, dritten oder vierten Blick als „Toleranz“ offenbaren. Überhaupt ging es beim Workshop um weit mehr als bunte Bilder. „Hier werden christliche, aber auch politische Botschaften verbreitet“, lobte Steeg.

Strenge Hygienevorgaben

„Wir sind alle Bürger einer Welt“, wird der tschechische Theologe und Philosoph Johann Amos Comenius zitiert. Das Konterfei des Bischofs ziert die Wand gegenüber. „Und Wände gibt es hier ja wirklich genug“, scherzte Beigeordnete Steeg, die froh über die neue Farbgebung ist. „Der Betonstil wird damit zeitgemäß gestaltet.“ Und Spaß hatten die jungen Künstler außerdem. „Ich habe davor noch nie mit Farbe gesprüht, aber jetzt kann ich mir vorstellen, dass ich damit weiter mache“, erklärte der 15-jährige Erik. Er war über die Gemeindediakonie auf das Ferienprojekt aufmerksam geworden.

„Wir hätten gerne mehr Jugendliche aufgenommen, mussten es aber bei acht Plätzen belassen“, bedauerte Reimar Seid. Die Hygienevorgaben vor allem in den Innenräumen bei der Ausarbeitung der Ideen und dem gemeinsamen Mittagessen hätten die Begrenzung notwendig gemacht. „Es ging nach dem Eingang der Anmeldung“, erläuterte Veneman.

Ende August wieder ein Workshop

Die acht Künstler waren tatsächlich mit Feuereifer bei der Sache. „Von mir sind da vorne die beiden gelben Figuren und die in Lila“, deutete die zwölfjährige Rinaz auf die bunten Köpfe einer Wand. „Wir haben immer alle gemeinsam an einer Stelle gearbeitet“, ergänzte die gleichaltrige Helena. Und das ganz offensichtlich sehr harmonisch. „Ursprünglich waren sieben einzelne Gemälde angedacht, aber dann lief es in dieser Woche so gut, dass es am Ende zwölf geworden sind“, lobte Marcel Veneman.

Es werden nicht die letzten Bilder dieser Art in Ludwigshafen sein. So hat die Malteser-Integrationshilfe als Initiator des Projekts bereits weitere Wände ins Visier genommen. Am 27./28. August gibt es einen weiteren Workshop mit den „Sprühliebe“-Künstlern im Bürgertreff West in der Valentin-Bauer-Straße für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Weitere Infos und Anmeldung bei Koordinatorin Claudia Sauerborn unter claudia.sauerborn@malteser.org.

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