Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

Es ist einfach schön zu sehen, dass manche Menschen ihre Berufung schon im Kindesalter erkennen. Da ich selbst in Heidelberg aufgewachsen bin, erinnere ich mich an eine Begegnung mit Gordian, wo er uns – eine Gruppe von zirka Zehnjährigen – dazu brachte, eine Kriegsszene zu spielen, die er mit einer Kamera einfing. Hierbei hatten wir großes Glück, dass das Feuer des angezündeten Grases sich nicht ausbreitete. Wahrscheinlich ist mir es deshalb so gut in Erinnerung geblieben, da meine neue Cordhose am unteren Rand angesengt war und meine Eltern nicht begeistert waren. Das Ergebnis seines Schaffens habe ich damals nicht gesehen, aber schön, dass er seiner Leidenschaft treu geblieben ist. Große Achtung vor der BASF, sich an der Sanierung der Sondermülldeponie in Maudach zu beteiligen, obwohl die Befüllung der Deponie den damaligen Gesetzen entsprochen hat. Es wäre schön, wenn auch die Raschig GmbH zu ihrer Verantwortung stehen würde. Mein Opa hat mir immer erzählt, was sie damals alles so in das Gelände Richtung Feuerwehr gekippt haben. Als die Deponie dort voll war, haben sie das Gelände plattgemacht, und seitdem wird das spitze Grundstück nicht genutzt… Eigentlich wäre diese zentrale und große Fläche doch ideal für das neue Polizeipräsidium. Die Raschig GmbH wird das Gelände eh nie bebauen und zuguterletzt übernimmt es die Stadt und wir Steuerzahler müssen die Sanierung bezahlen. Dann doch lieber jetzt für die Polizei bebauen und Raschig an der Sanierung beteiligen. Nicht nur in der Gemeinde Schifferstadt wird jahrelang vonseiten der Stadtverwaltung wilde Bebauung im Umland geduldet, die dann immer größeren Wildwuchs annimmt. Auf meinen regelmäßigen Spaziergängen mit meinen Hunden sehe ich schon seit Jahren noch größere Versäumnisse einzelner Gemeinden. Mehrere Hausbesitzer, deren Gärten in Neuhofen an den Rehbachwanderweg im Bereich der Schule grenzen, haben sich einfach zirka fünf Meter auf der ganzen Breite dazu genommen, erst bepflanzt und dann sogar eingezäunt. Man sieht das schon gar nicht mehr richtig, und niemand von der Gemeindeverwaltung tut etwas dagegen. Auch in Limburgerhof sehe ich solch einen Land-Diebstahl. Am Wanderweg am Naturschutzgebiet bei der Schule Richtung Rehhütte haben sich auch schon seit Jahren mehrere Anwohner große Teile des ursprünglichen Weges einverleibt. Teils durch Pflanzungen, aber auch teils durch Zäune wird der Allgemeinheit der Zugang entzogen. Auch hier tut die Gemeinde nichts. Vielleicht muss man einfach nur die richtigen Leute kennen. Deshalb großen Respekt vor der grünen Stadtverwaltung in Schifferstadt, endlich was dagegen zu tun und nicht nachträglich zu genehmigen. In gewisser Weise haben Sie nicht ganz Unrecht mit Ihrem Appell an die jeweiligen Vermieter und Hausbesitzer. Einige davon leben mittlerweile in schöneren Teilen der Pfalz (Landkreis, Weinstraße) oder auch Mannheim/Heidelberg, und es ist diesen Leuten piepegal, an wen sie vermieten. Hauptsache, die Kohle stimmt. Sie wohnen ja nicht in diesem gebeutelten Viertel. Obendrein lassen sie sich von den neuen Mietern gleich noch den ganzen Laden neu renovieren. Die andere Seite ist aber folgende: Letztendlich vergibt allein die Stadtverwaltung Ludwigshafen die Konzessionen – Erlebnis, eine Gaststätte führen zu dürfen – und dies auch wieder für gutes Geld! Vor einiger Zeit musste man hierzu noch einen Eignungstest ablegen, ob man überhaupt geeignet ist, eine Gaststätte zu betreiben. Heute scheint es das nicht mehr zu geben. Frei nach dem Motto: Wer will, der kann – jeder mache, was er will. Wo bleiben entsprechende Gaststättenkontrollen? Nach Vergabe der Konzessionen kümmern sich die zuständigen Behörden wenig darum, was sich in dieser kurzen Meile zwischen großem und kleinem Kreuz täglich so abspielt. Sieben Kneipen, und jetzt soll, wie man hört, noch eine Spielhölle dazukommen. Dies ist für die noch im Umkreis lebenden Bürger nicht mehr zumutbar. Und wie muss ich mir eigentlich die in Ihrem Artikel angeführten gesetzlichen Rahmenbedingungen vorstellen? Und warum lässt die Stadt ihren einst beliebten Stadtteil so verkommt? Nun ja, auch diese Leute, die solche Konzessionen an Jedermann erteilen, wohnen ja auch nicht in dem Bereich der „bedauernswerten Zustände“.