Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

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Ich möchte Danke sagen, Frau Rhodes, dass Sie Schülern von Ihrer Mutter erzählt haben – und der RHEINPFALZ für den Artikel. Ergänzend möchte ich von meinem verstorbenen Freund Werner Blumenthal berichten, der 1938 auch mit einem Kindertransport 14-jährig nach England kam. Als der Krieg ausbrach wurde er als „feindlicher Ausländer“ in ein Internierungslager nach Kanada geschickt – gemeinsam mit politischen Flüchtlingen, aber auch mit deutschen Nazis, die in England gestrandet waren. Das Lager hat er nur dank Unterstützung der Antifaschisten überstanden. Nach dem Krieg kam er nach Deutschland zurück „um ein besseres Land aufzubauen“. Ich glaube, das ist ihm gemeinsam mit vielen gelungen … Das tut mir sehr leid, dass sich Frau Osnato in unserem schönen Mutterstadt nicht mehr so ganz wohlfühlt. Die Einwanderer, von denen sie spricht, die jetzt in den Häusern am Schwimmbad leben, können sich bestimmt gut in ihre Situation versetzen. Diese Leute haben sich auch nicht ganz wohlgefühlt in ihrer Heimat. Der Grund, weshalb sich diese Leute unwohl fühlten, war natürlich nicht so gravierend wie der, über den Frau Osnato nicht viel Gutes denkt. Da waren es nur Bomben, Folter und Terroristen. Für Frau Osnato gibt es aber eine Lösung. Zur ihrer nächsten Fahrradtour laden Herr und Frau Osnato zwei Asylsuchende aus den Häusern draußen am Schwimmbad mit ihren Fahrrädern ein und machen sich zu viert auf den Weg nach Mannheim, Speyer und Heidelberg. Dadurch lernen die Fremden die deutschen Städte, die deutschen Verkehrsregeln, die deutschen Gepflogenheiten, die deutsche Kultur und so weiter kennen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich Muslime auch einen Dom ansehen und beeindruckt sind. Und das Ehepaar Osnato merkt vielleicht: Ach, das sind ja Menschen und fühlen sich vielleicht auch nicht mehr so unwohl. Es könnte noch passieren, dass die Gäste dem Ehepaar unbedingt als Dank einen Kaffee spendieren wollen. Vielleicht wäre Frau Osnato dann ein bisschen beschämt und würde sich für kurze Zeit wieder nicht so ganz wohlfühlen. Auch ich hoffe, dass es friedlich bleibt und jeder ein bisschen dazu beiträgt. Von allen Mutterstadtern wünsche ich mir, dass sie nur Dinge weiter erzählen, die sie wirklich selbst gesehen haben und nicht jeden Mist glauben. Vor einiger Zeit erwarteten wir den Besuch einer 83-jährigen Dame, die bei uns übernachten wollte. Damit sie einen sicheren Parkplatz vor unserem Haus hat, stand unser Pkw bereit wegzufahren, wenn sie käme. Als sie klingelte, lief ich ihr sofort entgegen aus unserer Wohnung im vierten Stock. Sie hatte vier Häuser daneben einen Parkplatz gefunden, brauchte nicht umzuparken, aber ich kam zu ihr, um mitgebrachtes Bettzeug zu tragen. Außerdem wollte ich eine Gästekarte unseres Anwohnerparkausweises ins Auto legen. Das war nicht mehr möglich, weil ihr schon zwei Politessen blitzschnell einen Strafzettel ans angekommene Fahrzeug geheftet hatten. Ich wollte mit den Damen reden, die hörten mir wohl nicht richtig zu, sagten nur bestimmt, dass der Fahrzeughalter mit Heidelberger Kennzeichen bezahlen müsse. Ich schrieb an das Straßenverkehrsamt, später, als der Zahlungsbescheid kam, nochmals mit Widerspruch. Als die Dame nach einer knappen Woche zehn Euro Strafe bezahlte, um Nachteile zu vermeiden, wurde das als Schuldeingeständnis bewertet und mein Widerspruch nicht bearbeitet. Dagegen protestierte ich. In unserem Briefwechsel redeten wir aneinander vorbei. Es wurde argumentiert, dass die Straßenverkehrsordnung festlege, dass eine Parkscheibe gelegt werden müsse, bis eine Gästekarte ins Auto gelegt wird. Ich vertrat die Ansicht, dass nicht alles recht ist, was rechtens zu sein scheint, dass ein Legen der Gästekarte nach fünf Minuten keine Strafmaßnahme erfordere, dass hier guter Glaube, Anstand oder gute Erziehung mit Füßen getreten werden. Ich will nichts behaupten, kann mir aber den Eindruck nicht verwehren, dass es eine Rolle gespielt hat, dass das Fahrzeug von der anderen Rheinseite gekommen ist. Mein Protestschreiben an den Vorgesetzten der Politesse wurde schließlich wegen dessen Urlaubsabwesenheit von der Bereichsleiterin Heller-Andor beantwortet. Sie gab schließlich an, ausnahmsweise das Verwarnungsgeld zurückzuerstatten, wenn bis 29. April 2016 meine Gästekarte des Anwohnerparkausweises vorgelegt werden würde. Am 22. April wurde die Gästekarte in den dortigen Briefkasten geworfen, bis heute, gut fünf Wochen später hat die Dame nicht ihr Geld zurückerhalten. Als Mensch mit humanistischer Bildung stelle ich als Ludwigshafener enttäuscht fest, dass in meiner Stadt ein paar Leute, die etwas zu sagen haben, charakterlich sehr arm sind. Das Festival des deutschen Films wirbt in seinem Programmheft mit dem Slogan „Schluss mit den Schlangen an den Vorverkaufskassen“. Gegen 13.45 Uhr war ich zwecks Kartenvorverkauf im Wilhelm-Hack-Museum. Die Warteschlange, die ich dort antraf, war unermesslich lang. Es ging überhaupt nicht voran. Nachdem ich mich zirka 30 Minuten lang nicht vom Fleck bewegt hatte, bin ich ohne Karten gegangen, da ich keinen Strafzettel wegen Überschreitung der Parkdauer riskieren wollte. Mit den umstehenden Wartenden kam man dann so ins Gespräch und konnte in Erfahrung bringen, dass die Onlinereservierung gar nicht funktionierte und dass die Leute, die über das Internet buchen wollten, auch noch in der Warteschlange standen. Es musste wohl mit einer Wartezeit zwischen zwei bis drei Stunden gerechnet werde. Dies ist völlig inakzeptabel. In der Rhein-Galerie muss laut Aussage von Wartenden sich das gleiche Szenario abgespielt haben, da von dort Käufer in das Museum kamen, da sie dachten, es ginge hier schneller. Weit gefehlt. Als ich das Museum verlassen habe, war wohl noch ein dritter Schalter eröffnet, aber anscheinend hat das auch nicht viel genützt, denn die Warteschlange hat sich nicht bewegt. Was bei der Onlinebestellung auch nicht nachzuvollziehen ist: dass man mit dem PDF-Ausdruck nicht direkt ins Kino kann, sondern sich erst im Kassenbereich des Festivals das entsprechende Filmticket ausdrucken muss. Wo bitte ist denn da die Vereinfachung? Dies finde ich mehr als umständlich, da jeder Bahnreisende, der seine Fahrkarte im Internet bucht, mit dem entsprechenden PC-Ausdruck seine Reise antreten kann. Nach Auskunft hieß es, dass die Techniker dabei seien, das Onlineproblem zu lösen und die Vorverkaufsstellen personell verstärkt würden. Am Samstag, 28. Mai, war ich dann an der Vorverkaufsstelle am Paradeplatz in Mannheim. Um so mehr erstaunt war ich, als dann nur ein Schalter (von zwei) geöffnet war, zumal laut telefonischer Auskunft die Vorverkaufsstellen verstärkt würden. Es ist mir einfach rätselhaft, warum so groß Werbung für das Filmfestival gemacht wird und dann der Kartenvorverkauf so mager organisiert ist (…). Eine Dame aus Heidelberg, die mit mir vor der Vorverkaufsstelle wartete, musste extra aus Heidelberg nach Mannheim fahren, da es in Heidelberg keine entsprechende Vorverkaufsstelle gibt. Die telefonische Reservierung wurde eingestellt, mit der Begründung, dass zahlreiche Besucher ihre Reservierungen dann doch nicht abgeholt haben. Warum geht man nicht her, bietet diese telefonische Reservierung wieder an und teilt den Leuten mit, dass die Karten bis zwei Tage vor Filmbeginn abgeholt werden müssen oder man schickt sie gegen eine Gebühr inklusive Bezahlung der Karten in Vorauskasse zu, so wie das auch bei der Reservierung von Theaterkarten üblich ist? Ansonsten gehen die Karten in den freien Verkauf. Jedenfalls ging diese Organisation des Kartenvorverkaufs gründlich daneben und muss unbedingt bis nächstes Jahr überarbeitet werden, denn es wirft auf das so gut organisierte Festival ein schlechtes Bild. Vor unseren Zimmerfenstern sollen schöne große Bäume weichen und dafür zwölf Garagen erstellt werden. Ein Trost: Die Dächer der Garagen sollen begrünt sein. Wie idyllisch. Unser Ortsvorsteher Günther Henkel hat in einem Interview in der „RHEINPFALZ“ dazu Stellung bezogen. Sein Kotau vor der BASF ist ihm mit einer perfekten Bauchlandung gelungen. Aber er ist ja auch nicht betroffen, er wohnt nicht im Aschantidorf. Bei der Planung des BASF-Wohnungsunternehmens wird der Eindruck erweckt, dass dieses Vorhaben aufgrund von Mieternachfragen erfolgt. Ist das so? Gibt es keinen kommerziellen Hintergrund? Auf die betroffenen Mieter im Aschantidorf wird da keine Rücksicht genommen. Nachdem der erste Plan des BASF-Wohnungsunternehmens verworfen wurde, gibt es nun den zweiten Plan. Dazu ein Liedvers von Bert Brecht: „Ja mach mir einen Plan, sei nur ein großes Licht und mach dann noch nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht“. Anmerkung d. Redaktion: Die BASF hat mehrfach erklärt, dass für die neuen Garagen kein Baum gefällt werde. Für Sträucher, die weichen müssten, seien Nachpflanzungen vorgesehen.

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