Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

Die Filmfestspiele beginnen in Ludwigshafen, das einzige Event in unserer Stadt, dass bundesweit positiv zur Kenntnis genommen wird. Wie Kai aus der Kiste erwachen auf, in und um die Parkinsel herum die miesepetrigen Zeitgenossen, die falsch aufgestellte Schilder, nicht funktionsfähige Aufzüge in Bahnhof Mitte (Sache der Deutschen Bahn), Fußballübertragung und vieles andere mehr dem Festival zuordnen und Besserung erwarten. Wahrscheinlich werden die gleichen Jammerlappen Regenwetter oder Hitze, Hagel und Sturm auch dort ansiedeln. Das Gemeckere für die langen Schlangen beim Vorverkauf steht sicherlich die nächste Woche an. Liebe Zeitgenossen, freut Euch doch mit allen begeisterten Cineasten auf dieses Ereignis, um das uns viele sehr beneiden. Ich danke allen Sponsoren, dem Festivalteam und den vielen Helfern heute schon für wunderschöne Tage und Abende auf der Insel. Das schönste Festival Deutschlands möge beginnen. Ich bin dabei! Die Autoren verwenden das Wort Pflanzengift. Wer die diesbezügliche Debatte verfolgt, kann feststellen, dass es sich hier um Ideologiefragen handelt. Um wissenschaftlich-toxikologische Fakten scheinen sich offensichtlich nur wenige zu kümmern, falls sie es denn könnten. Wenn dann noch dazu ein „Kampfwort“ wie Pflanzengift verwendet wird, dann drängen sich dem Leser Zweifel auf, ob es sich um eine sachliche Berichterstattung handelt. Durch solche Wortwahl wird schlicht eine Vorverurteilung vorgenommen. Es geht hier schlicht um Medikamente. Solche gibt es für Pflanzen, Tiere und Menschen. Ich habe in Ihrer Zeitung nie von „Menschen- oder Tiergiften“ gelesen, wenn ein Thema über Pharmazeutika anstand. Bei Antibiotika im Humanbereich werden auch Mikroben getötet, so wie es sich im Agrarbereich in diesem Fall um Schadpflanzen handelt, die das Wachstum der Ertragskultur behindern und deshalb aus dem Bestand herausgenommen werden müssen. Das tut man unter Umständen mit „Pflanzenmedikamenten“ wie in diesem Fall mit Glyphosat. Wenn heute von Demokratiegegnern hier und dort von „Lügenpresse“ geschrieen/geschrieben wird, so sollten die Redaktionen wachsam sein mit Artikeln wie diesem. Diese Leserbriefe spiegeln das Niveau der „Argumentation“ der „Linken“ in der Stadtratssitzung vom 21. April wider: Beschimpfung derer, die der Bürgermeisterin und ihrem Prestigeobjekt „Ochsen“ die sofortige Zustimmung verweigern. Als Nein-Sager, destruktiv, verantwortungslos, rechtsideologisch, hämisch und so weiter wird die „geschlossene Rechte“ verunglimpft. Auch in den Zeitungsartikeln vermisst man eine Auseinandersetzung mit den Argumenten der Opposition aus CDU, UWG und Alfa. Zurück zu den Leserbriefen: Frau Bug hat in einem Recht. Der Stadtrat trägt sehr wohl Verantwortung – die Verwaltung aber auch! Das heißt: Die Verwaltung kann nicht ohne belastbare Zahlen zu den voraussichtlichen Kosten für Bau und Unterhalt die Zustimmung zu einem Vorschlag mit nicht absehbaren Folgen erwarten. Will sie (die Bürgermeisterin) konkrete Zahlen gar nicht? Bezahlen Sie als Privatmann/frau einen Architekten für die Detailplanung eines Hauses, für das Sie das notwendige Geld nicht haben und dessen Kosten Sie nicht abschätzen können? Vertrauen Sie dabei auf nicht bezifferbare Zuschüsse Ihrer Freunde? Das tun die Verwaltung und die sie tragenden Mitglieder des Stadtrats – es handelt sich ja „nur“ um Gelder, beziehungsweise Schulden von Schifferstadt, die uns „voranbringen“. Ist das der „Mut zur Zukunft“? (…) Zur Planung einer „sozialen Begegnungsstätte“, die der „Ochsen“ werden soll, gehören auch Zahlen zu den Unterhaltskosten. Auf Ehrenamtliche, wie bei den Kirchengemeinden muss die Stadt ja wohl verzichten. Die übrigen Orte der Begegnung in Schifferstadt, wie die drei Kirchengemeindezentren, die Adlerstube, das Haus der Vereine und die zahlreichen Vereinshäuser und Gaststätten, die auch preiswerte Mittagessen anbieten, bekommen von Steuergeldern finanzierte Konkurrenz. Müssen dafür nicht auf Dauer Zuschüsse zu diesen nichtstädtischen Gebäuden gestrichen werden? Ist das alles im Sinne verantwortungsvoller Bürger? Sind deren Vertreter dazu da, ein ehrgeiziges Projekt einer volksnahen Bürgermeisterin abzunicken? Die Leserbriefe vom 2. Mai gehen in diese Richtung. Der ausgefeilten Propagandataktik für das Projekt „Ochsen“ steht die verantwortungsvolle Grundhaltung gegenüber, den Kostenrahmen und die in Aussicht gestellten Zuschüsse für das Vorhaben abzuschätzen und den Bürgern offenzulegen. Die Verwaltung mit ihrem Bauamt müsste dazu fähig sein. Im Übrigen forderten die beschimpften Stadträte diese Fakten nicht erst in dieser Sitzung. Immerhin war es auch die eindeutige Mehrheit von gewählten Bürgervertretern, die sich dieser Einschätzung anschlossen. Deshalb sollten Leserbriefschreiber nicht von „billiger Verhinderungspolemik“ sprechen. In welcher Stadt in Afrika leben wir eigentlich, dass kaum ein Monat vergeht, in dem in Ludwigshafen nicht irgendwo der Strom ausfällt? Ich kenne keine Stadt, in der das so häufig passiert wie in Ludwigshafen. Und warum werden immer gleich ganze Stadtteile dunkel und nicht einzelne Nachbarschaften? Jedes Haus ist wohl besser abgesichert, als es die Leitungen der TWL sind. Und dass bei einem so großen Ausfall, wie am vergangenen Samstag, nicht mal die Ursache gefunden werden kann, ist schier unglaublich. Den Knall dieses Kurzschlusses hätte man in ganz Ludwigshafen hören müssen, denn es kann ja keine kleine Leitung getroffen haben. Und wie eine (nichtleitende) Plastikfolie der angebliche Grund gewesen sein soll, ist mir auch unklar. Was hat denn den Strom wieder eingeschaltet, ohne die Ursache für den Ausfall zu kennen? Wer hat die Folie aus der Leitung geholt und hat davon nicht berichtet? Und wieder die Frage: Warum fällt in Ludwigshafen so oft der Strom aus? Beim Lesen dieses Artikels fällt mir ein Witz ein, der wohl aus den 1970er-Jahren stammt. Darin erklärt ein Mann einem Bekannten, weshalb er fortzieht: „Als ich geboren wurde, stand auf Schwulsein die Todesstrafe. Als ich erwachsen war, gab es nur noch Gefängnis dafür. Jetzt wird es erlaubt. Ich wandere aus, bevor es noch Pflicht wird.“ Hier kann man erkennen, wie schnell aus einem Witz, der etwas Groteskes aufzeigen will, Realität werden kann. Die Veranstalter dieser Aktion verfolgen offenbar das Ziel, Menschen an den Rand der Gesellschaft zu drängen, die zu Homosexualität keine positive Einstellung haben. Da wird sie also erkennbar, die „Pflicht“. Zeitgeschichtlich ist dies ein überaus bemerkenswertes Phänomen.