Ludwigshafen Brüssel näherkommen

„Europa ist nicht selbstverständlich“: Jutta Steinruck übergibt die Plakette an Nils Sackmann, Schulleiter Wolfgang Stutzmann un
»Europa ist nicht selbstverständlich«: Jutta Steinruck übergibt die Plakette an Nils Sackmann, Schulleiter Wolfgang Stutzmann und Michael Folta (von links).

Europa erlebbar und begreifbar machen – das will die Berufsbildende Schule (BBS) Wirtschaft I in Süd. Seit gestern ist die Schule Botschafterschule für das Europäische Parlament. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) hat in einer Feierstunde die Plakette überreicht und gleichzeitig acht Juniorbotschafter ausgezeichnet.

Europa ist nicht selbstverständlich, sondern wurde hart erarbeitet“, betonte Jutta Steinruck in ihrer Ansprache. Außerdem müsse daran ständig weitergearbeitet werden. Es sei ihr ein großes Anliegen, jungen Menschen dieses Bewusstsein zu vermitteln. „Europa ist die Zukunft ihrer Arbeitsplätze, denn ohne den EU-Binnenmarkt hätten wir etwa ein Drittel weniger Arbeitsplätze in Deutschland“, sagte die Oberbürgermeisterin. Europa sei außerdem nicht weit weg, sondern unmittelbar vor Ort – und das sei es, was die Menschen leben müssten. Vor über einem Jahr hatte sie daher – damals noch EU-Abgeordnete – die BBS Wirtschaft I für das Projekt Botschafterschule vorgeschlagen. Dieses wurde vom Europäischen Parlament initiiert und dient dazu, ein europaweites Netzwerk zwischen Schulen aufzubauen. Ziel ist, das Bewusstsein für Europa und für das Parlament zu stärken. Die europäische Idee soll dabei von Schülern vermittelt werden. Bisher gibt es in Deutschland 55 Botschafterschulen. Um die Auszeichnung zu erlangen, haben die Lehrer Michael Folta und Nils Sackmann als Seniorbotschafter eine EU-Arbeitsgemeinschaft mit Juniorbotschaftern ins Leben gerufen. Um ihren Mitschülern den europäischen Gedanken näher zu bringen, bauten die acht Elft- und Zwölftklässler zusammen mit ihren Lehrern einen EU-Infopoint mit aktuellen Infos zu europäischen Themen auf. Außerdem veranstalten sie regelmäßig ein EU-Quiz und organisierten im Mai einen Europatag. Für dieses Engagement erhielten die acht Juniorbotschafter von Jutta Steinruck gestern ein Zertifikat. „Ich bin ein Teil von Europa“, begründet Alya Burkard ihr Engagement als Junior-Botschafterin. Es sei wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wo man lebe und was dahinter stecke. „Viele denken darüber nicht nach“, weiß die 17-Jährige. Botschafterkollege Raymond Höptner macht bei der Europa-AG mit, weil er großes Interesse an Europa hat. „Ich möchte später in diesem Bereich arbeiten“, erzählt der 18-Jährige. In diesem Schuljahr geht die Europa-AG weiter – mit noch mehr interessierten Schülern, wie Folta und Sackmann berichteten. Geplant sind eine Exkursion ins Europaparlament nach Brüssel und auch wieder ein Europatag in der Schule. Die Botschafter wollen auch im Unterricht von Europa erzählen. Für Schulleiter Wolfgang Stutzmann passt die Auszeichnung der Schule als Botschafterschule sehr gut zur internationalen Ausrichtung – ist dies BBS doch bereits Europaschule des Landes Rheinland-Pfalz, veranstaltet „Global Days“ und bietet zahlreiche Zusatzqualifikationen wie etwa den Europakaufmann sowie Austauschprogramme an. Die Juniorbotschafter Alya Burkard, Conrad Hampel, Jasmin Hase, Raymond Höptner, Elias Rosenbach, Krystian Schmidt, Ricardo Tellez-Mosquero, Alexander Weber

x