Ludwigshafen Botschaften in Rock, Pop und Jazz
«Dannstadt-Schauernheim.» Mitreißender Sakro-Pop statt langatmiger Predigten – so kann das Gospelkonzert am Samstagabend in der protestantischen Kirche in Dannstadt zusammengefasst werden. Der Gospelchor Coloured Voices aus Dannstadt und Assenheim hat zu dem besonderen Gottesdienst eingeladen, in dem die Botschaft Jesu einmal anders verkündete wurde.
Gospelmusik hat längst ihre ursprünglichen Genregrenzen hinter sich gelassen und wird mit Elementen anderer Stilrichtungen kombiniert. Mit dem Kinoerfolg „Sister Act“ Anfang der 1990er Jahre wurde Gospel auch hierzulande beliebt – und ist es bis heute. Eben zu dieser Zeit formierte sich auch der Gospelchor Coloured Voices mit derzeit 45 aktiven Sängern aus Dannstadt und Assenheim, verrät der Leiter Volker Gütermann. Dass Gospel und Musik überhaupt eine universelle Sprache sind, die berührt, konnten die Konzertbesucher in jedem Ton spüren. „Für mich ist es die beste Sprache der Welt“, sagt der Chorleiter überzeugt. Die Coloured Voices hatten sich zur Stimmverstärkung den Gospelchor Hohes C aus Graben-Neudorf, geleitet von Judith Tapley, eingeladen. Die beiden Chöre verbindet eine enge Freundschaft und zusammen brachten sie es auf ein beachtliches Stimmvolumen. Für den nötigen Groove und musikalischen Rahmen sorgte die Begleitband „Double View“ mit rhythmischen Drum-Schlägen, tragenden Basslinien und Gitarren- oder Pianomelodien. Im Zentrum der Liedvorträge standen stets die religiösen Leit- oder Lebensbotschaften. Vorgetragen wurden diese mit dem typischen Ruf-und-Antwort-Prinzip zwischen Vorsänger und Chor, mit epischen Pop-Balladen oder als lautstarkes Preisen oder leises Flehen. „Jesus is the Answer“, so ein Titel, markierte dabei den roten Faden. Die Crossover-Qualitäten beider Chorleiter zeigte sich dabei nicht nur beim Instrumental der Band „November-Blus“, sondern auch in den Sakro-Pop-Balladen des Oslo Gospel-Choir von Tore W. Aas, etwa bei den Titeln wie „Power of Your Love“, „In Your Arms“ oder „Shine Your Light“. Der zweite Teil ließ in puncto rockig-poppiger Gangart kaum nach, dabei sang das Publikum als zusätzlicher „Gastchor“ die Zeilen „Herr du bist gut, deine Gnade währet für immer“ mit. Ein Medley bekannter Gospel-Standards gab es zum Abschluss, Titel wie„Oh Happy Day“ waren dabei Reminiszenzen an die Geburtsstunden dieses Musikgenres. Der über zweistündige Ausflug in die Welt des Gospels war ein musikalischer Gottesdienst der besonderen Art – Rock, Blues, Jazz oder Pop waren dabei der Überbringer der himmlischen Freudenbotschaften.