Ludwigshafen Bombe wird Ende Juli entschärft

Immer wieder werden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem BASF-Gelände entdeckt. Unser Bild zeigt den Aufbau einer Ramse
Immer wieder werden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem BASF-Gelände entdeckt. Unser Bild zeigt den Aufbau einer Ramses-Sandpyramide, die 2015 vor einer Entschärfung aufgeschüttet wurde.

Bei dem am Montagabend bei Sondierungsarbeiten im BASF-Werk in Ludwigshafen entdeckten Sprengkörper handelt es um den vorderen Teil einer ursprünglich 500 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbombe inklusive Zünder. Die Bombe ist nach Angaben des Unternehmens gesichert. Eine Gefahr für Mitarbeiter und Bevölkerung bestehe bis zur Entschärfung Ende Juli nicht, teilte die BASF weiter mit. Gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst des Landes Rheinland-Pfalz seien gestern die notwendigen Maßnahmen für die Entschärfung der Bombe erarbeitet worden. Der Explosivkörper soll Ende Juli unschädlich gemacht werden. Bis dahin wird eine Sicherheitspyramide errichtet. „Das wird einige Zeit dauern“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Aufsichtsbehörden seien über diese Vorgehensweise informiert worden. Die BASF hat für derartige Entschärfungen eine eigene Methode entwickelt: Über dem Fundort der Bombe wird aus großen Sandsäcken eine mehrere Meter hohe Sicherheitspyramide gebaut. Die Entschärfer kriechen dann durch eine Röhre in das Innere der Konstruktion. Die Sandpyramide, die nach dem ägyptischen Pharao Ramses benannt ist, dämmt für den Fall einer Detonation der Bombe die Druckwelle und soll Schäden an umliegenden Gebäuden und Produktionsanlagen verhindern. Die für den aktuellen Fall geplante Pyramide hat eine Kantenlänge von 25 Metern und besteht aus 2500 Tonnen Sand. Der Blindgänger war bei Sondierungsarbeiten für eine Baustelle entdeckt worden. Von der Fliegerbombe ist nur noch die Hälfte mit dem Zünder vorhanden. Die BASF beauftragt vor jedem Bauprojekt auf dem Werksgelände sogenannte Sondierungseinheiten, das sind externe Spezialfirmen, die den Untergrund untersuchen. Dies erfolgt zum einem mit Detektoren, die oberirdisch die Fläche auf Metallteile untersuchen. Außerdem gibt es Sonden, die in vorher gebohrte Löcher hinabgelassen werden. Mit den Sonden können dann Auffälligkeiten gemessen werden. Stellen, die als gefährlich eingestuft werden, werden anschließend aufgegraben. Im aktuellen Fall haben die Sondierungen auf den Blindgänger hingewiesen. Doch in der Vergangenheit kam es trotz umfangreicher Untersuchungen zu Zwischenfällen. Etwa 2013 auf der TDI-Baustelle, wo eine Bombe bei Tiefenbohrungen von einer Baummaschine erwischt wurde und detonierte (siehe „Zur Sache“). Das BASF-Gelände war im Krieg eines der Hauptangriffsziele. Rund 40.000 Bomben wurden auf das Areal geworfen. Die meisten Blindgänger wurden während des Kriegs und in der Nachkriegszeit entschärft. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurden bei Bauarbeiten in der BASF rund 40 Blindgänger in tieferen Erdschichten gefunden. Bereits am Montag war der Räumdienst in Ludwigshafen im Einsatz. Auf dem Gelände der Hochschule in Mundenheim war eine 250-Kilo-Fliegerbombe bei Erdarbeiten entdeckt worden. In diesem Fall wurde der Blindgänger gezielt unter einer acht Meter hohen Sandpyramide gesprengt. Niemand kam zu Schaden (wir berichteten).

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