Ludwigshafen Blumen Kramer zieht um

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Nach 30 Jahren schließt Inhaber Karl Mistler Ende Juni sein Geschäft Blumen Kramer am Pfalzring in Mutterstadt. Der Floristikmeister wird jedoch auch weiterhin in seinem Beruf tätig sein und Grabpflege sowie floristische Dienstleistungen für Feiern und andere Anlässe anbieten.

Das Schild, das die Schließung zum Samstag, 25. Juni, bekanntgibt, hängt deutlich sichtbar am Blumengeschäft am Pfalzring 1. Immer wieder bleiben Passanten verwundert stehen. „Viele Kunden haben mich angesprochen, dass sie es schade finden, dass solch ein Traditionsunternehmen schließt“, berichtet Mistler. Gründe für diese Entscheidung gab es einige: Zum einen habe sich das Verbraucherverhalten geändert und die Nachfrage im Floristikeinzelhandel sei rückläufig. Das zeige sich in Mutterstadt, aber auch an anderen Orten – früher habe es in Mutterstadt noch sieben Blumengeschäfte gegeben, inzwischen seien es noch zwei, weiß Mistler. Investitionen wären nötig gewesen, um dieser Entwicklung zu begegnen, gerade für das Geschäftsgebäude. „Jedoch bin ich hierfür zu alt. Bis diese Investitionen sich tragen, bin ich über 80“, sagt Mistler. Da er auch keinen Nachfolger gefunden habe, habe er sich zur Aufgabe der Geschäftsräume am Pfalzring entschlossen. Allerdings sei er „Florist aus Leidenschaft“ und werde daher noch weiter in seinem Beruf arbeiten, betont der 56-Jährige. So bietet er ab 1. Juli verschiedene floristische Dienstleistungen in seinem neuen Betriebssitz auf dem Mandelhof 3 in Mutterstadt an. Dazu gehören das Anlegen und die Pflege von Gräbern sowie die Lieferung von floralen Dekorationen zu verschiedenen Anlässen wie Trauerfeiern und Hochzeiten. Zurzeit läuft der Räumungsverkauf auf vollen Touren. Auf Keramik und Kunstgewerbe gebe es Rabatt. Gleichzeitig werde jedoch auch frische Ware und Schnittblumen verkauft, so der Florist: „Der letzte Verkaufstag ist Samstag, 25. Juni.“ Blumen Kramer hat in Mutterstadt eine lange Tradition. Die Familie Kramer hatte 1932 die Fläche aus einer bestehenden Gärtnerei gekauft, wie Mistler berichtet. Anfangs betrieb Inhaber Eugen Kramer eine Friedhofsgärtnerei – das Geschäft liegt nah am Mutterstadter Friedhof – und war als Gemüseproduzent aktiv. Nach der Gründung des Gemüsegroßmarktes in Schifferstadt belieferte Eugen Kramer den neuen Markt. Als Ende der 50er Jahre in Mannheim der Blumengroßmarkt gegründet wurde, bot Kramer auch Blumen und Zierpflanzen an. 1954 wurde der Blumenladen gebaut, der später erweitert wurde. 1986 übernahm Karl Mistler als Pächter Blumen Kramer. Die Gärtnerei führte er noch bis 2007 weiter. Mistler stammt aus einer Gärtner- und Floristenfamilie – die Großeltern waren Gärtner und Blumenbinder in Schifferstadt. Seine Eltern gründeten 1961 ihren Betrieb in Schifferstadt Süd. Mistler machte seine Ausbildung bei Blumen Otto in Mannheim und schloss als Jahrgangsbester ab. Nach seiner Arbeit bei Feinkost Käfer und der Meisterausbildung zog es ihn wieder in die Pfalz. (mmö) Info Ab dem 1. Juli hat Blumen Kramer einen neuen Betriebssitz: Mandelhof 3, 67112 Mutterstadt, Telefon: 06234 2104

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