Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Blies-Grundschule: Fastenbrechen stärkt Gemeinschaft

Zur Feier des Fastenbrechens hat eine Kindergruppe auch ein Ramadan-Gedicht vorgetragen.
Zur Feier des Fastenbrechens hat eine Kindergruppe auch ein Ramadan-Gedicht vorgetragen.

Die Blies-Grundschule hat erstmals Eltern und Kinder zum Fastenbrechen eingeladen. Diese Aktion soll die Schulgemeinschaft stärken, in der es viele Migrantenkinder gibt.

Zu einem gemeinsamen Fastenbrechen in der Schulmensa während des muslimischen Fastenmonats Ramadan waren erstmals Eltern und Kinder an der Blies-Grundschule (West) eingeladen. Ziel der Aktion war es, die Schulgemeinschaft in der von vielen Migrantenkindern besuchten Schule zu stärken. Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche Eltern, Kinder und Lehrerinnen kamen.

„Das ist das erste Mal, dass wir in Ludwigshafen so etwas veranstalten. Wir wollen damit die Eltern stärker in die Schulgemeinschaft einbinden und die Schule zum Begegnungsort machen“, nennt Ümmühan Bozkurt das Ziel. Als Famos-Koordinatorin an der Blies-Schule hat sie wesentlich zur Organisation der Festveranstaltung des Fastenbrechens beigetragen.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres im August 2024 ist in Ludwigshafen das vom Land geförderte Modellprojekt „Familiengrundschulzentren als multiprofessionelle Orte in der Schule“ (Famos) gestartet. Neben der Gräfenau-, Goethe-Nord und Erich-Kästner-Schule nimmt auch die Grundschule an der Blies daran teil. Gemeinsam ist diesen Grundschulen, dass sie von einem sehr hohen Anteil an Migrantenkindern besucht werden. Eine Herausforderung sind dabei die fehlenden deutschen Sprachkenntnisse von Schülern und Eltern. Jede Schule hat nun über das Famos- Projekt eine Koordinatorin bekommen, die hier als unmittelbare Kontaktperson für die Eltern zur Verfügung steht und die Aufgabe hat, Kinder, Eltern und Familien mit niedrigschwelligen Angeboten in die Schulgemeinschaft zu integrieren.

„Zur Blies-Grundschule kommen 337 Kinder. Der Anteil von Migrantenkindern liegt bei rund 80 Prozent“, informiert Schulleiterin Silke Genzlinger. Fast alle Migrantenkinder seien muslimischen Glaubens, verdeutlicht sie, warum eine Veranstaltung zum gemeinsamen Fastenbrechen hier besonders sinnvoll sei. Der Wunsch sei von den Eltern gekommen, sagt Bozkurt, die für den Abend neben dem Essen noch den Vortrag eines Ramadan-Gedichts von Schulkindern und ein Ramadan-Quiz für Kinder mit einfachen Fragen vorbereitet hatte. Bei der Organisation des Essens seien die benötigten Mengen für sie und ihre Helferinnen schwierig abzuschätzen gewesen. Doch hätten viele Eltern etwas beigetragen und auch eine Moschee-Gemeinde habe Essen gespendet. Und so waren am Abend warme und kalte Speisen, türkische Spezialitäten, Suppe und Süßigkeiten in großen Mengen vorhanden.

Etwa 25 Familien mit rund 100 Personen waren gekommen. „Wir freuen uns riesig“, zeigt sich Bozkurt begeistert. „Dass Schule und Eltern so etwas gemeinsam organisieren, zeigt das große Interesse. Das Famos-Projekt ist ein richtiger Schritt, der schon positive Effekte zeigt, meinte der anwesende Ortsvorsteher Osman Gürsoy (SPD). Wie Genzlinger berichtet, finden donnerstags Elterncafés mit Beratung statt, es gebe Bastelaktionen und Spielenachmittage. Wichtig sei, dass die Eltern sich akzeptiert fühlen. „Wir wollen jetzt mit einem Deutsch-Sprachkurs B1 starten“, sagt Bozkurt. Das sei ein ordentliches Niveau und erlaube einen guten Umgang im Alltag und auch mit Behörden.

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