Ludwigshafen Blickpunkt: Sammeltassen: Mit dem Bohrer durch die Mitte

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Dannstadt-Schauernheim. Taschen voller Geschirr, Sprühflaschen und Handtüchern haben die sieben Frauen mitgebracht. Und Bohrmaschinen. Ja, Bohrmaschinen. Denn aus ihrem alten Geschirr wollen sie im Landfrauenkurs Etageren bauen. Seit dem Barock sind Etageren beliebte Tischaufsätze für Obst, Pralinen und Gebäck. Derzeit liegen vor allem Etageren aus altem Porzellan im Trend. Wie man so eine Etagere selbst herstellen kann und damit zu einem individuellen Hingucker für die nächste Tafel macht, zeigt Kursleiterin Andrea Jung den sieben Frauen. Neben dem Bauen lernen die Teilnehmerinnen an diesem Abend natürlich auch etwas zur Theorie. Zum Beispiel, dass man diamantbeschichtete Bohrer braucht, um einen Teller zu durchbohren. „Man kann Etageren auch Kleben, aber dann bekommt man sie nicht mehr auseinander, wenn sie zu hoch für den Schrank sind oder gereinigt werden müssen“, erklärt Jung. „Wenn Sie dennoch mal schnell eine Etagere zum Beispiel für ein Büfett brauchen, dann am besten Heißkleber verwenden, den kann man dann in heißem Wasser wieder entfernen.“ Zunächst muss aber der Mittelpunkt des Tellers bestimmt werden. Dazu wird auf der Rückseite der größte Durchmesser abgemessen, halbiert, auf einem Zirkel eingestellt und mit diesem von vier Seiten zur Mitte abgegriffen. Bei eckigen Tellern ist es einfacher, da nimmt man den Kreuzungspunkt der Diagonalen. „Lassen Sie sich nicht von den Aufdrucken am Tellerboden irritieren, die sind meist nicht mittig“, rät die Kursleiterin. Endlich kommt der spannende Moment: das Bohren. Da kommen dann die Sprühflaschen mit Wasser zum Einsatz. „Wichtig ist gute Kühlung beim Bohren, da der Bohrer sehr schnell sehr heiß wird“, sagt Jung. Aber zunächst wird das Rätsel um die Handtücher gelöst. Sie werden zusammengeknüllt benötigt, um für die Teller einen weichen Untergrund beim Bohren zu bilden. „Gebohrt wird immer von der Rückseite und zum Anbohren verwenden wir eine Bohrhilfe“, erklärt Andrea Jung die Technik. Die Landfrauen blicken noch etwas skeptisch drein. Aber als sie die ersten Teller selbst durchbohren, werden sie sicherer. Schon bald surrt der Raum vor Bohrgeräuschen. Spannend wird es beim Zusammenbau. Beim Gestänge haben die Teilnehmerinnen die Qual der Wahl: dick, schlicht oder verschnörkelt, schwarz, gold- oder silberfarben, und sogar rosa ist im Angebot. Mit Rat und Tat steht Andrea Jung den Kursteilnehmerinnen zur Seite, gibt praktische Tipps und erkennt auch kleine Versäumnisse: „Da fehlt noch eine Unterlegscheibe“ berät sie eine etwas ratlos auf ihre schief dastehende Etagere blickende Teilnehmerin. Am Schluss hat jede der Damen mindestens zwei Etageren gefertigt und man kann schlichte Exemplare in modernen Formen und verziertere aus Sammeltassengedecken bewundern. Sogar eine Etagere aus Schiefer ist dabei. Stolz und ganz vorsichtig packen die Teilnehmerinnen ihre Arbeiten ein, um sie heile nach Hause zu transportieren.

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