Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Bezirkssportanlage Rheingönheim mit Partie gegen Spitzenreiter eingeweiht

Die Plätze sind bereit für das Wichtigste: die Bälle.
Die Plätze sind bereit für das Wichtigste: die Bälle.

Zwei Kunstrasenfelder sowie eine Sprint- und Weitsprunganlage sind entstanden. Für die Arminia setzte es an diesem besonderen Tag aber eine Niederlage.

Rund zwei Monate nach der Inbetriebnahme ist die Bezirkssportanlage in Rheingönheim nun auch offiziell eingeweiht. Für rund 2,8 Millionen Euro sind auf der 1977 eröffneten Anlage nicht nur zwei Kunstrasenspielfelder, sondern auch eine Sprint- und Weitsprunganlage entstanden. „Ein Symbol dafür, was möglich ist, wenn Engagement, Innovation und der Wille, unsere Stadt zu gestalten, zusammenkommen“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos).

Kerwespiel und dann auch noch gegen Oberliga-Spitzenreiter FK Pirmasens – es hätte kaum einen passenderen Termin für die Einweihung geben können. Möglich wurde die seit 2018 geplante Sanierung vor allem durch die Förderung aus einem Bundesprogramm in Höhe von etwas mehr als zwei Millionen Euro. Die damalige Bundestagsabgeordnete Doris Barnett (SPD) hatte sich als Mitglied des Haushaltsausschusses vehement dafür eingesetzt, dass diese Summe und damit rund 90 Prozent der Kosten für das Gesamtprojekt nach Ludwigshafen geflossen sind. „Solche Investitionen sind ein Beitrag zur Lebensqualität unserer Stadt“, dankte ihr die Oberbürgermeisterin, die auch auf den städtischen Eigenanteil von rund 770.000 Euro verwies. Steinruck zeigte sich stolz, dass das Vorhaben trotz der städtischen Haushaltslage zu einem guten Ende gefunden habe. „Eine Sanierung für die Vereine, aber auch für den Schulsport“, betonte sie.

Arminia-Chef noch nicht ganz glücklich

Auch zufrieden war Doris Barnett als Initiatorin: „Es ist immer unser Ziel, dass mit Steuergeldern etwas Vernünftiges gemacht wird“, sagte sie. Und eine sinnvollere Verwendung als für Jugend und Sport könne es kaum geben. „Für alle Rheingönheimer Vereine wurde hier ein großes Ziel erreicht.“ Darüber freute sich auch Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU), der zwar von einer „erneuten Steigerung“ der Attraktivität nach dem ursprünglichen Arminia-Platz und der Einweihung der Bezirkssportanlage im Jahr 1977 sprach. „Zumindest die Sportplätze sind jetzt wieder nutzbar, und die Arminia muss nicht mehr ins Südweststadion ausweichen.“ Zu einer echten Bezirkssportanlage sei es aber noch ein weiter Schritt, so der Ortsvorsteher, dem Sprintstrecke und Weitsprunganlage allein nicht genügen. Immerhin: „Ich freue mich, dass das Geld hier in Rheingönheim angekommen ist.“

Geplant wurde dafür seit 2018. Die eigentliche Verlegung der Kunstrasenplätze war dabei innerhalb der vergangenen zehn Monate erledigt, wie Bauleiter Christoph Diehl von der Firma Becker erklärte. Aber die Arbeiten beinhalteten noch weit mehr. „Die gesamte Bewässerungsanlage ist neu.“ Und die Entwässerung auch, denn Regenwasser wird mittlerweile in der 250 Kubikmeter großen Zisterne gesammelt, wo es bei Bedarf für die nötige Platzbewässerung sorgt. Einer von vielen Bausteinen, die Steinruck meinte, wenn sie auf die Verbindung von Sport und Nachhaltigkeit verwies, die auch Gabriele Bindert als Leiterin des Bereichs Grünflächen am Herzen liegt. „Sie hat mir fast täglich von den Fortschritten auf dem Gelände berichtet“, scherzte die Oberbürgermeisterin.

Wunschlos glücklich ist Alfred Schaar, der Vorsitzende von Arminia Ludwigshafen, damit trotzdem noch nicht. So fehle die Abgrenzungsumrandung, um das Nebenfeld auch für den Spielbetrieb nutzen zu können. Und auch die Kabinensituation sei unverändert problematisch. „Da kommt noch einiges an Kosten auf uns zu“, vermutete er. Zur Einweihung setzte aber auch Schaar sein Feiertagsgesicht auf: „Wir sind froh, dass wir als Verein unseren Mitgliedern mit den Kunstrasenplätzen ein Angebot machen können. Und wir sind froh, dass wir jetzt auf diesem Gelände stehen.“ Sein Dank galt daher allen, die sich in der Vergangenheit für die Sanierung eingesetzt hatten und gemeinsam für deren Umsetzung sorgten. Und er schloss sich der Forderung von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck an: „Daheim wird gewonnen“, gab sie den aktuellen und allen künftigen Nutzern der neuen Kunstrasenplätze mit auf den Weg. Am Sonntag hat das aber nicht geklappt: Die Hausherren verloren 1:3.

Zur Einweihung der sanierten Bezirkssportanlage haben sich viele Gäste eingefunden.
Zur Einweihung der sanierten Bezirkssportanlage haben sich viele Gäste eingefunden.
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