Ludwigshafen Bereicherung für Bezirksliga

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«LUDWIGSHAFEN.» Der ESV Ludwigshafen zählt zu den positiven Überraschungen der Fußball-Bezirksliga. Der Neuling belegt zur Winterpause Rang neun und hat ein Zehn-Punkte-Polster zur Abstiegszone. Wenn in der Rückrunde kein völliger Einbruch kommt, wird die dritte Bezirksliga-Saison des Klubs die beste.

2013 sind die „Eisenbahner“ erstmals in die Bezirksliga aufgestiegen. Damals wurden die Blau-Schwarzen mit 34 Punkten Zehnter. Jetzt hat das Team schon 24 Zähler gesammelt. Nur in den ersten drei Wochen stand der ESV auf einem Abstiegsplatz. Ab der fünften Runde war das Team immer auf einem einstelligen Tabellenrang zu finden, mit Platz fünf Anfang Oktober als bester Platzierung. Spielt der ESV weiter einen so erfrischenden Offensivfußball, dann kann er mit Fug und Recht unter der Rubrik „Bereicherung für die Liga“ geführt werden. Kein Wunder, dass Trainer Bernhard Grätz ein positives Fazit zieht: „Mit dem bisherigen Verlauf bin ich sehr zufrieden. Wenn mir das vor Saisonbeginn jemand prophezeit hätte, hätte ich sofort unterschrieben“, sagt der Coach. Gründe für den Erfolg sind die Unbekümmertheit der Mannschaft, ihr Selbstvertrauen und die hohe individuelle Qualität. „Wir haben unseren Stil im Vergleich zur A-Klasse kaum verändert. Gutes Umschalten und hohes Tempo sind weitere Merkmale unserer Auftritte“, erklärt Grätz. Deshalb haben die „Eisenbahner“ auch schon 41 Treffer erzielt, mehr als Tabellenführer Billigheim-Ingenheim. Nur Ruchheim traf öfter als der ESV. Sinan Yüceer war am erfolgreichsten (15 Tore), gefolgt von Kevin Müller (8), Ali Burc, Fidan Haxhijaj (je 4) und Christian Roßbach (3). „Einige der jungen Spieler haben sich prima entwickelt“, freut sich der Übungsleiter. Gemeint sind Fabio Fleischer, Besart Hyseni oder Nicola Maillet, der die ungewohnt defensive neue Position angenommen habe. Fidan Haxhijaj bezeichnet Grätz als Gewinner der Vorrunde. Der Mittelfeldspieler habe sich einen Stammplatz erkämpft und sei im Team anerkannt. Ein Plus für den ESV ist, dass es personell kaum Veränderungen gibt. Von den 22 eingesetzten Akteuren zählen 14, 15 zum Kernkader. Torwart Peter Provo sowie Thierry Nguiessi haben alle 18 Partien mitgemacht, Haxhijaj und Hyseni kommen auf 17 Einsätze, Fleischer, Kapitän Thomas Hilbert und Yüceer auf 16. „Wenn die Mannschaft gut spielt oder gewinnt, dann muss man nicht umstellen oder etwas verändern. Da genügt es, an Kleinigkeiten zu feilen“, betont der Coach. Feilen muss Grätz weiter an der defensiven Stabilität. 41 Gegentreffer musste der ESV bislang einstecken, was nicht nur daran liegt, dass der etatmäßige Linksverteidiger Kemal Toraman seit Monaten ausfällt. Auch Schlüsselfigur Ali Burc fehlte lange verletzt, ebenso Kevin Müller, der die letzten vier Partien verpasste. Die Umstellung in der Abwehr auf Dreier-/Fünferkette und die Nominierung eines dritten „Sechsers“ im Mittelfeld haben sich nur in manchen Partien bewährt. Bei der Anfälligkeit im Defensivbereich hat sich noch keine signifikante Verbesserung ergeben. Noch etwas liegt Grätz am Herzen: „Die Disziplin muss viel besser werden.“ Ein Dauerbrenner-Thema. Auch wenn einige Platzverweise vielleicht überzogen war, bedeuten vier Gelb-Rote und fünf Rote Karten den letzten Platz in der Fair-Play-Tabelle.

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