Ludwigshafen Bequemer in den Zoo
„Ich mag gern Elefanten. Mit dem neuen Auto können wir bald in den Zoo fahren.“ Sebastian Heger, 31, freut sich über den behindertengerechten Mercedes, den der Lions-Club der Lebenshilfe gespendet hat. Am Freitag hat die Tagesförderstätte für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung des Kinderzentrums Ludwigshafen mit Weißwürsten, Brezeln und Getränken die Übergabe gefeiert.
Über die Rampe darf Sebastian Heger mit seinem Rolli schon mal auf die große Ladefläche fahren und das neue schwarze Auto genießen, das vor der Einrichtung in der Mörikestraße in Oggersheim in der Sonne glänzt. „Die Starken können den Schwachen helfen. Uns war sofort klar, dass die Einrichtung Unterstützung gebrauchen kann. Wir wollen da mit anpacken, wo Hilfe nötig ist“, meinte Lions-Präsident Peter Görtz am Telefon. Eigentlich wollte er die Spende anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Lions-Clubs übergeben. Einige der Menschen mit Behinderung haben ihn vermisst, doch er steckte im Stau. Vermittelt hat die Aktion Bürgermeister Wolfgang van Vliet (SPD). „Wichtige Termine wie Arztbesuche, aber auch Fahrten in ein Café sind so einfacher möglich“, berichtet Ralph Dankworth, der Leiter der Einrichtung. Brigitte Edwards, Geschäftsführerin des Kinderzentrums, freut sich über die Unterstützung, genau wie Hans Hebrik, der Chef des Förderkreises, früher Industriemeister in der BASF. Sein 37-jähriger, mehrfach schwerstbehinderter Sohn ist in der Einrichtung. Auch für die Eltern der Menschen mit Behinderung wird das Leben mit dem neuen Auto leichter. „Wenn mal jemand krank wird, können wir ihn nach Hause fahren“, meint Dankworth. Corinna Vogt, die mit einem Rollstuhl mit Glastisch und Joystick-Steuerung angefahren kommt, hat schon Pläne für die Freizeit. „Ich fahre bald nach Worms, Bücher aussuchen“. Die 50-Jährige liest und bastelt gern. Kollege Nicola Gkelis ist Fan von Autos, Baggern und Traktoren „Das neue Auto fährt sich gut“, meint der 34-Jährige fachmännisch. Zur Übergabe hat er seinen orangenen Spielzeug-Stapler mitgebracht. Er war beim Abholen des Mercedes dabei. Klar ist: Mit dem neuen Auto wird das Leben für die Menschen mit Behinderung, ihren Eltern und Betreuern um einiges leichter, ob bei Frisör- oder Arztbesuchen, beim Geburtstagseis-Essen, beim Besuch im Technikmuseum Speyer, im Buchladen in Worms – oder bei den Elefanten im Zoo von Heidelberg.