Ludwigshafen Beim Aufsteiger gewonnen und abgestiegen
«LUDWIGSHAFEN.» Die Bilanz fällt mau aus: Die Herren-Mannschaft des BASF TC Ludwigshafen hat in dieser Saison gerade mal zwei Spiele gewonnen: auswärts bei Aufsteiger TC Großhesselohe in München und beim Absteiger TVH Rüsselsheim. Beide Spiele jeweils mit 5:4. Das war zu wenig. Der BASF TC steigt ab.
Anfang August hat die Mannschaft ihre Zähne gezeigt. Da waren in Nico Kuhn und Constant Lestienne die beiden Leistungsträger an Bord. Der für Spanien spielende 18-Jährige und der Franzose hatten beim 4:5 bei der SpVgg Hainsacker schon beide ihre Einzel gewonnen. Beide haben sie auch mit Siegen in den Einzeln zu den Erfolgen beigetragen. Aber zwei Asse haben nicht gereicht, um eine halbwegs sorgenfreie Runde hinzubekommen. Die schlechteste Einzel-Bilanz steht für den argentinischen Sandplatzwühler Hernan Casanova zu Buche: fünf Spiele, fünf Niederlagen. Es war nicht sein Jahr, und deshalb war er auch gestern weder im Einzel noch im Doppel erste Wahl. In Hainsacker hätte er gewinnen können, das heißt müssen. Doch er verlor gegen den Ecuadorianer Ivan Endara mit 6:1, 3:6, 5:10. „Da haben wir was liegengelassen“, sagte Robert Pfeffer, der das Abschneiden des Teams bis zur Pause – am fünften Spieltag waren die bis dahin sieglosen BASF-Herren spielfrei – als „bescheiden“ bezeichnet. Und deshalb auch meinte: „Wir müssen was machen.“ Es folgten die beiden Siegen. Doch der Elan war verflogen, als Viktor Galovic am Freitag im Einzel passen musste, weil sein geplanter Flug von Italien nach Frankfurt gestrichen worden war. Es folgten die beiden 4:5-Niederlagen gegen Rosenheim und gestern die gegen Amberg am Schanzl. Die Hoffnung war groß gewesen, den starken Constant Lestienne einsetzen zu können. Doch der Franzose hat in Portoroz ausgerechnet am Samstagabend den zweiten Titel seiner Karriere geholt und das Finale des Challenger-Turniers in Slowenien für sich entschieden: 6:2, 6:1 gegen den Italiener Andrea Anarboldi. Zum ersten Mal hatte der schlaue Franzose für das Turnier gemeldet, im Viertelfinale Titelverteidiger Sergej Stakhovsky (Ukraine) rausgeworfen. „Es ist sehr schön da, direkt am Meer“, erzählte der 26-Jährige gestern nach dem Doppel. Das hat er an der Seite von Alessandro Bega gewonnen, der sich für die Niederlage im Einzel gegen Gabriel Schmidt hat revanchieren können. Das italienisch-französische Duo setzte sich gegen Schmidt und Albert Wagner mit 7:6, 6:2 durch. Trotz der für ihn so kurzen Nacht lieferte Constant Lestienne eine sehr gute Leistung ab. Viel Zeit, seinen Turniererfolg zu genießen, hat der Franzose allerdings nicht. Am Donnerstag geht es schon weiter für ihn: nach New York. Wie es mit den BASF-Herren weitergeht, ist nun erst einmal offen. Dass gerade mal zwei Siege zu wenig sind, liegt auf der Hand. „Wenn man seine Chancen nicht nutzt. Wir haben einfach zu viele weggegeben“, kommentierte Robert Pfeffer, der für die Herren zuständige Trainer, am gestrigen Abend das bittere Ende des Tages. Der Abstieg ist aus seiner Sicht verdient. So bleibt nur, den Neuaufbau 2019 anzugehen. Aber erst einmal will er die Saison in Ruhe sacken lassen. Wenn es etwas Positives gibt, was aus dieser Saison mitgenommen werden kann, dann war das der Teamgeist. Der war tadellos. Aber nun wird es ein neues Team geben.