HANDBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Drittligist HLZ Friesenheim/Hochdorf sind zwei vielversprechende Talente auf dem Sprung

Unbekümmert auf dem linken Flügel: Patrick Friedmann.
Unbekümmert auf dem linken Flügel: Patrick Friedmann.

Die Neuen beim HLZ Friesenheim/Hochdorf: Viele junge Spieler tragen inzwischen das Trikot des Handball-Leistungszentrums. In der Premieren-Spielzeit für die Spielgemeinschaft haben es Jan Philipp Winkler und Patrick Friedmann in den Drittliga-Kader geschafft.

Die Sehnsucht ist groß. Sie wollen einfach wieder Handball spielen. „Es wird Zeit, dass es losgeht und sich in der Halle etwas tut“, sagt Jan Philipp Winkler. Der 19-Jährige, der in der vergangenen Saison schon einmal Dritte-Liga-Luft schnuppern durfte, ehe die Saison abgebrochen wurde, hofft, dass der Schritt zurück in die Normalität gelingt. Dabei wünscht er sich, dass die Spiele wieder vor Besuchern stattfinden werden. „Es macht deutlich mehr Spaß, wenn Zuschauer da sind, als vor einer Geisterkulisse zu spielen“, so Winkler.

Der Student im Fach Elektrotechnik, der nach seinem Abitur am Paul-von-Denis-Gymnasium in Schifferstadt bei der BASF die Weichen für die berufliche Zukunft gestellt hat, will sich in der Dritten Liga durchsetzen. Keine leichte Aufgabe, aber dem Talent des TV Hochdorf darf dieser Weg zugetraut werden. „Jan Philipp hat das Potenzial, aber er muss viel Geduld haben“, sagt Trainer Björn Friedrich. Der Pädagoge war sein Trainer in der B- und A-Jugend und ist derjenige, der gemeinsam mit Jugendleiter Nik Dreyer seine Entwicklung maßgeblich gefördert hatte. „Man spürt bei ihm, dass er will“, sagt Friedrich. Während des Lockdowns hielt er sich individuell fit, trainierte sich fast zehn Kilogramm Muskelmasse an. Der Rückraumspieler schuf die körperlichen Voraussetzungen, um höherklassig spielen zu können. „Ich konnte mich in Eins-gegen-eins-Situationen zwar oft durchsetzen, aber ich kam vom Gegner nicht weg, weil sie mich immer noch bremsen konnten“, erzählt Winkler.

Konkurrenz im Rückraum

Das soll sich bald ändern, denn er ist körperlich robuster geworden. Mit 85 Kilogramm hat er das Gewicht erreicht, das notwendig ist, um erfolgreich im Rückraum agieren zu können. Der in Dannstadt-Schauernheim beheimatete Spieler, dem auch Angebote anderer Vereine vorlagen, die er aber ausschlug, will sich im neuen HLZ-Team etablieren. Mit Dominik Lenz und Yannik Muth sind noch zwei Drittliga-erfahrene Spielmacher im Kader, die ebenso wie Winkler auf den linken Rückraum ausweichen können. Dort spielt Marc Robin Eisel, der ein Zweitspielrecht für Zweitligist Eulen Ludwigshafen hat.

Das stört Winkler wenig. „Die Vorbereitung lief gut, ich bin fit und werde alles geben, um zu Spielzeiten zu kommen“, sagt er. Das Talent ist heiß auf den Saisonstart. „Wir wollen so früh als möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, bringt es Winkler auf den Punkt. In der Staffel F der Dritten Liga trifft das HLZ auch auf so renommierte Teams, wie zum Beispiel TuS Dansenberg, TSG Haßloch, SV 64 Zweibrücken, Rhein-Neckar Löwen II, oder SG Leutershausen.

Von diesen Namen lässt sich das zweite Talent, dass den Sprung in den Drittliga-Kader des HLZ geschafft hat nicht entmutigen. Sein Name: Patrick Friedmann. Der 20-Jährige, der in diesem Frühjahr sein Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Ludwigshafen erfolgreich bestanden hat, setzt zunächst ganz auf den Handball. Zum einen absolviert er gerade seinen Bundesfreiwilligendienst beim HLZ und andererseits ist er auf der linken Außenbahn auf Torejagd. Das Talent war in der vergangenen Saison noch in der Pfalzliga bei den Junioreulen am Ball und macht aktuell einen großen Leistungssprung. „Es ist für mich eine Ehre, in der Dritten Liga spielen zu dürfen. Ich freue mich sehr darauf. Das wird eine coole Sache“, sagt Friedmann.

Neuer Siebenmeterschütze

Bis auf eine kleine Pause wegen eines Bänderrisses am Fuß hat Friedmann die komplette Vorbereitung bestritten und die Testspiele absolviert. „Wichtig war, dass wir nach solch einer langen Wettkampfpause eine Reihe von Tests hatten, um das Gefühl für das Spiel zu bekommen“, erzählt Friedmann. Zusammen mit Leonard Pfeil, der in der vorigen Saison verletzungsbedingt lange ausfiel, soll Friedmann für die nötigen Tore auf dem linken Flügel sorgen. Dies traut ihm Trainer Friedrich zu. „Er ist abgebrüht“, hält Friedrich große Stücke auf den 20-Jährigen. Defizite sieht er im Abwehrverhalten. „Da fehlt ihm noch die Erfahrung, aber er ist jung und kann noch lernen“, verdeutlicht Friedrich.

Die erste Entscheidung hat er in Sachen Friedmann bereits getroffen: „Er ist unser Siebenmeterschütze Nummer eins.“ Der Drittliga-Neuling macht sich beim Gang an den Strich nicht allzu viele Gedanken, sondern haut den Ball einfach rein. „Seine Entwicklung gefällt mir, er hat seine Berufung in den Drittliga-Kader in der Vorbereitung und in den Testspielen eindrucksvoll bestätigt“, sagt Friedrich. Ihm liegt die Förderung des eigenen Nachwuchses besonders am Herzen. „Wir betreiben eine intensive Jugendarbeit, dann müssen wir auch den Mut haben, talentierte Spieler in den Drittliga-Kader zu holen und zu fördern“, so Friedrich. Und die nächsten Talente nach Winkler und Friedmann hat der Übungsleiter bereits im Visier.

Hat an Muskelmasse zugelegt: Jan Philipp Winkler.
Hat an Muskelmasse zugelegt: Jan Philipp Winkler.
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