Fussball Beginn einer schwierigen Mission
„Es sieht personell nicht rosig aus. Trotzdem werde ich angeschlagene Spieler nicht ins Feuer schicken. Wir müssen versuchen, die Ausfälle anderweitig zu kompensieren“, sagt Coach Myftari. Das wird nicht einfach, denn der Kader umfasst nur 21 Akteure, von denen nicht alle absolutes Verbandsligaformat hätten. Der Übungsleiter kann aber dennoch entspannt sein, denn da Marienborn in der Aufstiegsrunde weiterspielt, der ASV aber in die Abstiegsrunde kommt, kann keiner der beiden Clubs die Zähler aus dieser Partie mitnehmen. „Das Spiel in Schifferstadt eine Woche später ist wichtiger“, betont Myftari. Da wird ihm niemand widersprechen.
Fisnik Myftari spielte in der Jugend bei 1860 München, stand danach fünf Jahre beim SV Waldhof unter Vertrag, ehe es ihn zum belgischen Zweitligisten KAS Eupen verschlug. „Eine sehr schöne Zeit habe ich auch bei der SpVgg Neckarelz erlebt, mit der ich von der Ober- in die Regionalliga aufgestiegen bin“, erinnert sich der Mittelfeldspieler. Seine letzte Station als Fußballer war Fußgönheim. Der 35-jährige Kosovare hat also Stallgeruch. Er spielte vier Jahre lang für den ASV, bestritt aber wegen eines Kreuzbandrisses nur 66 Verbandsligaspiele. In der Saison 2018/19 trainierte er das Team. Myftari arbeitet als operativer Projektleiter bei einem Unternehmen aus der Logistikbranche und wohnt mit seiner Frau Tanja sowie der zweijährigen Tochter Nora in Birkenheide.
Als Scout beim SV Waldhof Kontakte geknüpft
Nach seiner ersten Trainerzeit in Fußgönheim coachte Myftari die A-Junioren des SV Waldhof. „Damals lagen wir gut im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga, doch im Frühjahr 2020 wurde die Saison wegen der Pandemie abgebrochen“, blickt der Übungsleiter zurück. Danach war er bei den Waldhöfern als Scout für die U16 bis U19 zuständig. „Da habe ich Kontakte knüpfen können, die uns jetzt hilfreich sein können“, sagt Myftari. Ziel des ASV sei es künftig, talentierte Nachwuchsspieler aus der Region zu verpflichten und auszubilden.
Doch das ist Zukunftsmusik, erst muss einmal die Gegenwart gemeistert werden. Weil Spielführer Gianluca Mamone (beruflich in den USA) und Daniel Fichtner (erkrankt) fehlen, wird Marc Barisic die zusammengewürfelte Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen. „Marc hat eine gute Vorbereitung absolviert. Ich sehe ihn als zentralen Mittelfeldspieler, der gute Diagonalbälle spielen kann und über eine blendende Schusstechnik verfügt“, lobt Myftari den 25 Jahren alten ehemaligen Oberligaspieler. Der Trainer sagt, er bleibe auch im Falle eines Abstiegs beim ASV Fußgönheim.