Mannheim
Befragung: Kostensteigerungen belasten Unternehmen
Steigende Kosten für Arbeitskräfte, Energie und Rohstoffe – die Herausforderungen für die Unternehmen sind auch in Mannheim gestiegen. Die Kostenseite wird seit der letzten Befragung 2022 als kritischste Entwicklung wahrgenommen. Nicht nur deshalb sind die meisten Werte rückläufig, wenn auch in der Regel auf einem sehr hohen Niveau und noch deutlich besser als der Durchschnitt der 100 bewerteten Kommunen.
„Für uns ist das ein wichtiges Instrument, um den Puls zu fühlen und mitzubekommen, was die Unternehmen wollen“, betont Specht. 1450 Fragebogen hatte das erneut beauftragte Marktforschungsinstitut LQM aus Mainz dafür verschickt. Mit einem Rücklauf von 557 Firmen, von ganz klein bis sehr groß, habe man eine sehr gute Rücklaufquote. „Außerdem können wir noch auf die Daten der vergangenen Befragungen zurückgreifen“, berichtet LQM-Geschäftsführer Sebastian Bauer.
Anträge digital einreichen
Die Auswertung ergab auf den ersten Blick viele positive Zahlen. So zeigten sich 85 Prozent der Befragten insgesamt mit dem Standort zufrieden oder sogar sehr zufrieden – etwas weniger als noch vor zwei Jahren, was auch für die Werte für Lebensqualität, Kundennähe oder das Angebot an Gewerbeflächen galt. Deutlich negativer sieht es beim Gewerbesteuerhebesatz und Wohnraumangebot aus. Fast schon historisch schlechte Werte gab es außerdem in der Bewertung der Arbeit der Verwaltung insgesamt. Vor allem an Bearbeitungsgeschwindigkeit, Erreichbarkeit und komplizierten Genehmigungsverfahren wurde Kritik geübt.
Kritik, die angekommen ist. Als Beispiel nennt Riehle die Anträge für die Außenbestuhlung in der Gastronomie: Dafür seien für jeden Antrag sieben Bereiche aus vier Ämtern gefordert. „Wir müssen uns fragen, ob dieser Aufwand wirklich notwendig ist.“ In anderen Bereichen habe man mittlerweile schon reagiert, ergänzt Specht. Die Bearbeitungszeit im Bauamt sei dabei ein großes Thema. Hier sei nicht nur neues Personal eingestellt worden, sondern mit einem virtuellen Bauamt können mittlerweile Anträge auch digital eingereicht und bearbeitet werden. Ähnlich verhalte es sich im Gewerbeamt, wo die Bearbeitungszeit durch Zusatzpersonal ebenfalls verkürzt worden sei. „Außerdem müssen wir unsere telefonische Erreichbarkeit verbessern“, bekennt der Oberbürgermeister. Das Ziel sei klar definiert: „Wir müssen jedem den roten Teppich ausrollen, der in Mannheim investieren will.“
Riehle: Wichtige Impulse
Immerhin sei die Arbeit der Wirtschaftsförderung von dieser generellen Kritik ausgenommen. Für Wirtschaftsbürgermeister Thorsten Riehle kein Grund zum Aufatmen: „Wir müssen die globalen Zusammenhänge sehen, auf die wir Antworten brauchen.“ Dazu gehörten etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mehr Kita-Plätze, die Verfügbarkeit von genügend Wohnraum für Fachkräfte von außerhalb oder Gewerbeflächen für Neuansiedlungen. „Die Befragung gibt uns wichtige Impulse, was wir für die Zukunft tun können“, erklärt Christiane Ram, Leiterin des Fachbereichs Wirtschafts- und Strukturförderung.