Ludwigshafen Beeindruckt von der Leistung der Technik

Stopp im Maschinenraum: Hier gab es Infos zum Pumpwerk.
Stopp im Maschinenraum: Hier gab es Infos zum Pumpwerk.

Unter dem Motto „Sehen, wie es läuft“ hat der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) am Freitag interessierten Bürger zu einer Besichtigung der Regenwasseranlage in der Pfingstweide eingeladen. Zu einem vorhandenen Überlaufbecken wurde hier 2016 ein neues, naturnah gestaltetes Regenrückhaltebecken gebaut. Dieser Polder sorgt dafür, dass bei extremem Starkregen nicht mehr zu viel Wasser in die nahegelegene Isenach abfließt.

Weil im Vorjahr der zur Einweihung geplante „Tag der Offenen Tür“ wegen des Brandunglücks in der BASF ausfiel, wurde er nun nachgeholt. Dieses Mal schien jedoch Petrus etwas dagegen zu haben. Den ganzen Tag über regnete es kräftig, und so fanden weniger Besucher als erwartet den Weg zur WBL-Anlage. Ihnen erläuterte Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) zunächst Grundsätzliches. „Ziel der 1969 gebauten Anlage ist es, Schmutz- und Regenwasser aus der Pfingstweide zu sammeln und zu reinigen, bevor es weiter zur Kläranlage gepumpt wird. Eine andere wichtige Funktion ist der Schutz der Bürger vor Hochwasser“, spielte er auf das 2016 gebaute Regenrückhaltebecken an. „Diese Investition ist für die Zukunft wichtig“, verwies Ortsvorsteher Udo Scheuermann (SPD) auf zunehmende Wetterrisiken. Beim Rundgang präsentierte sich der Polder als tiefergelegte grüne Wiese. Bei extremem Regen kann er nach WBL-Angaben 6900 Kubikmeter Wasser speichern. „Der Bau hat die Stadt 700.000 Euro gekostet, Zuschüsse gab es keine“, machte Dillinger klar. Dass dies nicht ganz freiwillig geschah, räumte Martin Kallweit, Leiter für Stadtentwässerung, ein. Wie er sagte, ist die Vorgabe von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt gekommen, weil bisher bei Starkregen-Ereignissen zu viel Wasser in die nebenan gelegene Isenach abfloss. Mit dem neuen Rückhaltebecken könne die Einleit-Menge nun auf den vorgeschriebenen Wert von 1000 Liter pro Sekunde begrenzt werden. Ein Besucher wollte wissen, wie eine Klärung des Schmutzwassers dann noch möglich sei. „In solchen Fällen mischen sich die 30 Liter Abwasser pro Sekunde aus der Pfingstweide mit der 100- bis 150-fachen Menge an Regenwasser“, erläuterte Planungsingenieur Rainer Dech. Die Klärung erledige sich dann durch die extreme Verdünnung. Für die üblichen Mengen von Schmutz- und Regenwasser reicht das aus Beton gebaute, 2200 Kubikmeter fassende „Überlaufbecken“ der WBL-Anlage völlig aus. Hier wird das Abwasser grob gereinigt, bevor es mit Pumpen zur Kläranlage befördert wird. Bei der Besichtigung der Schaltanlagen und des Maschinenraums zeigten sich die Besucher durchaus beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Technik. Die vollautomatisch gesteuerten Pumpen müssen in der WBL-Zentrale lediglich überwacht werden. Für alle Fälle stehen als Reserve drei große Pumpen bereit. Sogar an den Fall des Blitzeinschlags in die Anlage wurde gedacht. So steht ein Notstrom-Container mit vorgewärmtem Dieselmotor bereit, der jederzeit die Energieversorgung der Pumpen übernehmen kann.

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