Ludwigshafen
Bauarbeiten im Hauptbahnhof gehen weiter
„Für Reisende gibt es keine Einschränkungen im Bahnverkehr. Die Arbeiten haben keine Auswirkungen auf den Fahrplan“, betonte eine Bahnsprecherin. Die Kosten für die aktuellen Modernisierungsarbeiten belaufen sich auf rund 170.000 Euro. Im mittlerweile über 50 Jahre alten Ludwigshafener Hauptbahnhof wird immer mal wieder saniert. Das Geld für die Arbeiten in der Eingangshalle stammt aus einem Förderprogramm des Bundes. Mit den Fördermitteln sollen ältere Bahnhöfe attraktiver werden. Insgesamt 2,3 Millionen Euro sind für zwölf Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz und dem Saarland vorgesehen – so in Frankenthal und Speyer.
Seit Ende vergangenen Jahres wurde laut Bahn in Ludwigshafen die Beleuchtung in der Empfangshalle erneuert, Dächer auf den Bahnsteigen abgedichtet und neue Sitzmöbel montiert. Auch wurde nach Angaben des Unternehmens die Beleuchtung an Bahnsteigen, Treppen und in der Unterführung gegen LEDs ausgetauscht. Zudem haben Graffiti-Künstler die Unterführungen am Hauptbahnhof mit zahlreichen farbenfrohen Kunstwerken verschönert. 21 Künstler aus sieben Ländern waren daran beteiligt. Auftraggeber waren der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz-Süd und das Bahnhofsmanagement Kaiserslautern der DB.
Vom Prestigeobjekt zum Schandfleck
Der Hauptbahnhof Ludwigshafen wurde 1969 eingeweiht und galt damals als „modernster Bahnhof Europas“ und „Wunderwerk der Technik“. In den Folgejahren verlor er jedoch immer mehr seine Bedeutung als Bahnhof für den Fernverkehr. Der Mannheimer Hauptbahnhof ist der wichtigste Haltepunkt in der Region geworden. Außerdem wurde 2003 der S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte am Berliner Platz in Betrieb genommen. Der Hauptbahnhof Ludwigshafen verlor dadurch auch weiter an Bedeutung. Mit der Streichung wichtiger überregionaler Zugverbindungen schränkte die Deutsche Bundesbahn auch den Service und den Unterhalt des ehemaligen Prestigeobjektes in Ludwigshafen ein. Es gibt dort noch nicht einmal einen Fahrkartenschalter (Reisezentrum) mehr. Außerhalb des Berufs- und Schülerverkehrs, vor allem abends und am Wochenende erwartet Fahrgäste auf den weitläufigen Anlagen eine große Leere. Das einstige Prestigeobjekt ist in den Augen vieler Ludwigshafener zu einem Schandfleck geworden.
Der Hauptbahnhof ist mittlerweile heruntergekommen. Doch seine Verlegung hat ab 1969 den Weg freigemacht für eine neue Entwicklung der Innenstadt. Auf dem Gelände des alten Kopfbahnhofs und seiner Gleisanlagen entstand die Hochstraße Nord zur Kurt-Schumacher-Brücke und das 1979 eröffnete Rathaus-Center – die nun beide abgerissen werden. Entlang der Hochstraßen-Trasse soll ein neues Stadtviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern entstehen: die „City West“. Damit könnte es am Ende gelingen, die Innenstadt zu erweitern und das jetzt verödete Areal um den Ludwigshafener Hauptbahnhof zu beleben.