Ludwigshafen BASF: Weniger Lärm durch neue Fabrik
Die BASF baut eine neue Acetylenproduktionsanlage auf ihrem Gelände. Die Fabrik soll 2019 eine alte Anlage ersetzen und wesentlich weniger Belästigungen für Anwohner im Norden von Ludwigshafen mit sich bringen. Darüber hat die BASF am Mittwochabend den Ortsbeirat Oppau informiert.
„Die neue Anlage wird definitiv leiser sein“, sagte Linda von dem Bussche, die bei der BASF für die Bereiche Umwelt, Sicherheit und Genehmigungen verantwortlich ist. In den angrenzenden Wohngebieten komme dann nur noch ein Schall von maximal 35 Dezibel an. Zum Vergleich: Ein Rasenmäher verursacht einen Lärm von etwa 80 Dezibel. „Die Fackeltätigkeit mit Ruß durch die alte Anlage war erheblich. Wie sieht’s bei der neuen Anlage aus?“, wollte Ortsbeirat Roman Bertram (CDU) wissen. Bei der neuen Anlage seien die Hochfackeln seltener in Betrieb als bisher, versicherte Christof Herion, Leiter des Acetylenbetriebs. Die alte Acetylenfabrik im Ludwigshafener Werk läuft seit 1962. Die Technik für die neue Anlage sei bewährt und seit einigen Jahren an einem BASF-Standort in den USA im Einsatz. Die Anlage werde zuverlässiger laufen, was wiederum zu weniger Fackeltätigkeit führen werde, so Herion. Friedrich Poh (SPD) erinnerte an die Fehler beim Bau der TDI-Anlage und die Probleme beim Betrieb. Der Einsatz von Fremdfirmen habe sich dabei nicht bewährt. Er wollte wissen, ob die BASF daraus Konsequenzen ziehe. Und seine Parteikollegin Gerlinde Lehr fragte nach der Sicherheit. „TDI war kein Ruhmesblatt für uns. Wir haben das analysiert. Beim Acetylenprojekt sollen die Fehler nicht wiederholt werden“, sagte Linda von dem Bussche. „Unsere Ingenieure bauen die Anlage“, sagte Betriebsleiter Herion. Der Bau sei von den Aufsichtsbehörden genehmigt, die Technik sicher. Die neue Fabrik soll jährlich 90.000 Tonnen Acetylen erzeugen, 20 Betriebe beliefern und ist mit vier Hektar etwa so groß wie sechs Fußballfelder. Eine Investitionssumme nennt die BASF nicht. Experten gehen von einer hohen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Millionensumme aus. Acetylen ist ein wichtiger Ausgangstoff für Arzneimittel, Kunststoffe, Lösemittel oder Textilfasern. Der Stoff wird aus Erdgas hergestellt, das in der Anlage mit Wasser und Sauerstoff auf über 1200 Grad Celsius erhitzt wird.