Ein Bild und seine Geschichte RHEINPFALZ Plus Artikel BASF „Verbundstoff Bräu“: Ein Bier, das keines ist

Das „Verbundstoff Bräu“ der BASF darf wegen eines Inhaltsstoffs nicht als Bier bezeichnet werden. Es schmeckt aber wie Bier.
Das »Verbundstoff Bräu« der BASF darf wegen eines Inhaltsstoffs nicht als Bier bezeichnet werden. Es schmeckt aber wie Bier.

Der größte Chemiekonzern der Welt lässt bierähnliches Getränk brauen, um einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten. Warum das Getränk nicht Bier genannt werden darf.

Die BASF hat mit dem „Verbundstoff Bräu“ ein nachhaltiges Getränk entwickelt, das nicht nur nach Bier schmecken, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten soll. Das Besondere an diesem Getränk sei seine Herstellungsmethode, bei der übrig gebliebenes Brot als Zutat verwendet wird. Diese Idee zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung soll die nachhaltigen Werte des Unternehmens widerspiegeln, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.

Obwohl das „Verbundstoff Bräu“ nach traditionellen Braumethoden hergestellt wird, darf es in Deutschland nicht als Bier bezeichnet werden. Dies liegt am deutschen Reinheitsgebot, das den Begriff Bier schützt und nur Getränke zulässt, die ausschließlich aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bestehen. Das „Verbundstoff Bräu“ verwendet jedoch auch Brot, genauer gesagt Parisienne-Baguettes, die im BASF-Gesellschaftshaus bei der Zubereitung des Abendessens übrig geblieben sind.

Getrocknete Brotwürfel

Die Idee für das Getränk sei in der Küche der BASF-Gastronomie entstanden. Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, hatten die Köche den Einfall, das übrig gebliebene Brot zu nutzen. Die Baguettes werden abends in Würfel geschnitten und mit der Restwärme der Küchenöfen getrocknet. Diese Brotwürfel werden dann gesammelt und zum Braumeister von „Craft Cell“ nach Heidelberg gebracht. Dort wird das Brot zusammen mit Wasser, Hefe, Hopfen und Gerstenmalz vergoren. Das Ergebnis ist ein Getränk mit 5,4 Prozent Alkohol, das sich geschmacklich mit traditionellen Bieren messen könne, heißt es von der BASF.

Beim Kellereifest 2019 sei das „Verbundstoff Bräu“ eingeführt worden. Seitdem komme das Getränk gut an. Pro Jahr würden etwa 4000 Flaschen verkauft. Die Resonanz der Kunden sieht das Unternehmen durchweg positiv. Das zeige, dass das Konzept der Kreislaufwirtschaft auch im Getränkebereich Anklang finde.

Nachhaltiger Genuss

Das „Verbundstoff Bräu“ ist nur im Weinfachgeschäft der BASF-Weinkellerei in der Anilinstraße 14 in Ludwigshafen erhältlich. Kunden haben dort die Möglichkeit, das „BASF-Bier“ zu kaufen. Bei verschiedenen Veranstaltungen der BASF-Gastronomie wird das Getränk ebenfalls in Umlauf gebracht.

Neben dem „Verbundstoff Bräu“ bietet die Weinkellerei zahlreiche Weine und andere Getränke an. Dazu gehören bis zu 2500 verschiedene Weine sowie Sekte, Champagner und Spirituosen sowie spezielle Getränke-Editionen wie die „Schorle@work 3.0 Trauben-Maracujaschorle“ und der „Drive Weißwein Cuvée entalkoholisiert“, der mithilfe eines aromaschonenden Entalkoholisierungsprozesses hergestellt werde. Mit Produkten wie dem „Verbundstoff Bräu“ möchte die BASF Nachhaltigkeit und Genuss verbinden.

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