Ludwigshafen BASF-Stellenabbau: SPD spricht von Managementversagen
Der vom Chemiekonzern BASF angekündigte Stellenabbau im Stammwerk Ludwigshafen sorgt für Kritik in der Politik. „Der angekündigte Abbau von 700 Stellen in der Produktion am Standort Ludwigshafen bis 2026 verbunden mit der Schließung von Anlagen sind ein Schlag ins Gesicht der gut arbeitenden Belegschaft“, sagt der Ludwigshafener SPD-Vorsitzende David Guthier. Er kritisiert außerdem den bereits vor Monaten angekündigten Abbau im Bereich Forschung und Entwicklung. Den Sparkurs alleine mit einem schwierigen Wettbewerbsumfeld zu begründen, sei deutlich zu kurz gegriffen. Der SPD-Chef hofft, dass der Konzern mit seinen Plänen auf erheblichen Widerstand stoßen wird. Die BASF habe von den milliardenschweren Abwehrschirmen zur Sicherung von Industrieunternehmen und Beschäftigung in Folge von Corona und dem Ukraine-Krieg erheblich profitiert. „Dazu passen der Stellenabbau und die Schließung von Anlagen nicht“, findet Guthier. Das BASF-Jahresergebnis 2022 von 6,9 Milliarden Euro liege zwar 11,5 Prozent unter dem Vorjahr. Berücksichtige man allerdings, dass dieses Ergebnis alleine durch weltweit erhöhte Energiekosten von 3,2 Milliarden Euro belastet sei, relativiere sich der Rückgang. Gleichzeitig sollen drei Milliarden Euro als Dividende an die BASF-Aktionäre ausgeschüttet werden. „Stellenabbau im Stammwerk und Dividende in dieser Größenordnung, das passt nicht zusammen“, kritisiert die SPD. Fehler des Managements dürften nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen werden. Gleiches gelte für die offensichtliche Uneinigkeit im Vorstand. „Das Ende für die nagelneue, modernste TDI- Anlage der Welt ist ein Beispiel für Managementversagen“, so Guthier. Statt eines Sparkurses brauche es Investitionen in die Zukunft des Standortes Ludwigshafen. Die Ludwigshafener CDU-Landtagsabgeordnete Marion Schneid macht darauf aufmerksam, dass sich die BASF inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses befände – der von politischer Seite, das gelte nicht nur für die Landes- und Bundespolitik, sondern auch für die Stadt Ludwigshafen, unterstützend begleitet werden müsse.
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