Ludwigshafen
BASF: Neues Medizinisches Zentrum auch für Anwohner offen
Die Eröffnung nach 30 Monaten reiner Bauzeit übernahm Mike Heinz’ Nachfolgerin als Standortleiterin, Melanie Maas-Brunner. Für „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“, näher wurden die Kosten für das sechsgeschossige Gebäude ohne Keller und die angeschlossene zentrale Rettungswache, nicht beziffert, sei etwas Einmaliges entstanden, betonte sie bei der Eröffnung am Dienstagnachmittag.
Einmalig nicht allein, weil das mitten während der Pandemie begonnene Bauprojekt sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben sei, sondern vor allem einmalig im Zusammenspiel der werkseigenen Arbeitsmedizin und acht externen Partnern aus dem fachärztlichen Bereich, einer physiotherapeutischen Praxis und einer Apotheke, die eben nicht nur den Werksangehörigen, sondern auch der Zivilbevölkerung offenstehen.
„Eine richtige Entscheidung“
Deshalb habe man sich bewusst für einen Neubau außerhalb des Werksgeländes entschieden, erklärte der stellvertretende Leiter des BASF-Gesundheitsmanagements, Stefan Weberndörfer, beim Vorabrundgang durch das funktionale Gebäude und die zweigeschossige Rettungswacht, die die bisherigen beiden Standorte an den Feuerwachen für acht Fahrzeuge zusammenlegt. Rund 8000 Einsätze werden von hier aus pro Jahr gefahren.
„Eine zukunftsweisende, eine richtige Entscheidung“, lobte Maas-Brunner bei der offiziellen Einweihung. Und das nicht nur, weil das bisherige Gebäude der Arbeitsmedizin aus dem Jahr 1953 sowohl von der Bausubstanz als auch von der Raumaufteilung, im Raumbedarf und von den Abläufen her mittlerweile längst in die Jahre gekommen war. Auf nun 11.500 Quadratmetern Nutzfläche seien die Arbeitsbedingungen hingegen optimal.
Und das nicht nur für die Arbeitsmedizin, betonte Ludwigshafens Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) bei der Einweihung. Mit der Verknüpfung zu einem Facharztzentrum leiste das neue Medical Care Center auch einen richtungsweisenden Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Ludwigshafener Bevölkerung. „Den klassischen niedergelassenen Arzt wird es bald nicht mehr geben.“ Steeg hofft daher auf viele Nachahmer dieses bislang einmaligen Konzepts der Verknüpfung von Werksmedizin und Facharztzentrum. „Diesen Weg des Miteinanders sollten wir fortführen.“ Gerne mit weiteren Nachahmern. Sie geht davon aus, dass das neue Medizinzentrum auch die kritischen Stimmen überzeugen wird.
Auf eine Hilfe können die Macher dabei nicht vertrauen: „Einen Kinderarzt haben wir nicht im Zentrum“, scherzte Professor Christoph Oberlinner als Ärztlicher Direktor der BASF, als ihn die Geschäftsführerin der BASF Wohnen und Bauen, Johanna Coleman, vor „Kinderkrankheiten“ im neuen Gebäude warnte. Diese und die Nacharbeiten werden in den kommenden Monaten sicher kommen. Insgesamt zeigte aber auch Coleman sich zufrieden mit dem Bauablauf. „Es war die richtige Entscheidung, dass wir das Ganze nicht gewerkweise ausgeschrieben, sondern an einen Generalunternehmer übertragen haben.“ Die Arbeitsgemeinschaft aus dem Stuttgarter Unternehmen Wolff + Müller“ und der Mannheimer Baufirma Streib hätten bis zur Schlüsselübergabe am 1. August an das Projektteam des Medical Care Centers gute Arbeit geleistet.
Altes Ambulanzgebäude: Zukunft offen
Melanie Maas-Brunner betonte die Bedeutung der Investition in Arbeitsmedizin und Gesundheitswesen, die sich durchaus im Bereich von Investitionen in die Produktionsanlagen bewegt habe: „Gesunde Mitarbeiter sind die Grundlage dafür, dass die Produktionsanlagen rund laufen.“ Und wer die alte Arbeitsambulanz im Werk kenne, könne ohnehin keinen Zweifel daran haben, dass es richtig gewesen sei, in diesem Bereich zu investieren, ganz im Sinne von Unternehmensgründer Friedrich Engelhorn, dem Gesunderhaltung und Arbeitsfähigkeit seiner Mitarbeiter stets am Herzen gelegen hätten.
Über die Weiterverwendung des bisherigen Ambulanzgebäudes auf dem Werksgelände sei bislang noch nicht entschieden, informierte Weberndörfer. „Vorerst steht es leer.“ Immerhin habe auch der Umzug im laufenden Betrieb ohne Qualitätsverluste gut funktioniert.