Ludwigshafen BASF-Blindgänger: Entschärfung am Samstag

Wie hier bei einem anderen Fall im Sommer 2015 soll der Blindgänger unter einer Sandpyramide entschärft werden.
Wie hier bei einem anderen Fall im Sommer 2015 soll der Blindgänger unter einer Sandpyramide entschärft werden.

Im BASF-Werksteil Süd wird am Samstag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die Bombe muss dafür in eine eigens gebaute Sandpyramide transportiert werden. Während der Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst werden Straßen im Werk gesperrt. Auch bei der Schifffahrt auf dem Rhein kommt es zu Einschränkungen.

Wie die BASF gestern mitteilte, werden die Experten des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz um 9 Uhr vor Ort sein. Dann wird zunächst eine Mulde entfernt, die momentan die Bombe abdeckt. Danach wird der Sprengkörper vorsichtig über einen Tunnel in eine Sandpyramide bugsiert, wo anschließend der Zünder entfernt wird. Für die Dauer der Entschärfung werden in einem Umkreis von 300 Metern die Straßen auf dem südlichen Werksgelände gesperrt und die Rheinschifffahrt eingeschränkt. Eine Evakuierung oder Unterbrechung der Produktion sei nicht erforderlich, so das Unternehmen. Eine Gefahr für BASF-Mitarbeiter und Bevölkerung bestehe nicht. Der Blindgänger war am 26. Juni bei Sondierungsarbeiten für eine Baustelle von einer Fachfirma entdeckt worden, die den Untergrund untersucht hatte (wir berichteten). Es handelt sich um den vorderen Teil einer ursprünglich 500 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbombe inklusive Zünder. Die BASF hat für Entschärfungen von Blindgängern eine eigene Methode entwickelt: Aus großen Sandsäcken wird eine mehrere Meter hohe Sicherheitspyramide gebaut. Die Entschärfer kriechen dann durch eine Röhre in das Innere der Konstruktion. Die Sandpyramide ist nach dem ägyptischen Pharao Ramses benannt und dämmt für den Fall einer Detonation der Bombe die Druckwelle. So sollen Schäden an umliegenden Gebäuden und Produktionsstätten verhindert werden. Das Verfahren wird teils auch bei Entschärfungen im Ludwigshafener Stadtgebiet angewandt, wie etwa bei der Entschärfung eines Blindgängers auf dem Gelände des Hauptbahnhofs vor einigen Jahren. Gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst des Landes hat die BASF im aktuellen Fall die Vorgehensweise für die Entschärfung erarbeitet. Zunächst war am 7. Juli der Blindgänger von seinem Fundort im Werksteil Süd zu dem rund 200 Meter entfernten Ort verlagert worden, wo er nun am Samstag entschärft werden soll. Die Sicherheitspyramide hat eine Kantenlänge von 25 Metern und eine Höhe von 6,50 Metern. Rund 2500 Tonnen Sand sind dafür notwendig. Wegen des Baus der Sicherheitspyramide findet die Entschärfung nun erst am Samstag statt, denn die Konstruktion habe einige Zeit in Anspruch genommen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

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