Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF bietet erstmals Jobsuche via Bildschirm an

Jana Rüffel, Chemielaborantin im 2. Ausbildungsjahr, zeigt wie instabil Glas sein kann, wenn man eine kleine Metallkugel in eine
Jana Rüffel, Chemielaborantin im 2. Ausbildungsjahr, zeigt wie instabil Glas sein kann, wenn man eine kleine Metallkugel in eine Flasche fallen lässt.

Der erste virtuelle Infotag zum Thema Ausbildung bei der BASF war sehr gefragt: Rund 1500 Teilnehmer waren am Samstag an den Bildschirmen dabei. Etwa 100 Azubis und Ausbilder berichteten via Livestream über die Ausbildungsmöglichkeiten. Der Chemiekonzern hat auch noch Jobs zu vergeben.

Seit rund 50 Jahren gibt es den Infotag der BASF in Ludwigshafen über die Angebote zur Berufsausbildung. Erstmals konnte er aufgrund der Corona-Pandemie nur in digitaler Form stattfinden. Über zu wenig Bewerber kann das Unternehmen nicht klagen. Für den Ausbildungsstart 2021 seien mit 9300 Bewerbungen bereits 825 mehr als im Vorjahr eingegangen. Doch noch seien 150 Ausbildungsplätze frei, teilt das Unternehmen mit.

Normalerweise bewegen sich am Infotag der Ausbildung mehrere Tausend Menschen über das Werksgelände. Jugendliche und junge Erwachsene, allein oder mit ihren Eltern, besuchen die Informationsvorträge und schlendern durch die Ausbildungswerkstätten, wo Ausbilder und Azubis der verschiedensten Berufe Einblicke geben und bereitstehen, um alle auftauchenden Fragen zu beantworten. „Leider war ein Infotag vor Ort in diesem Jahr nicht möglich“, bedauerte Markus Hermann, Leiter der Aus- und Weiterbildung der BASF. Dafür hat das Ausbildungsteam auf einer Webseite ein abwechslungsreiches virtuelles Programm auf die Beine gestellt, um möglichst authentische Einblicke in die Ausbildung zu bieten.

1500 Teilnehmer

Nach Angaben der BASF nutzten rund 1500 Teilnehmer das Angebot. Sie konnten auswählen aus elf Feldern mit rund 30 Berufen, die vom Chemie-, Metall- und Elektro-Bereich, Fachinformatik oder Wirtschafts- und Ingenieurstudiengängen bis hin zur Gastronomie und Hotelbranche reichen. Bei etwa 20 „Berufe-Touren“ werden in kurzen Filmen Tätigkeiten und Aufgaben der Azubis in den Laboren, Werkstätten und Betriebsanlagen vorgestellt. Dazu ermöglichten Videokonferenzen per Livestream den direkten Austausch mit den rund 100 Ausbildern und Azubis, die vor Ort von ihren Erfahrungen berichteten.

„Die Besucher konnten hier fast hautnah dabei sein, per Chat waren direkte Fragen möglich“, betont Edyta Piorek vom Team Ausbildungsmarketing, die am Infotag die Berufe-Tour der Elektrotechnik begleitet hat. Hier gibt es drei Lehrberufe. Als angehender Mechatroniker im zweiten Ausbildungsjahr stand der 23-jährige Dominik Weber für Fragen bereit. „Die Größe und Vielseitigkeit der BASF ist schon ein Vorteil bei der Ausbildung“, meinte er. Bei seiner eigenen Berufsorientierung hätten ihm seine Eltern geraten, sich doch mal bei der BASF zu informieren, erzählte der Mannheimer.

Auch Angebote für Eltern

Neben der Berufe-Tour warteten noch weitere digitaler Angebote auf die Besucher. Ein „Ausbildungsfinder“ erlaubte die spielerische Suche nach dem passenden Beruf. Ein kurzer Schnuppertest lud dazu ein, schon mal für die Bewerbung zu üben. Hinter dem digitalen Infostand standen reale Menschen, dazu beantwortete die virtuelle Helferin „Anilina“ häufig gestellte Fragen. Zu allen Themen gab es Vorträge. Darunter auch für Eltern von Jugendlichen. „Die Berufswahl ist eine Weichenstellung fürs Leben. Die Eltern spielen als wichtige Ratgeber bei der Berufsorientierung eine große Rolle“, meinte Hermann.

Überaus zufrieden zeigt sich der Ausbildungsleiter mit dem Stand der Bewerberzahlen. „Gegen den Trend haben wir unsere Bewerberzahlen gegenüber 2019 um 18 Prozent gesteigert. Bis heute sind rund 9300 Bewerbungen eingegangen, das sind 825 mehr als zu dieser Zeit im Vorjahr“, berichtete Hermann. Etwa 90 Prozent der Azubis erhielten nach Abschluss ihrer Ausbildung ein Übernahmeangebot, betont der Leiter der Aus- und Weiterbildung. Um sich erfolgreich bei der BASF für eine Ausbildung zu bewerben, sei nicht nur die Durchschnittsnote wichtig. Natürlich sei gute Schulbildung in bestimmten Fächern gefragt. Es zählten aber auch persönliche Eigenschaften wie Neugier, Gewissenhaftigkeit und soziale Kompetenz, machte er deutlich.

Zur Sache: Daten & Fakten zur BASF

Bei der BASF arbeiten rund 39.000 Menschen im Stammwerk, darunter sind rund 2350 Auszubildende. Jedes Jahr werden etwa 820 neue Auszubildende eingestellt. Aktuell sind noch 150 Plätze frei, etwa in den Bereichen Produktion, Elektro- und Metalltechnik, Gastronomie und Hotel sowie für das Programm „Start in den Beruf“. Mehr dazu gibt’s im Internet unter basf.com.

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