Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel B9-Baustelle: Nadelöhr fällt weg

Im Feierabendverkehr in Ludwigshafen ging wegen der Baustelle zeitweise nichts mehr.
Im Feierabendverkehr in Ludwigshafen ging wegen der Baustelle zeitweise nichts mehr.

Die Verkehrssituation rund um die B9 im Ludwigshafener Norden und Westen könnte sich in den kommendenTagen entspannen. Wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) und die Stadt mitteilen, wird ab Montag die Abfahrt auf die B9 von der A650 bei Oggersheim wieder geöffnet. Anlieger können dann bis zur Anschlussstelle Studernheim fahren. Zuvor gibt es aber eine Vollsperrung.

Seit Ende Oktober herrschen wegen der baustellenbedingten Teilsperrung der B9 zwischen Oggersheim und Frankenthal chaotische Zustände. Entlang der BASF bilden sich im Feierabendverkehr kilometerlange Staus. Autofahrer brauchen aus der Ludwigshafener Innenstadt bis auf die L523 im Norden der Stadt gut eine Stunde. Auf der Brunckstraße und der Langgartenstraße zwischen Friesenheim und Oppau geht zu Stoßzeiten oft nichts mehr voran.

Auch in Oggersheim macht sich die Sperrung deutlich bemerkbar. Viele Lkw-Fahrer, die wegen der Baustelle von der B9 abfahren müssen, irren mit ihren 40-Tonnern durch den Stadtteil – zum Leidwesen der Anwohner. Das Thema hat auch die Kommunalpolitik beschäftigt, die beim Land wegen der Baustelle vorstellig wurde. Offenbar mit Erfolg. Denn nun könnte sich bald die Verkehrslage entspannen.

Für Anlieger freigegeben

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) hat nach eigenen Angaben den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Koblenz um eine Änderung der Verkehrsführung gebeten. Im zweiten Bauabschnitt der B9-Sanierung war ursprünglich vorgesehen, den Verkehr in Fahrtrichtung Frankenthal weiterhin an der Anschlussstelle Oggersheim-West abzuleiten. Diese Regelung hätte jedoch dazu geführt, dass sich in den nördlichen Stadtteilen die Verkehrslage nicht entspannen würde. Der LBM habe auf die Einwände aus Ludwigshafen nun reagiert und den Anliegerverkehr über die B9 bis zur Anschlussstelle Frankenthal-Süd freigegeben.

„Diese Maßnahme wird voraussichtlich zu einer spürbaren Entlastung der Verkehrssituation in den betroffenen Stadtteilen führen“, ist die Ludwigshafener Stadtverwaltung überzeugt. Eine entsprechende Beschilderung werde nun am Wochenende aufgestellt. Zusätzlich werde die die Beschilderung an der L524 zwischen Oggersheim und Maxdorf am Abzweig nach Flomersheim/Eppstein entfernt. Die Schilder sollten den Durchgangsverkehr aus den Frankenthaler Vororten heraushalten. Nächste Woche wird die Sperrung wieder aufgehoben und Autofahrer können wieder über diese Achse Frankenthal erreichen.

Restarbeiten bis Ostern

Ferner wird die Vollsperrung an der Zufahrt zur B9 über die Wormserstraße in Oggersheim ab Montag aufgehoben. Dadurch können Autofahrer auch von dort aus die Anschlussstelle Frankenthal-Süd erreichen. Der restliche Abschnitt der Bundesstraße zwischen Studernheim und Frankenthal-Mitte bleibt gesperrt. Dort muss noch die Fahrbahn grundlegend saniert werden. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich noch bis Ostern dauern. Auf der gegenüberliegenden Fahrspur zwischen Studernheim und Oggersheim steht aus Platzgründen während der Bauzeit nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.

„Ich bin dankbar, dass der LBM mit den entsprechenden Maßnahmen reagiert hat. Mir ist wichtig, dass es zu einer möglichst gleichmäßigen Verteilung der verkehrlichen Belastungen kommt, und ich hoffe auf eine spürbare Verbesserung der Situation. Bei den Bürgern möchte ich mich außerdem für ihr Verständnis und ihre Geduld bedanken“, meinte OB Steinruck am Freitag.

Zwei Wochen schneller

Der LBM hatte ursprünglich geplant, die Fahrspur auf der B9 von Oggersheim bis nach Studernheim erst ab Weihnachten wieder freizugeben. Doch die Bauarbeiter sind schneller vorangekommen als geplant. Daher wird die Baustellenführung jetzt zwei Wochen früher geändert. Deswegen wird die B9 in der Nacht von Samstag auf Sonntag komplett gesperrt – in beiden Fahrtrichtungen, von Mitternacht bis 5 Uhr. In dieser Zeit wird die Baustelle neu eingerichtet.

Während die Ludwigshafener hoffen, dass sich ab Montag die Lage entspannt, befürchten die Frankenthaler, dass sich eine Blechlawine ab der Abfahrt Studernheim durch die Mahlastraße in die Frankenthaler Stadtmitte wälzt. Als Zugeständnis stellen die Baustellenverantwortlichen das Hinweisschild „Anlieger frei bis Frankenthal-Süd/Studernheim“ auf. Es soll Ortsfremde fernhalten. In der Mahlastraße wird eine Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt, damit Autofahrer auf die Bremse treten. Geprüft werde noch, ob die Ampelschaltung für eine grüne Welle angepasst werden kann. Denkbar sei gegebenenfalls eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30, lauten weitere Überlegungen in Frankenthal.

Mehr Hinweise auf Umleitung

Die bisherige Umleitungsempfehlung des LBM über die A650, A61 und A6 bleibt auch für den zweiten Bauabschnitt auf der B9 bestehen. Die Stadt Frankenthal hat mit dem LBM ausgehandelt, den Verkehr mit gelben Blinklichtern auf die Umleitungsschilder an der Autobahn aufmerksam zu machen. Bisher war die Umleitung nicht ausreichend von Autofahrern angenommen worden.

Grund der fünfmonatigen Bauarbeiten auf der B9: Die Fahrbahn und auch die Mittel-Leitplanken werden auf der fünf Kilometer langen Strecke erneuert. Laut LBM muss während der Bauarbeiten die Fahrspur Richtung Norden (Frankenthal-Mitte) komplett gesperrt werden, um die arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstände einzuhalten. Eine einspurige Verkehrsführung wie auf der Gegenseite sei wegen der zu geringen Fahrbahnbreite nicht möglich. Wie sich die neue Baustellenführung auf den Verkehr auswirkt, wird sich ab Montag nun zeigen.

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