Ludwigshafen Bürgerinitiative: Vermögen nach Auflösung gespendet
„Unsere großen Ziele haben wir erreicht.“ Da waren sich die verbliebenen Vorstandsmitglieder Volker Keller, Horst Stotzek, Dieter Matzig und Christine Keller bei der Spendenübergabe am Dienstag einig. Vor allem die zusätzlich gebauten Lärmschutzwände und die Begrenzung auf höchstens 120 Züge in 24 Stunden sowie die Beschränkung der Zuggeschwindigkeit auf maximal 40 Kilometer pro Stunde verbucht die Bürgerinitiative als Erfolge. „Eine generelle Verlegung der Bahnstrecke oder die Verhinderung eines zweiten Gleiskörpers waren ohnehin nicht realistisch“, befand Dieter Matzig.
Zur genauen Anzahl seiner Mitglieder wollte der Verein auch nach seiner Liquidation zu Jahresbeginn nichts sagen. Offensichtlich waren die Mitglieder aber nicht nur zahlreich, sondern auch finanzkräftig. Dank sogenannter Mitgliedssonderzahlungen beläuft sich das verbliebene Vereinsvermögen auf 15.000 Euro. „Wir haben schon bei der Gründung der Bürgerinitiative festgelegt, dass ein mögliches Vermögen nach Auflösung des Vereins für Menschen am Beginn und am Ende ihres Lebens in Ludwigshafen verwendet werden soll“, erläuterte Christine Keller. Dies sei so auch in die Satzung aufgenommen worden. Als das Hospiz Elias und das Kinderheim St. Annastift in der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH aufgegangen seien, habe man die Satzung entsprechend ändern müssen.
Das Geld sei überaus willkommen, sagte Jürgen Will von der Geschäftsführung von St. Dominikus. Es sei schön, dass die Bevölkerung weiterhin an beide Einrichtungen denke. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren rund 2000 Menschen im Sterben begleitet“, berichtete Hospiz-Einrichtungsleiter Rolf Kieninger. Mit der Spende würden Musik- und Aromatherapie im Hospiz finanziert. „Beide Therapeuten sind festangestellt und beide finanzieren sich ausschließlich durch Spenden.“ Das Kinderheim werde seinen Anteil für eine Freizeit für die rund 145 betreuten Kinder und Jugendlichen verwenden, erklärte Michael Eberhart vom St. Annastift. Wie er erläuterte, wird dieses Angebot nicht mehr vom Jugendamt bezuschusst.