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Das erfolgreiche Team des ASV Fußgönheim, mit den beiden Zwillingspaaren Heinz und Walter Peter sowie Harald und Eckhard Prinz.
Das erfolgreiche Team des ASV Fußgönheim, mit den beiden Zwillingspaaren Heinz und Walter Peter sowie Harald und Eckhard Prinz.

Der ASV Fußgönheim ist ein etablierter Verbandsligist. Einen bemerkenswerten Erfolg verbuchte der ASV vor 50 Jahren mit dem erstmaligen Aufstieg in die II. Amateurliga. Dabei gab es einige Besonderheiten. Die werden beim Jubiläumstreffen nun Gesprächsthema sein.

Ein Brüderpaar in einer Mannschaft ist so ungewöhnlich nicht. Zwillinge sind da schon seltener. Dass in dem Team des ASV Fußgönheim, das in der Saison 1971/72 Meister der A-Klasse Nord wurde, zwei Zwillingspaare und ein Brüderpaar standen, ist jedoch schon kurios. „Mein verstorbener Bruder Heinz und ich waren ebenso Zwillinge wie Hans und Walter Peter, die einen Tag nach uns auf die Welt kamen“, berichtet der heute 74 Jahre alte Walter Kollmann, ein schneller und zweikampfstarker Defensivallrounder. Hinzu kamen Spielertrainer Eckhard Prinz und sein jüngerer Bruder Harald, der später einer der erfolgreichsten und prägendsten Trainer des ASV werden sollte.

Diese familiäre Bande übertrug sich auf die komplette Mannschaft. „Wir waren in vielerlei Hinsicht eine verschworene Gemeinschaft. Nicht nur auf dem Platz und nach dem Spiel“, sagt Norbert Beckmann. Der 73-Jährige, der den ASV lange als Vorsitzender führte, nennt als Beispiel seinen Hausbau 1975, als viele Mitspieler fleißig mit angepackt haben. Kollmann erzählt, dass damals fast alle Spieler verheiratet oder liiert gewesen seien. „Die Frauen waren mit einbezogen, haben mittags zusammen Kaffee getrunken. Und nach den Spielen haben wir gesungen und die Kuh fliegen lassen“, erinnert sich der pensionierte Bilanzbuchhalter.

Der torgefährlicher Halbstürmer Klaus Weiler, mit zehn Treffern im Meisterjahr hinter Torschützenkönig Hans Peter, der 21 Mal traf, am erfolgreichsten, ergänzt: „Wir haben oft Karten gespielt, sind gemeinsam ausgegangen, und es wurde viel geflachst.“ Ein entscheidender Punkt für den Titel: Bis auf die Peter-Zwillinge, die aus Böhl-Iggelheim stammten, waren alle anderen Akteure Fußgönheimer und ASV-Eigengewächse.

Gefürchteter Hartplatz

Die Fußgönheimer hatten eine spielstarke, ausgeglichen besetzte Mannschaft, die aber auch kämpferisch überzeugte. „Eckhard Prinz war als offensiver Mittelfeldspieler der Kopf der Mannschaft, mit dem ich mich blind verstanden habe“, erklärt Linksaußen Beckmann. Gefürchtet war der ASV wegen seiner enormen Heimstärke. „Wenn wir auf unserem Hartplatz in der zweiten Halbzeit auf das Tor am Clubhaus gespielt haben, wurde manche Partie gedreht“, verdeutlicht Weiler, dessen Schwager Peter Spielleiter war. Laut Beckmann hat jeder gewusst, was der andere macht, weil das Team gewachsen war und viele schon in der Jugend zusammenspielten.

Der ASV, der damals von Vereinschef Egon Mersinger und Vertreter Hans Stähly geführt wurde, gehörte die gesamte Saison der Spitzengruppe an, lag aber immer ein paar Punkte hinter Tabellenführer VfR Frankenthal II. Die einzige Heimniederlage gab es gegen den Nachbarn ASV Maxdorf im Kerwespiel. Aber just diese Maxdorfer, lange auch ein aussichtsreicher Titelkandidat, verhalfen den Fußgönheimern mit einem Sieg gegen den VfR zu einer Chance auf die Meisterschaft. Walter Kollmann, der zwischen 1979 und 1985 aus beruflichen Gründen in Rio lebte und gut portugiesisch spricht, ärgert sich noch heute: „Ausgerechnet beim entscheidenden Spiel war ich verletzt.“

1000 Zuschauer kommen

Am letzten Spieltag erwartete der ASV den Kontrahenten aus Frankenthal, der einen Punkt mehr auf dem Konto hatte. Über 1000 Zuschauer waren gekommen. „Das war auch für die damaligen Verhältnisse ausgewöhnlich. Ich war so auf das Spiel fixiert, dass ich diese Zahl ausgeblendet habe“, sagt Weiler, dessen Frau Cornelia kurioserweise vor der Hochzeit ebenfalls Weiler hieß. Heinz Kollmann, den Beckmann als „unseren besten Kopfballspieler“ bezeichnete, brachte den ASV in Führung, Weiler, später langjähriger Abteilungsleiter und heute noch Vorstandsmitglied, erhöhte auf 2:0 und sorgte nach dem Anschlusstreffer der Gäste mit dem 3:1 für die Vorentscheidung. Den 4:1-Sieg sicherte Torjäger Hans Peter. Fußgönheim zog am VfR vorbei, stand zum ersten Mal auf Rang eins und feierte die Meisterschaft.

Die Mehrzweckhalle platzte aus allen Nähten, und es wurde eine unvergessliche Aufstiegsfeier. Doppeltorschütze Weiler, der später als Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitete, war damals bei der Bundeswehr. „Es war Manöver angesagt, aber ich hatte zum Spiel frei bekommen, weil ich meinen Vorgesetzten einige Fußbälle für die Bataillonsmannschaft versprochen hatte“, blickt Weiler zurück. Und Beckmann, 1972 als Angestellter bei der Gemeindeverwaltung beschäftigt, erinnert sich lachend an den Montag danach: „Da kamen immer wieder Fußgönheimer Bürger in mein Büro, gratulierten zum Aufstieg und fragten, ob man zusammen etwas trinken könne.“ Beckmanns Chef gab nickend seinen Segen und sagte irgendwann: „Norbert, Du kannst heimgehen.“

Drei Saisons hielt sich der ASV in der II. Amateurliga, die damals die vierthöchste Klasse war. Nach dem Abstieg dauert es 14 Jahre bis zur Rückkehr. Die Spielzeit 1971/72 bleibt aber allen Beteiligten als etwas Besonderes im Gedächtnis.

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