Ludwigshafen Bäcker Görtz darf aufstocken
Mit dem Beschluss für eine beschleunigte Aufstellung des Bebauungsplans „In der kurzen Mörschgewanne“ hat der Bau- und Grundstücksausschuss am Montagabend bei drei Enthaltungen der geplanten Aufstockung des Backhauses der Bäcker Görtz GmbH an der Rheingönheimer Hauptstraße den Weg geebnet. Der Entwurf des entsprechenden Plans „Nr. 631a“ wird für einen Monat offengelegt. Kritik an dem Vorhaben übten die Grünen.
Die Gebäudeaufstockung ändere vor Ort die klimatischen und lufthygienischen Bedingungen, monierte Fraktionschef Hans-Uwe Daumann, der sich wie Parteikollegin Heike Hess und Liborio Ciccarello (Linkspartei) einer Zustimmung verweigerte. Die Stadt dürfe nicht alles genehmigen, nur weil Görtz ein wichtiger Arbeitgeber sei, so Daumann. Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) zerstreute die Bedenken der Grünen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge würden die klimatischen Verhältnisse durch den Umbau nicht gravierend beeinflusst. Laut Architekt Christian Teepe hat die Görtz GmbH bereits Klima- und Schallschutzgutachten für das Vorhaben beauftragt und vorgelegt. Rheingönheims Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) wies darauf hin, dass der Ortsbeirat bereits seine Zustimmung für das „Brotzeit“-Projekt signalisiert habe. Görtz sei für den Stadtteil ein unverzichtbarer Arbeitgeber und investiere Millionen in den Standort an der Hauptstraße. Wie berichtet, stellte Architekt Teepe die Görtz-Pläne dem Ortsbeirat bereits am Abend des 19. Mai vor. Nach seinen Angaben soll auf die „Backstube“, also den hinteren Teil des Gebäudes, ein Geschoss aufgesetzt werden. Über einen neuen Eingang und ein Treppenhaus an der Rückseite des Hauses soll dieser Bereich dann für die Beschäftigten zugänglich sein. In den bisherigen Personalräumen sind zusätzliche Büros vorgesehen. Die Mitarbeiter sollen in den neuen Trakt umziehen. Damit Görtz sein Projekt umsetzen kann, muss die nördliche Grenze des geltenden Bebauungsplans um 15 Meter weiter nach Norden verschoben werden. Außerdem muss die zulässige Gebäudehöhe von derzeit zehn auf 15,50 Meter erhöht werden, wie Sabine Hillekum von der Stadtverwaltung damals erläuterte. Das seien dann die letzten Expansionsmöglichkeiten an diesem Standort. Hillekum rechnet damit, dass der Stadtrat den geänderten Bebauungsplan im Laufe des Jahres beschließt. In der Regel folgt er der Empfehlung des Bau- und Grundstückausschusses. Laut Firmenchef Peter Görtz verändere sich das Bäckerei-Geschäft derzeit rasant. Seinen Angaben zufolge ist die Erweiterung des Betriebsgebäudes notwendig, „weil wir auch in Zukunft noch Bäcker sein wollen“.