Ludwigshafen
Ausstellung mit Gemälden von Elena Mokina im Schloss Fußgönheim
Man muss noch nicht einmal die Ausstellung gesehen haben. Es reicht schon ein Blick auf den Einladungsflyer, um zu erkennen, welcher große Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts das Vorbild Elena Mokinas ist. „Ja“, sagt sie, „Kandinsky ist wie ein geistiger Vater für mich. Er hat mir die entscheidenden Impulse gegeben.“ Alle Künstler seien den Weg gegangen, jemandem ähnlich sein zu wollen.
Von Russland in die Pfalz
Was Elena Mokina mit Wassily Kandinsky abgesehen von dem Bedürfnis, Seelenzustände in abstrakten bunten Gemälden auszudrücken, gemeinsam hat, ist die Herkunft: Wie der Mitbegründer des „Blauen Reiters“ und Wegbereiter der expressionistischen Kunst stammt auch Mokina aus Russland. Sie wurde im Mai 1960 in Sotschi geboren und ist in der für ihr subtropisches Klima berühmten Stadt am Schwarzen Meer aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zur Kartographin absolvierte sie berufsbegleitend ein Kunststudium im staatlichen Haus der Architekten in St. Petersburg. Nachdem sie ihren Mann kennengelernt hatte, zog sie 1996 nach Deutschland, begann als freischaffende Künstlerin zu arbeiten, wurde Mutter eines Sohnes. Dank zahlreicher Ausstellungen hat sich Mokina einen Namen in der Rhein-Neckar-Region gemacht.
Ein 25 Jahre altes Werk
In ihrem ursprünglichen Beruf der Kartographin hat Elena Mokina in Deutschland nicht mehr gearbeitet. Aber sie glaubt, dass ihr die in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten heute noch von Nutzen sind: das Wissen über Perspektiven, über Strukturen, über grafische Muster. Immer wieder experimentiert Mokina in ihren Gemälden mit Formen. Das älteste Werk in der Fußgönheimer Ausstellung entstand noch in Russland, 1995 in St. Petersburg. Hier dominiert das Blau, später verwendet sie oft Rottöne. Eigentlich bedient sich die Künstlerin aber der kompletten Farbpalette. Sie erzählt von der Realität und gleichzeitig auch nicht. „Kunst ist für mich Kommunikation“, sagt sie. „Wer ein Bild anschaut, setzt sich dabei mit existenziellen Themen auseinander.“
Zwischen abstrakter und gegenständlicher Kunst möchte sich Elena Mokina dabei nicht entscheiden müssen. Auf mehreren Bildern hat sie eine Ansammlung von Flaschen verewigt, die aber gleichzeitig auch keine Flaschen sind, deren Inhalt aus wegwabernden Formen besteht. Auch mit ihren Stillleben möchte sie vor allem Gefühle erzeugen, „schöne, gemütliche Gefühle“ zum Beispiel mit einem in Rottönen gehaltenen Werk, das Blumen in einer Vase zeigt. Um einen dreidimensionalen Effekt zu erzielen, ein besonderes ästhetisches Erlebnis, klebt sie auch mal Stoff auf ein Gemälde. Ideen, sagt Mokina, habe sie viele. Und vor allem: „Ich möchte mich nicht wiederholen.“
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