Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Aufzüge am Hauptbahnhof defekt – Kritik an Deutscher Bahn

Der Beirat für Menschen mit Behinderung kritisiert die nicht funktionierenden Aufzüge am Ludwigshafener Hauptbahnhof.
Der Beirat für Menschen mit Behinderung kritisiert die nicht funktionierenden Aufzüge am Ludwigshafener Hauptbahnhof.

Die katastrophale Situation für Rollstuhlfahrer am Ludwigshafener Hauptbahnhof treibt den Beirat für Menschen mit Behinderung um. Das Thema Inklusion bleibt ein Dauerthema.

Das Problem nicht funktionierender Aufzüge am Ludwigshafener Hauptbahnhof ist seit Jahren bekannt und quasi ein Dauerzustand. „Eine Katastrophe“, sagen die Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderung. „Die Deutsche Bahn repariert die Aufzüge nicht, weil es zu schwierig und teuer sei“, berichtet Peter Stahl, Ludwigshafens Beauftragter für Menschen mit Behinderungen. Vor einiger Zeit habe in diesem Zusammenhang ein Rollstuhlfahrer für Aufsehen gesorgt, als er aus Protest an Ort und Stelle seinen Rollstuhl die Treppen hinunterwarf und die Stufen auf dem Hosenboden hinab rutschte.

Wie Menschen mit Beeinträchtigungen mehr Inklusion und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden kann, bleibt jedoch auch an anderen Stellen ein wichtiges und immer wiederkehrendes Thema. Etwa in den Sportvereinen, für die Jörg Joachim als Vorsitzender von Ludwigshafens größtem Verein, dem 3000 Mitglieder starken Eisenbahner-Sportverein (ESV) von einer eigenen Inklusionsbeauftragten und Sportarten berichtet, in den Inklusion gelebt werde. So seien in der Judo-Jugendabteilung derzeit etwa ein Blinder und ein Gehörloser mit dabei.

Welch große Probleme konkret die Gruppe der Gehörlosen im Alltag zu überwinden hat, betonte Daniela Bade, die Vorsitzende des Ludwigshafener Gehörlosen-Vereins. „Gehörlose brauchen oft einen Dolmetscher. Den können sie kaum aus eigener Tasche bezahlen, Hilfen sind daher unbedingt nötig.“

Thema sexualisierte Gewalt

Aufmerksam macht der Beirat zudem auf die Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen der Diakonie. Diese biete psychosoziale Beratung, Krisenintervention, Information über Schutzmöglichkeiten sowie die Weitervermittlung ins Hilfesystem an. „Jede dritte bis vierte Frau mit Behinderung hat in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren“, betont Sozialarbeiterin Beate Guttenbacher.

Nach jeder Anzeige wegen häuslicher Gewalt übermittle die Polizei die Kontaktdaten des Opfers, also meist der Frau, an die Interventionsstelle – wenn die Zustimmung dafür erfolgt. „Wir erreichen so auch Frauen, die sonst nicht zu uns gefunden hätten“, meint Guttenbacher.

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