Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Aufgelesen – Kurioses aus Ludwigshafen: Luftige Höhen und tiefe Einblicke

Mundenheim: Schuhe an einer Oberleitung.  Foto: arts
Mundenheim: Schuhe an einer Oberleitung.

Latschen an einem Oberseil, tierischer Einsatz beim TFC, ein Zweirad mit Seltenheitswert und eine Unterführung, die schon bessere Tage erlebt hat – all das ist uns zuletzt in Ludwigshafen aufgefallen. Aber lesen Sie einfach selbst.

Hängende Schuhe

Babylon hatte die Hängenden Gärten der Semiramis in der Antike als eines der Sieben Weltwunder angesehen. Ludwigshafen hat jetzt immerhin die Hängenden Schuhe von Mundenheim – wenngleich diese in ihrer geistesgeschichtlichen Tragweite wohl weitaus geringer einzuschätzen sind. Der erste Gedanke jedenfalls beim Anblick dieser luftigen Schuhparade unweit des S-Bahn-Halts kreist unwillkürlich um die Vermutung, dass der (oder die) früheren Besitzer der Latschen ziemliche Schweißfüße haben muss, wenn die Schlappen an einem Halteseil der Oberleitung gelüftet werden. Sofern sie überhaupt noch für eine weitere tragende Verwendung vorgesehen sind. Vielleicht aber ist das Schuhwerk, das da im lichten Bahnraume baumelt, tatsächlich ein Kunstwerk, angebracht abseits ausgetretener Pfade.

Ein Anruf bei der Bahn bringt Klarheit: Es handelt sich bei der Schuhparade weder um eine kreative Installation noch um ein neues Bahnsignal, das beispielsweise darauf hinweist, ab diesem Standpunkt doch besser zu Fuß zu gehen, wenn man pünktlich sein Ziel erreichen will. Es ist schlicht gefährlicher Unsinn. „Selbst bei einem Abstand von bis zu 1,5 Metern kann der Strom in einem Lichtbogen überspringen“, warnt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Bei 15.000 Volt Spannung kann es also leicht passieren, dass das zuletzt aufgehängte Paar Schuhe zugleich das allerletzte Paar ist. Solcherlei lebensgefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr gilt es zu vermeiden. Nicht zuletzt zum Wohl der Reisenden, die im Unglücksfall dann wirklich auf Schusters Rappen unterwegs sein müssen. Wer die Latschen angeseilt hat, dürfte kaum zu ermitteln sein. Dem Anschein nach handelt es sich um gängige Modelle und Größen. Martin Schmitt

Hungrige Löwen

Die Löwen sind los – das war das Motto am Samstag auf der Parkinsel. Aber nicht in einem der Filmfestival-Zelte als Vorgriff auf die heute beginnende Großveranstaltung. Also keine Neuverfilmung des Klassikers „Die Bären sind los“. Es war auch kein Zirkus in der Nähe, und es waren keine Tiere aus einem Zoo geflüchtet. Die Löwen waren am Samstag vor allem auf dem Gelände des TFC zu sehen. Zum Teil waren sie wieselflink wie die Großkatzen. Aber sie sahen bei Weitem nicht so furchteinflößend aus wie ihre Namensgeber. Nein, denn der Löwe ist das Wappentier des TFC. Und der lud zum Sommerfest und wollte Kindern Lust auf Hockey machen. Das klappte auch. Auf dem Platz und an den Spielgeräten war einiges los. Die Kinder hatten zwar weniger ein Auge für die netten Bälle, die sogar das Vereinslogo zieren. Aber darum ging es ja gar nicht: Sport und Bewegung sollen erst einmal einfach nur Spaß machen. Ob schon neue Hockey-Cracks entdeckt wurden? Bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall schwingen die Vorbilder auch gerade den Schläger – bei der Europameisterschaft in Antwerpen in Belgien. Und sie sollten dort so bissig sein wie Löwen – denn es geht auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Axel Nickel

Flotte Maschine

Gas gegeben hat beim TFC nicht nur der Nachwuchs, sondern auch ein Besucher des Sommerfests – oder war es doch nur ein Spaziergänger, der dort geparkt hat? Über den Halter der flotten und historisch anmutenden Maschine vorm TFC-Areal ist (uns) jedenfalls nichts weiter bekannt. Außer, dass die Person ein Faible für alte Motorräder haben muss – und um den Wert ihres pechschwarzen Gefährts weiß. Denn es war mit einem dicken Ringschloss gesichert. Welch ein schönes, gut erhaltenes, möglicherweise aber auch aufwendig restauriertes Teil. Vielleicht kann uns ja ein Leser weiterhelfen. Steffen Gierescher

Schummrige Ecke

Weniger gut erhalten ist die Unterführung im Friedenspark, eine schummrige Ecke, um die herum sich nachts gerne mal finstere Gestalten aufhalten und sich einen Joint (oder anderes Zeug) reinziehen. Der Tunnel ist in einem erbärmlichen Zustand. Und auch die Kacheln der Seitenwände sind – sagen wir mal – keine Kunstwerke. Trotz Graffiti. In Oppau wird ja gerade im Ortsbeirat über eine offiziell von Sprayern gestaltete Aufwertung der Unterführung in der Bad-Aussee-Straße diskutiert. Falls man in Nord auf die Idee kommt, selbiges im Friedenspark auf den Weg zu bringen, eine Bitte: die im wahrsten Wortsinn heruntergekommene Decke gleich mitsanieren. Steffen Gierescher

Hockeyball: aufgelesen beim TFC-Sommerfest. Foto: ier
Hockeyball: aufgelesen beim TFC-Sommerfest.
Nord: verwahrloste Unterführung im Friedenspark.  Foto: ier
Nord: verwahrloste Unterführung im Friedenspark.
Schöne Maschine: gesehen auf der Parkinsel. Foto: ier
Schöne Maschine: gesehen auf der Parkinsel.
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