Ludwigshafen Auf Erkundungstour im Chemiewerk
Anlässlich des 150. Firmenjubiläums der BASF hatte Michael Cordier, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Lukom und des Marketingvereins, zu einer Stadtrundfahrt mit Besuch des Werksgeländes geladen. Bei einer Stippvisite im BASF-Besucherzentrum und einer Bustour über das Firmenareal erfuhren die rund 50 Teilnehmer viel Wissenswertes über die Geschichte des Chemieunternehmens.
Vor der Abfahrt hieß Michael Cordier die Gäste bei der von ihm als „Motz-Tour“ bezeichneten Stadtrundfahrt willkommen. Doch zu motzen gab es bei dieser Stadtrundfahrt in Ludwigshafen nichts. Im Gegenteil: „Die BASF ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil von Ludwigshafen und trägt dazu bei, uns mit der Stadt zu identifizieren“, meinte Cordier. Bereits auf dem Weg zum Werksgelände erfuhren die etwa 50 Teilnehmer der Busrundfahrt von Stadtführerin Elke König viel Wissenswertes zum Chemiekonzern. Mit einigen Seitenhieben auf die Stadt Mannheim, die einem Geländeerwerb für Fabrikanlagen durch Gründer Friedrich Engelhorn widersprochen hatte, berichtete Elke König von der Errichtung der „Badischen Anilin- und Soda-Fabrik“ im Jahr 1865. Die Geschichte des heute weltweit größten Chemiekonzerns bekamen die Tour-Teilnehmer beim Besuch des neu gestalteten BASF-Besucherzentrums noch näher gebracht. Auf einem Multimedia-Tisch gab Führungsleiterin Sandra Haldimann einen Überblick über das zehn Quadratkilometer große Firmenareal und musste zugeben: „Ich war anfangs nach fünf Minuten auf dem Werksgelände verloren.“ Mittlerweile findet sich Haldimann jedoch bestens auf dem Gebiet zurecht und dirigierte die Busfahrerin bei der anschließenden Werksbesichtigung gekonnt über das Areal. Zunächst führte der Weg an der Feuerwache Süd – einem von drei Standorten der Werksfeuerwehr – vorbei. „Die Feuerwehrstationen sind so gelegen, dass sie jeden Punkt auf dem Werksgelände innerhalb von drei Minuten erreichen können“, erläuterte Haldimann. Nach einigen Fakten zum Feierabendhaus, das 1903 errichtet wurde, ging es über die Anilinstraße zum südlichen Firmengelände, wo vor 150 Jahren mit den ersten Fabrikgebäuden alles begann. Dort steht auch das älteste Bauwerk, der Wasserturm. Dieser wird zwar schon lange nicht mehr benutzt, steht aber immer noch als Symbol für die Anfänge des Unternehmens. Die Tour-Teilnehmer erfuhren, dass in drei firmeneigenen Kraftwerken 75 Prozent des eigenen Energiebedarfs generiert werden. Die Chlorfabrik liefert den Bedarf für 120 der rund 200 Produktionsanlagen. „Chlor, das die chemischen Prozesse beschleunigt, zählte neben Farbstoffen zu den ersten Verkaufsschlagern der BASF“, erläuterte Haldimann. Vorbei an der Schwefelsäure-, der Styrol- und Polystyrolfabrik ging es über die „Forschungsstraße“ weiter zum Rangierbahnhof. Dort werden täglich 800 Kesselwagen rangiert. Etwa 400 dieser Waggons verlassen pro Tag das 230 Kilometer lange Schienennetz des Firmengeländes und machen 30 Prozent des Transports aus. Zu gleichen Teilen werden die Güter per Lkw versandt, die auf dem 103 Kilometer langen Straßennetz fahren. Die restlichen 40 Prozent des Warentransports werden per Schiff bewerkstelligt. In drei Häfen werden täglich 20 Frachtboote beladen. Die Tour machte Station am Nordhafen, der eine Besonderheit bereit hält: Per Druckluft-Ölsperre wird hier verhindert, das gefährliche Stoffe in den Rhein fließen können. Die künstliche Barriere musste erst zweimal benutzt werden. (jste)