Ludwigshafen Auf Django Reinhardts Spuren

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Sinti-Swing und mehr spielten Lulu Weiß und seine Begleiter im Capitol in Limburgerhof. Besonders interessant war die Moderation von Bassist Otmar Klein, der vieles zur Musik der Sinti erklärte, was das Quartett dann musikalisch vorführte. Es war die erste Konzertveranstaltung der neuen Capitol-Betreiber Susanne Deickert und Dieter Janneck.

Ohne Django Reinhardt kein Gipsy-Jazz – das ist klar. Lulu Weiß und seine Mitmusiker haben deshalb auch viele der traditionellen Stücke im Repertoire. Bandleader Lulu Weiß spielt eine akustische Gitarre der Bauweise, die im Sinti-Jazz üblich ist. Sein Onkel, Nello Weiß, spielt dagegen eine Jazzgitarre. Die sonst so häufige strikte Trennung von Rhythmus- und Sologitarre gibt es bei den beiden nicht. Lulu und Nello Weiß spielen in allen Stücken Solos. Der Sound ist verschieden, Nellos Gitarre klingt etwas elektrischer, Lulusmit einem angeklemmten Tonabnehmer ausgestattete Instrument hat immer noch den stärker akustisch geprägten Ton. Von der Spielweise her gibt es zwischen Onkel und Neffe keine großen Unterschiede. Beide flitzen nur so über die Griffbretter. Manchmal wirkt das ein bisschen genuschelt, nicht jedes Sechzehntel wird da präzise artikuliert. Ungewöhnlich ist der Beitrag von Bandmitglied Sergio Parra. Der aus Brasilien stammende Musiker spielt Sopransaxophon und Querflöte. Das ursprüngliche Melodieinstrument im Sinti-Swing ist die Geige, bei Django Reinhardt gespielt von Stéphane Grappelli. Das gilt als typisch und wird von den Django-Nachfolgern meist auch so gehalten. Als Grappelli 1940 in England blieb, holte Django Reinhardt den Klarinettisten Hubert Rostaing in sein Quintett. Insofern ist Parra mit seinem Saxophon gar nicht mal so weit vom Original entfernt. Seine Stärke liegt nicht so sehr im swingen, eher in schnellen Linien und den binär gespielten Stilen, wie etwa lateinamerikanischer Musik. Ganz wichtig für den Groove ist der Bassist Otmar Klein. Er zupft zuverlässig seinen Kontrabass und zieht mit, wenn die beiden Gitarristen vorwärts drängen. Seine Erklärungen zur Musik und zur Person Django Reinhardts waren eine informative Bereicherung des Konzerts. Er schilderte, wie Reinhardt zunächst amerikanischen Jazz gespielt hat, aber zugleich seine eigene Interpretation daraus etwas Neues gemacht hat. Als Beispiel nannte der die „pompe manouche“, den typischen rhythmisch-swingenden Stil der Gitarrenbegleitung. Auch Reinhardts Ideen, die französische Musette und das Chanson in seinen Stil zu integrieren, führten die Musiker dann am Beispiel vor. Da gab es dann den „Waltz Lulu“, eine Eigenkomposition, und „Kompressor 180“, ein Stück das Lulu Weiß seinem alten Mercedes gewidmet hat. Die eigenen Stücke machten Lust auf mehr. Das Konzert mit dem Landauer Lulu Weiß Ensemble war das erste, das die neuen Betreiber Susanne Deickert und Dieter Janneck veranstaltet haben. Janneck kündigte an, dass Livemusik wieder fest zum Capitol-Angebot gehören werde. Vor allem Musiker aus der Metropolregion sollen hier eine Plattform finden.

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