Ludwigshafen Auf der Sympathiewelle
Dannstadt-Schauernheim. Von der ersten Minute an begeisterte die vielfach ausgezeichnete A-capella-Band „Viva Voce“ das Publikum im ausverkauften Zentrum Alte Schule mit ihrem aktuellen Tour-Programm „Ego“. Heiko Benjes (Bass), Bastian Hupfer (Tenor), David Lugert (Tenor), Jörg Schwartzmanns (Bariton/Mouth Percussion) und Mateusz Phouthavong (Bariton) bewiesen mit ihrem „Vox Pop“ eindrucksvoll und fantasiereich die Spielmöglichkeiten der menschlichen Stimme.
Da stand bei „Viva Voce“ ohne Band eine ganze Band auf der Bühne. Das rasante Programm reichte von selbstgeschriebenen Stücken im Opernstil, Balladen-, Chanson-, Rock-, Pop- und Rapstil bis zu bekannten Evergreens und aktuellen Hits. Wobei die Texte bei genauem Hinhören durchaus Tiefgang wie bei „Nur dabei sein“ oder „Stein des Anstoßes“ und manchmal auch satirische Elemente wie bei „McSchubeck“ aufwiesen. „Die lassen sich wirklich was einfallen“, lauteten bereits in der Pause Kommentare beeindruckter Zuhörer. Dass dabei Witz, Charme und Humor nicht auf der Strecke bleiben, bewies das immer wieder im Publikum aufbrandende schallende Gelächter. So blickten die fünf sympathischen Sänger unter anderem mit einem Medley selbstironisch auf ihre 17-jährige „Band“-Geschichte zurück, deren Ursprünge im Windsbacher Knabenchor liegen und über Männerchor, Comedian Harmonists, Boygroup bis zum eigenen Stil führte. Auch wenn das Programm „Ego“ heißt und auf der Bühne tatsächlich fünf ganz verschiedene Charaktere standen, so verschmolzen sie musikalisch zu einer Einheit. Unterstrichen wurde das Ganze durch eine kunstvolle Lichtshow und eine ausgeklügelte Choreografie, bei der man sich nur über die Kondition der Akteure wundern konnte, die anspruchsvoll singend über die Bühne wirbelten. Dafür bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und ließ sich von Anfang an bereitwillig in das Programm einbeziehen, sei es durch Mitklatschen, Singen, Aufstehen und Mitswingen. Am Schluss hielt es keinen mehr auf den Sitzen und man ließ das Quintett erst nach mehreren Zugaben von der Bühne. David Lugert machte mit den Zuschauern bei der Zugabe „Volare“ dann auch noch eine kleine Gesangsstunde. Selbstverständlich wurde die bei Konzerten am Schluss obligatorische Danksagung und Werbung auch als Gesang gebracht, wobei sich die Gruppe durch namentliche Einbeziehung von Bürgermeister, Vorgruppe und Hausmeister weitere Sympathiepunkte erwarben. Einen Höchststand erreichten die Sympathiewerte dann, als die Sänger gleich im Anschluss im Foyer Autogramme gaben und am CD-Stand mit ihrer Vorgruppe, den „Swinging Voices“, ein Ständchen anstimmten. Die „Swinging Voices“ des MGV Rödersheim unter der Leitung von Johannes Kalpers hatten mit den vier a capella gesungen Liedern „Logical song“, „Perfekte Welle“, „So soll es sein“ und „Engel“ einen Vorgeschmack auf ihr im Juni anstehendes Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen des Chores gegeben. (acl)